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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 03.03.2017

Du fehlst! #FUCKCANCER

Uschi Fellner über Sabine Oberhauser. Oder: Eine Frau, die mir den Atem nimmt.

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Standing Ovations. Der Kanzler und seine Frau sowie Stargast Emma Willis (rechts neben mir) applaudieren Sabine Oberhauser. © Ludwig Schedl

Sabine Oberhauser hat mir zwei Mal in meinem Leben die Luft abgeschnürt. Das erste Mal vergangenen November, als sie bei unserer jährlichen „Women of the Year“-Gala den Preis als Frau des Jahres hätte entgegennehmen sollen. Sie freute sich im Vorfeld enorm über diese Auszeichnung, besorgte extra ein neues Kleid. Am Nachmittag vor der Veranstaltung im Wiener Rathaus, der Anruf. Es geht ihr gar nicht gut. Zu schlecht, um präsentabel einen Award entgegennehmen zu können.

Der Kanzler trifft ein, die Gala beginnt. Tolle Frauen auf der Bühne. Emotionen, Dankesreden, Applaus. Dann der Programm-Höhepunkt „Frau des Jahres“. Sie ist nicht hier. Doris Kiefhaber, die GF der Österreichischen Krebshilfe, hält eine bewegende Laudatio. Pressesprecherin Sabine Leidinger nimmt den Award, stellvertretend für ihre Chefin, entgegen. Ein Video wird eingespielt. Die Ministerin ließ es am Vortag, nur zur Sicherheit, filmen. Es zeigt eine Löwin des Jahres. Eine Kämpferin, die selbst dieser Situation etwas Positives abverlangt. Als sich Oberhauser bei ihrem Mann Gerold bedankt, ihrem Helden und Lebensmenschen, versagt ihr die Stimme. Wie auf Geheimkommando stehen über 700 Ehrengäste im Rathaus gleichzeitig auf. Standing Ovations. Es gibt Momente, die den Atem rauben, auch wenn man offensichtlich weiter Luft holen muss. Und ich weiß, dass meine  Tischnachbarn die gleichen Luftprobleme haben.

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Letzter Gruß. Alexander Van der Bellen ist tief getroffen: „Mir geht Sabines Tod sehr nahe.“ © APA

Dann kommt Weihnachten. Es geht aufwärts, und doch wieder nicht. Jeden Tag ein Wetterbericht, den ganzen langen Jänner über. „Dem Leben zeigen, wie sehr man es liebt!!! Es hat 14 Grad. Es wird …“, postet unsere, meine „Frau des Jahres“. Am 15. Februar postet Oberhausers Team. Die Ministerin ist im Spital, liest aber alle Wetterberichte. Es wird wieder werden.

Opernball. An so einem Tag stehen Medienmenschen Kopf. Es gibt nur ein Thema. Alles Oper! Mein Mann und ich finden uns zum Essen mit Gästen in Opernnähe ein. Mein WhatsApp blinkt. Ein Routineblick, was ist jetzt schon wieder los. Dann schnürt es mir den Hals zu. Du hast, mit Recht, den Opernball gecrasht. Meine wunderbare Frau des Jahres, mit dem Herzen einer Löwin. Ruhe in Frieden.

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