Loading…

Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 16.11.2015

Je suis Paris

Wir alle sind Paris. In den Internet-Foren, auf den Straßen, daheim. Ausnahmezustand. In Paris, der Welt, Österreich. Weil das, was am Freitag, dem 13. in Paris geschehen ist, auch jederzeit bei uns passieren kann.

Bild image.jpg

Syrien ist bei uns angekommen, nicht nur die Flüchtlinge. Auch der Krieg. Spätestens jetzt muss jeder kapieren, dass Menschen, die vor dem Terror fliehen, Todesangst haben. Und das wir, im gemütlichen Österreich,wo blödsinnige Zaun-oder-nicht-Zaun-Debatten die Nachrichten füllen, mitten im Brennpunkt stehen.

Was mich heute, gestern und seit Monaten fassungslos macht: Dass die USA und Europa, dass Russland und China, dass die großen Retter dieser Welt, nicht in der Lage sein sollen, eine Minderheit von durchgeknallten Mördern zu stoppen. Wie erbärmlich, wie arm ist DAS denn? Wie beschämend machtlos sind die Supermächte?

Wir, meine Kollegen, die Generation, die in diesen Stunden vor den Bildschirmen sitzt. Das Grauen kommentiert, analysiert, Rezepte entwirft. Wir haben keinen Krieg, in den meisten Fällen weder Terror, noch Todesangst erlebt. Wir sind Kinder des Glücks. Wir haben die Freiheit, Herz zu zeigen.
Anzupacken, egal wo, irgend was zu machen, um das Leid der Opfer des Krieges zu mildern. Den Terror brutaler Mörder zu stoppen, ist für uns Normalos unmöglich, wenn nicht einmal Obama, Putin und die Superhirne dieser Erde das nur annähernd zu schaffen scheinen.

Wie helfen in diesen Tagen? Schaut euch einfach um. In euren Wohnbezirken, vor euren Haustüren. In Traiskirchen z.B., „leben“ Hunderte unbegleitete Flüchtlingskinder. Junge Menschen, traumatisierte durch Flucht und Terror. Ich weiß schon: neue Schuhe und Kleider zu kaufen, oder gut erhaltenes zusammen zu suchen und an diese Kinder zu spenden, ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Macht es trotzdem. Bitte. Wir alle sind Paris. Und wir, hier und heute, haben einfach (noch) Glück.

comments powered by Disqus