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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 25.10.2015

Vom Hochschobern und Yogieren in den Bergen.

Und was das ganze mit Fülle zu tun hat.

Sonntag Nachmittag....wieder eine Zugreise.....wieder bunte Blätter....und eine wunderschöne Landschaft, die sich da vor dem Zugfenster entfaltet.....links Gelb-, Orange- und Grüntöne auf sanften Hügeln, rechts dahinter Dunkelblau, Grau und auf den Gipfeln Weiß – die Berge! Dazwischen schlängelt sich der Railjet durchs Tal. Ah, herrlich! Ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Diesmal geht es nach Kärnten auf die Turracher Höhe. Seit Monaten freue ich mich darauf. Jetzt ist es endlich so weit: Mit vielen lustigen Ideen und einem riesigen, bunt gefüllten Koffer voller Utensilien für eine Woche Kinder- und Familienyoga ausgestattet, fahre ich ins wunderschöne Hotel Hochschober. Ich spüre, dass diese Woche mich verändern wird. Und deshalb war ich in den vergangenen Wochen besonders aufgeregt und in den letzten paar Tagen innerlich sehr aufgewühlt und unruhig.

 

Fülle. Das ist das Stichwort.

 

Wer das Hotel Hochschober kennt, weiß was ich meine. Auf meinen Reisen habe ich selten so eine Großzügigkeit und Fülle in einem Hotel erlebt – nicht nur materiell, sondern auch menschlich. Neben den täglichen Yogastunden im Hotel, die es das ganze Jahr über gibt, finden jeden Juni und November unter dem Motto "Yoga am Berg" spezielle Yoga-Programme mit Gastlehrenden statt. Das alleine ist schon fein. Aber eingebettet in die gelebte Hochschober Philosophie von Herzenswärme, Respekt und Großzügigkeit, Gästen wie Angestellten gegenüber, findet Yoga nicht nur im sensationellen Chinaturm statt, sondern eben im ganzen Haus. Und das ist spürbar.

 

Ich wußte sofort, dass ich mich hier gerne einbringen würde. Also habe ich überlegt, was meinem Herzen am nächsten liegt, und was zum Angebot des Hotels gut passen würde. Das Ergebnis war eine ganz besondere Yogawoche für Familien. Und hier bin ich jetzt also, auf dem Weg in die Berge.

 

Zurück zur Fülle. Früher habe ich mit dem Begriff vor allem materielle Fülle verbunden. Mittlerweile schätze ich die Fülle an Zeit ganz besonders. Auch die Fülle an Freundschaft, Wertschätzung und Inspiration stehen ganz hoch auf meiner Highlight-Liste. Aus irgendeinem Grund merke ich, dass ich mich, obwohl ich sie mir so lange herbei gesehnt habe, manchmal noch schwer tue, die Fülle auch anzunehmen, wenn sie dann da ist. Wie paradox ist das denn? Und dabei so menschlich. Oder?

 

Meine Zusammenarbeit mit dem Hotel Hochschober hat in mir ein paar alte Dämonen, die am Mangel fest halten wollen, wieder geweckt und gefordert. Ganz tief vergraben waren sie. Um sich im richtigen Moment den Weg an die Oberfläche zu bahnen. So als würden sie mich fragen: Na, bist du tatsächlich bereit für mehr Fülle, Julia? Hahahahahaaaa!

 

Wenn ich bei meiner Yogapraxis in meine innere Mitte finde, empfinde ich tiefe Fülle. Es fehlt mir an nichts. Meist geschieht das spätestens in der Schlussentspannung. Manchmal kommen in diesen Momenten auch Emotionen hoch, Tränen, etwas, das sich angesichts dieser Fülle auflöst oder transformiert, in ein noch tieferes Gefühl der Fülle. Diese Momente sind manchmal flüchtig, manchmal halten sie noch eine ganze Weile an. Egal ob kurz oder lang, die Erfahrung prägt den Körper und den Geist. Er weiß nun, wie sich Fülle anfühlt, und dass sie Teil des Alltags sein kann. Nach und nach wird die „Fülle-Toleranz“ höher. Und je mehr Fülle ich „aushalte“, desto mehr davon kann in mein Leben fließen..... Wichtig dabei ist, die Fülle nicht festhalten zu wollen. Das treibt sie nämlich schneller in die Flucht, als ich „halt!“ sagen kann. Ist ja auch logisch, oder? Wenn ich sie festhalten will, gehe ich davon aus, dass es sie möglicherweise irgendwann nicht mehr gibt und es mir dann an etwas fehlen würde. Und das ist ein Gedanke des Mangels, ergo, das Gegenteil von Fülle.

 

Ein tricky thing diese Fülle. Aber ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als die Gesellschaft dieser Gesellin zu einem größeren Fixpunkt in meinem Leben zu machen. Und das zu üben, habe ich in der kommenden Woche beim Hochschobern ja Gelegenheit in Hülle und – ja, genau – Fülle!

 

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