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Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 13.03.2017

Leistung ist etwas, das man bekommt ...

und nicht etwas, das man auch selbst leisten darf.

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Foto: Shutterstock

Diesen Spruch habe ich von Niki Lauda geklaut. Er machte diese Aussage anlässlich eines Vortages in Kitzbühel zu Beginn dieses Jahres. Es war die Antwort auf die Frage, wie er den Zeitgeist zurzeit einschätzt.

 

Mich ließ der Satz dann die ganze Fahrt von Kitz nach Hause nicht los. Hat er damit recht? Je mehr ich überlegte, desto mehr musste ich ihm zustimmen. Unser Zeitgeist entspricht dieser Einstellung. Wir lassen machen und wir gehen irgendwo hin um eine Leistung zu konsumieren. Passt ja auch in gewissen Fällen. Wie zum Beispiel bei meinem Auto: Wenn ich die Reifen gewechselt haben möchte, dann wechselt sie meine Autofirma für den Einwurf glänzender Münzen. Ein faires Geschäft.

 

Wie ist das aber bei mir selbst?

 

Ich gehe zurzeit zur ambulanten Reha. Da werden wir von den Therapeuten ganz nett gefordert und ich merke, es tut mir gut und meine Lebensqualität steigert sich wieder. Für mich als ehemaligen Trainer ist es ganz klar, dass ich natürlich zu Hause weitermachen muss. Ich habe meine Ernährung geändert, ich mache auch außerhalb der Reha mehr Bewegung und vieles mehr. Umso mehr erstaunte es mich, als ich bei meinem Arzt mit einem Mann ins Gespräch kam, der diese Reha schon hinter sich hatte. Er bemängelte, dass das „ganze Zeugs“ überhaupt nicht geholfen hat. Er ging da einmal pro Woche hin und: Nichts. Darum ist er jetzt hier beim Doktor und der solle ihm Tabletten geben, damit es ihm wieder besser geht. So ähnliche Sprüche kenn ich auch aus meiner Praxis. Letztes Monat kam ein neuer Klient, setzte sich hin und erzählte mir von einem Problem mit seinen Mitarbeitern. Nach der Erzählung schaute er mich an und fragte, was ich jetzt machen werde, damit sich das Problem lösen würde.

 

Interessanter Ansatz:

 

Ich muss etwas tun, damit in seiner Firma die Kommunikation besser läuft. Das wäre ja noch machbar aber mit dem zweiten Teil seiner Bemerkung erkannte ich, dass das Kommunikationsproblem in seiner Firma sein kleinstes Problem war. Er sagte gleich noch, dass er wissen möchte, wie sich die Anderen ändern müssten, damit sie ihn verstehen würden. Wir sprachen dann noch eine Zeit und er war nicht dazu zu bewegen, darüber nachzudenken, dass man keinen anderen Menschen ändern könne, sondern immer nur die eigene Einstellung zu Etwas oder Jemanden und dass man dann aufgrund der veränderten Einstellung Taten setzen müsse, um etwas zu ändern. Da fiel mir wieder der Sager von Niki Nationale ein. Er hatte recht: Es ist unser Zeitgeist. Man geht irgendwo zu einem Spezialisten und der muss es wieder gut machen. Ich zahl ja dafür und dafür muss er seine Leistung erbringen. Wie gesagt in manchen Bereichen passt das ja. Aber in allen Bereichen, die mich selbst als Mensch betreffen, läuft’s dann doch anders. Ich kann zu einem Spezialisten gehen, der mir hilft, mein Verhalten oder meine Einstellung zu verändern und daraus Konsequenzen zu ziehen. Aber tun muss ich es selbst. Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn sich eine schwierige Situation bessert und man weiß: Ich habe es gemacht und ich habe es gemeistert.

 

Also: Nicht auf Andere verlassen! Das Leben selbst in die Hand nehmen! Sie werden sehen, dann gibt es immer mehr Momente, auf die man echt stolz sein kann.

 

 

 

 

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben.

Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

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