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Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 07.04.2017

Let me be your hero

Wahre Helden fragen nicht!

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Foto: Shutterstock

Mit dem oben angeführten Refrain begann eine Latinoschnulze, die manche dahinschmelzen ließ. Aber ist es heutzutage noch relevant ein „Held“ zu sein?

Wir hatten vor einer Woche, in einer sehr feinen, lustigen Runde, ein nettes Gespräch. Zu späterer Stunde und nach ein paar Gläschen Wein kam plötzlich die Erkenntnis auf, dass es die Bestimmung der Männer sei dafür zu sorgen, dass es unseren Frauen gut ging. Na ja es war wohl eher spaßhalber gemeint. Irgendwie ließ mich das Thema aber nicht in Ruhe. Gibt es Helden oder Heldinnen noch oder sind wir schon alle so abgestumpft, dass wir nur auf uns schauen?

Jeder kann ein Held sein. Ich kam zum Entschluss ich werde mich, soweit es mir möglich ist, bemühen der Held meiner Frau zu sein. Warum? Weil sie eine wirkliche Heldin ist, ohne auf diesen Nimbus zu bestehen oder darüber zu reden. Ich hatte letztes Jahr eine recht schlechte Zeit gesundheitlich gesehen. Ich war nicht mehr in der Lage, meine Wohnung zu verlassen. Ich probierte es, jedoch musste ich immer am Parkplatz umdrehen. Ich bekam trotz Sauerstoffflasche keine Luft  und zitterte am ganzen Körper. Es war auch nicht daran zu denken, einkaufen zu gehen oder gar arbeiten. Meine Frau (wir haben getrennte Wohnungen, weil wir noch nicht die richtige gefunden haben) versorgte mich, obwohl sie sehr beschäftigt ist in ihrer Firma, jeden Tag mit frischem Essen, sie schaute, was ich sonst noch brauchte und sie blieb bei mir, um mir zu erzählen, was so den ganzen Tag los war. So ging der ganze Sommer ins Land. Es klingt blöd aber ich fürchtete mich, dass dieser Zustand bleiben würde und auch mein behandelnder Arzt erklärte mir, dass diese Erkrankung sehr langwierig sei und auch sehr gefährlich. Ich wurde mit Notfallmedikamenten und einem Notfallpass ausgestattet.

Nähe gibt Kraft. Meine Frau behielt die Ruhe und Übersicht, sie behandelte mich nicht wie einen Kranken, sondern wie ihren Partner, der einfach zur Zeit ein Handicap hatte. Sogar als wir in die Notfallambulanz mussten, war sie einfach schon da. Sie schaffte es auch, mich wieder ins Leben zu bringen, ohne Vorwürfe und ohne Ermahnung, einfach nur in ihrer ruhigen, angenehmen Art. Sie ist eine Heldin und nicht sehr viele würden ihr das zutrauen.

Daher habe ich mich entschlossen, das in leichter Alkohollaune in den Raum gestellte Motto "Die Aufgabe von uns Männern ist es, dass es unseren Frauen gut geht" ernst zu nehmen. Ich werde, so gut ich es kann ihr Hero sein, wann immer sie einen solchen braucht. Denn die wahren Helden sieht man nicht und sie machen keinen Aufstand um das, was sie getan haben, Sie sind einfach da.

 

 

Erklärung:

 

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben. Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

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