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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 25.04.2016

Warum ich das Start-Up meines Sohnes vermasselt habe

Business-Modelle gibt es viele. Mein Sohn hat eines der erfolgreichsten erfunden - mit vier Jahren!

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Business-Modelle gibt es viele. Eines der erfolgreichsten hat mein Sohn im Alter von vier Jahren erfunden. © iStock by Getty Images

Leider habe ich ihm seine blendende Idee auf der Stelle vermasselt, anstatt sie zu globalem Ruhm auszubauen. Wir saßen damals in einem Ferienflieger Richtung Süden. Ich hing erschöpft in den Seilen und nickte ein. Als ich aufwachte, stand mein Sohn vor mir und hielt seine Kappe in den Händen. Sie war halb voll mit Münzen gefüllt, ein Fünf-Euro-Schein thronte keck in der Mitte. Ich bin nicht frei von materieller Gier, ahnte aber Unheilvolles. „Wo hast du das Geld her?“, fragte ich. „Von den Leuten“, sagte er. „Warum geben dir die Leute Geld?“, fragte ich. „Weil ich sie gefragt habe“, sagte er. „Was hast du die Leute gefragt?“ „Ich hab sie gefragt, ob sie mir ein Geld geben.“ „Aber warum?“, rief ich. „Weil wir im Urlaub ein Geld brauchen“, sagte er. Das leuchtete mir ein. Allerdings muss man schon sehr in sich ruhen, um derlei milde Gaben unauffällig anzunehmen. Mit einer -gesunden Gesichtsfarben-Mischung aus Schreckensbleich und Schamrot, klapperte ich die Sitzreihen ab und gab den Leuten ihr Geld retour. Das Kind war danach tagelang sauer auf mich, bis heute wirft es mir meine Kleinlichkeit vor. Sollten Sie meinem Sohn also jemals begegnen, ist mir nur wichtig, dass Sie wissen: Von seiner Mutter hat er das nicht!

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