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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 17.10.2015

Yoga in der Natur oder ein unerwartetes Einstandsgeschenk

Wenn die Elemente die Yoga-Praxis zu einem besonderen Erlebnis machen

Aaaaah, was für ein Genuss! Ein lauer Sommerabend... Grillen zirpen vor dem offenen Fenster. Ich hatte wirklich nicht mehr damit gerechnet, so etwas heuer noch einmal zu erleben! Und jetzt, die erste Nacht in der neuen Wohnung. Ich kann es noch kaum fassen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit mehr Platz, einer Terrasse und einer riesigen Gemeinschaftsterrasse auf dem Dach des Wohnhauses - Blick auf Schloss Schönbrunn, die Gloriette, den Wiener Wald, die Otto-Wagner Kirche, den Wasserturm. Ist das alles wirklich wahr, frag' ich mich heute schon zum x-ten Mal. Ja, sagt mein glückliches Herzerl und freut sich über die vielen 'Zufälle', die mich im Sommer zu dieser tollen Wohnung geführt haben.

Na, auf jeden Fall hat mir die Kombi aus lauem Abend und Dachterrasse heute eine ganz besonders schöne Yoga-Willkommens-Praxis beschert. Nämlich eine, bei der ich die Natur um mich spüren und mit meinen Sinnen aufnehmen konnte. Klar, mitten in der Stadt ist vielleicht nicht mitten in der Natur. Aber: die Fliesen waren noch warm von der Sonne, eine leichte Brise hat mir die Haare ins Gesicht geweht, die Grillen hab' ich schon erwähnt und das Farbenspiel am Himmel beim Sonnenuntergang, die ersten Sterne und der Mond.... Yoga im Freien ist einfach etwas Besonderes, die Praxis gewinnt an Tiefe und Weite.

 

Meine intensivsten Yoga-Erfahrungen habe ich immer in der Natur gemacht. Besonders in Costa Rica. Auf Rancho Margot habe ich zuerst als Gast, später als Resident Yoga Instructor zweimal täglich Yoga auf der Plattform neben dem Cano Negro Fluss genossen. Nicht selten sind dabei Tränen geflossen. Der reinigende und herzöffnende Effekt von Yoga wird von der Natur vielfach verstärkt.

 

Klar, Moskitos waren auch dabei. Und ja, sie haben so manche Geduldsprobe um nicht zu sagen so manchen inneren Kampf herauf beschworen à la „Darf“ ich als Yogi einen Moskito überhaupt erschlagen? Nein! Nein?! Aber muss ich nicht auch meine eigenen Grenzen setzen? Vielleicht ist es sein Karma, von mir erschlagen zu werden? Vielleicht enthalte ich es ihm vor, wenn ich seine penetranten Angriffe weiterhin stoisch aushalte? Grrrrrr!! Was neben einigen supertoxisch wirkenden Moskitosprays schließlich am effektivsten geholfen hat, war ein wertvoller Hinweis von Einheimischen: das Einreiben mit den Blättern eines bestimmten Strauches, der rund um die Yoga-Plattform wuchs. Absolute Begeisterung bei den TeilnehmerInnen (und bei mir) – hier bietet die Natur das Problem, und da auch gleich die Lösung. Genial!

 

 

 

 

 

So, jetzt bin ich abgeschweift. Heute Abend habe ich nicht geweint, aber ich habe die Praxis extrem genossen. Ich fühle mich gerade besonders entspannt, bei mir und regeneriert. Ich werde auch in den nächsten noch warmen Tagen jede Gelegenheit nutzen, meine Yoga-Praxis nach draußen zu verlegen. Und es muss ja nichtmal gleich eine ganze Praxis sein. Auch nur ein paar wenige Asanas (Yogahaltungen) zwischendurch, auf dem Weg durch einen Park in der Stadt zum Beispiel oder auf dem Balkon, können einen Unterschied machen. Einfache Balance-Haltungen, ein Sonnengruß oder ein paar stille Atemzüge mit geschlossenen Augen – sie sind wie ein Geschenk, das du dir ohne viel Aufwand selber machen kannst.

 

In Wien gibt es in den Sommermonaten mittlerweile eine eine ganze Reihe von Outdoor Yoga – im Park oder auch über den Dächern der Stadt! Auch für Kinder! Mental note für den nächsten Sommer machen!

 

Atmanjali bietet sogar nächste Woche noch eine Yoga-Einheit für Erwachsene im Türkenschanzpark an!

 

Also, Gelegenheit nutzen und genießen!!

 

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