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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 20.03.2016

Frühlingsbeginn mit Hasenohren

Oder: Von Aha-Momenten, Bewegung und Yin & Yang

Sonntag Abend. Einer der schönsten ersten Frühlingstage geht zu Ende.... Beim Laufen in Schönbrunn heute Vormittag sind mir etliche „Häschen“ entgegen gekommen – Menschen, groß und klein, mit Haarreifen mit langen braunen Plüschhasenohren vom Ostermarkt.... Was sonst eher komisch wirken könnte, hat bei dem Gute-Laune-Wetter im Park nach den ersten 1-2 Sichtungen schon völlig normal ausgesehen. Ostern steht schließlich vor der Tür....!

 

Und während ich noch über die ersten Hasenohren schmunzeln musste, überholte mich plötzlich ein etwa fünfjähriger Knirps. Flott und zügig, um dann laut zu schreien: „gewonnen“! Hahahaaa! Ja, ich war von den Ohren definitiv zu abgelenkt. Aber die kleinen Zwutschkis können auch ganz schön schnell sein. Stimmt's?!

 

Naja, vielleicht bin ich in den letzten 2-3 Monaten ein ganz kleines bisschen eingerostet. Beim Anstieg zur Gloriette habe ich dafür einen sehr fit wirkenden jungen Mann überholt. Ha! Nur ist er im Unterschied zu mir sehr vernünftig und gepacet gelaufen (wahrscheinlich war er an dem Tag noch nicht von einem 5-jährigen überholt worden), und so hatte ich ihn ab der zweiten Hälfte des Weges dann in ca. 1-1,5 Meter Abstand vor, statt hinter mir. Mein ganz persönlicher Pacemaker. Es gibt Schlimmeres.

 

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© Julia Schweiger www.yogaju.at

Anyway. Frühling, Aufbruch, Erwachen.... All diese Schlagworte passen an diesem Wochenende nicht nur wegen des Traumwetters oder des Kalenders besonders gut. Denn: ich hatte die für mich wohl wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen. Eine, die so richtig 'na-no-na-net' ist. Aber sind das nicht die Besten? Kurz zur Erläuterung. Ich hatte seit etwa Mitte Februar das Gefühl, auf der Stelle zu treten, irgendwie das Gefühl von ein-Schritt-vor-und-zwei-zurück. Beruflich wie auch privat standen Entscheidungen an. Umzug im Sommer, neues berufliches Projekt, eigene Räumlichkeiten. Ja oder nein?!?!? Aber ich kam nicht von der Stelle. Wenn ich dachte, zu wissen, was ich will oder wohin es gehen soll, kamen auch sogleich Zweifel, und der Schritt zurück zum Ausgangspunkt. Zermürbend. Gelinde gesagt.

 

Und dann am Samstag ein Gespräch mit einer lieben Freundin, und wie so oft wurden durchs Reden die Dinge klar und klarer. Irgendwann sagte ich plötzlich etwas wie, „Ich glaube, ich kann nur gehenden Weges eine Abzweigung nehmen.“ Klingt grammatikalisch falsch, und macht vielleicht so keinen Sinn. Aber für mich war es DIE Antwort auf mein Dilemma: Ich war stehen geblieben. Aus Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, war ich wie paralysiert. Und ich hatte die Entscheidungen in Bezug auf Wohnung, Beziehung, Arbeit voneinander abhängig gemacht, und zwar ungefähr so: Wenn ich in eine neue Wohnung ziehe, dann muss das gleich was G'scheites sein, wo ich mit meinem Freund zusammen wohnen kann. Und die muss dann aber wo sein, wo ich meinen Energetik & Nuad Praxisraum haben kann, vielleicht auch einen eigenen Yoga-Raum dazu, und dann muss ich mich entscheiden, ob ich wirklich so intensiv in diese Richtung weiter arbeiten möchte, oder vielleicht ein neues Projekt starten, das weniger Ressourcen bindet, und wenn ich mit meinem Freund zusammen ziehe, dann sollte die Wohnung gleich groß genug sein, für den Fall, dass wir mal Familie haben wollen, und will ich Kinder eigentlich in der Stadt großziehen, sollten wir nicht lieber auf's Land ziehen, und will ich überhaupt Kinder, und..... Aaaaaahhhh! Werden die Auswüchse nachfühlbar? Die Fragen: WILL ich das? Will ich DAS? Und will ICH das? haben mich ganz schön beschäftigt.

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© Julia Schweiger www.yogaju.at

Heute spüre ich eine erfrischende Klarheit. Habe ich Antworten auf all die Fragen gefunden? Nein. Aber ich bin wieder in Bewegung gekommen. Ich habe in einem Bereich eine Entscheidung getroffen, die mir nicht leicht gefallen ist. Vielleicht habe ich mich auch die ganze Zeit nur vor dieser einen Entscheidung gedrückt und dadurch Blockaden in den anderen Bereichen konstruiert. Mag sein. Auf jeden Fall hat schon dieser eine Schritt mehrere Knoten zumindest gelockert. Ich bin zuversichtlich, dass die Frühlingsenergie es mir leichter machen wird, auch die nächsten Schritte zu gehen. Und wenn ich zu einer Abzweigung komme, die mir gefällt, nehme ich sie.

 

Noch etwas hat dazu beigetragen, dass ich wieder zu einer inneren Balance gefunden habe, die sich einfach weit und frei anfühlt. Quasi ganz im Sinne der heutigen Tag-und-Nacht-Gleiche: die Kombination von Laufen (Yang) mit Yin & Yang Yoga. Yin Yoga ist eine sanfte Yoga- und Achtsamkeitspraxis, bei der Yoga-Haltungen mit Fokus auf Hüften, Becken und unteren Rücken am Boden geübt und meist zwischen 3 bis 5 Minuten gehalten werden. Der Körper wird in eine sichere und kontrollierte Stellung gebracht, manchmal auch mithilfe von Props wie Decken, Kissen oder Bolsters, in der die Muskeln nach und nach loslassen und entspannen können. Das ermöglicht eine tiefe Wirkung auf das Bindegewebe. Qi oder Prana, oft als Lebensenergie übersetzt, kann wieder besser durch die sechs Meridiane in diesen Körperregionen fließen, was sich auf Wohlbefinden, Gesundheit und Lebenskraft positiv auswirkt. Der Geist wird zum stillen, meditativen Beobachten eingeladen, die Selbstwahrnehmung verfeinert. Dynamisches Yang Yoga wiederum stärkt die Muskulatur. Für mich derzeit die ideale Ergänzung zum Laufen – oder auch zum Tanzen!

 

Und das steht nächste Woche auf dem Programm – 4 Tage 5 Rhythmen Spring Dance in Slowenien! Ja, der Frühling gehört begrüßt und gefeiert – egal ob mit oder ohne Hasenohren!!

 

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