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Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 24.11.2016

Bilder im Kopf

Entsprechen diese Bilder auch der Wirklichkeit?

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Foto: Shutterstock

Ein Freund oder eine Freundin erzählen uns eine Geschichte über einen Dritten und es formen sich Bilder in unserem Kopf. Es verdichten sich ganze Bildergeschichten. Diese empfinden wir als Wirklichkeit. Das kennt fast jeder von uns und so funktioniert unser Gehirn. Es denkt in Bildern.

 

Dazu eine kleine Geschichte aus der Praxis:

Eine Klientin kommt ganz aufgeregt zu ihrem Termin bei mir. Sie sagte, dass ihr jetzt klar sei, dass ihre Mann sie betrügt. Sie hat eindeutige Beweise dafür. Ich fragte wie denn diese Beweise aussehen würden. Eine gemeinsame Bekannte hatte ihn gesehen, wie er an einem ganz anderen Weg als üblich nach dem Büro durch die Stadt fuhr. Das war nicht der Weg nach Hause. Sie war an diesem Tag sehr traurig, da sie in der letzten Zeit immer wieder Auseinandersetzungen hatten, weil er immer später als üblich nach Hause kam. Sie hatte eine Freundin, bei der es auch so begann. Zuerst kam deren Mann immer später nach Hause, dann musste er plötzlich dienstlich immer wieder in eine andere Stadt und, und, und... Diese Geschichte hatte meine Klientin im Kopf und daher formte sich ihre ganz eigene Geschichte um das Verhalten ihres Mannes.

 

Jetzt das ABER:

Stimmen diese Bilder oder gibt es eine andere Erklärung? Ganz einfach wir wissen es nicht.

 

Was passiert da aus psychosozialer Sicht?

Die Geschichte, die dich da in unserem Hirn entwickelt ist unsere Deutung der objektiven Wirklichkeit. Sie hat mit uns zu tun und mit keinem anderen. Sie kann der Wirklichkeit ähnlich sein oder ganz danebenliegen. Oft hat die Geschichte, die sich in unserem Hirn bildet mit unserem augenblicklichen psychischen Zustand zu tun, das heißt, wenn ich positiv gestimmt bin schauen auch die Bilder meist positiv aus und umgekehrt. Das Problem dabei ist, dass man die Wirklichkeit nur schwer feststellen kann. Auch wenn ich das Gegenüber frage, was nun „wirklich“ war erhalte ich eine Geschichte, die bestenfalls, der „Wirklichkeit“ der betreffenden Person entspricht. Da gab’s doch den Spruch: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ von Paul Watzlawick.

Bei der oben beschriebenen Geschichte klärte sich Alles auf. Der „Göttergatte“ ging heimlich zu einem meiner Kollegen da er immer öfter bemerkte, dass er im Beruf überlastet war. Das wollte er seiner Frau nicht sagen um nicht als Schwächling dazustehen. Er hatte ja zu ihr gesagt, dass sie mental schwach sei, weil sie meine Hilfe beanspruchte. Es gibt aber auch positive Effekte der Tatsache, dass wir in Bildern denken. Wenn wir ein Ziel anpeilen, dann macht es Sinn sich ein Bild dieses Ziels so gut als möglich auszumalen. Also nichts wie los. Malen Sie sich ein Bild ihres nächsten Ziels aus, so schön und so bunt als möglich. Sie werden sehen, es ist leichter erreichbar...

 

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben. Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

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