Loading…
Du befindest dich hier: Home | Events

Events | 10.09.2015

Welcome im Käfig voller Narren

Gestern Nacht luden Bühnenstars Michael Dangl und Herbert Föttinger zur exklusive Galavorstellung „La Cage aux Folles“. Nicht nur dutzende Stars & Sternchen des österreichischen Society-Himmel waren vor Ort. Auch look! war mit dabei, traf die zwei Künstler vorab zum Talk und amüsierte sich prächtig.

Bild FullSizeRender.jpg (1)
look lud zur exklusive Galavorstellung „La Cage aux Folles“

Einen schönen Menschen kann bekanntlich nichts verschandeln. Und so muss sich Bühnen-Grande Michael Dangl alias Zaza nicht genieren, als quietschrosa Star der Travestie-Revue im „Käfig voller Narren“, der ab 7. September seine Zelte in den Wiener Kammerspielen aufschlägt, über die Bühne zu stöckeln. Das Theaterstück öffnete schließlich anno 1973 die Schleusen des repressiven Establishments und startete eine Toleranzwelle für das Anders-Sein. Josefstadtdirektor Herbert Föttinger spielt Club-Inhaber Georges und wählte das erfolgreiche Musical als Opener für die neue Spielsaison.

Staraufgebot
Bild 6©KatharinaSchiffl-1389.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 2©KatharinaSchiffl-1180.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 1.1©KatharinaSchiffl-1316.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 1©KatharinaSchiffl-1316.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 3©KatharinaSchiffl-1242.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 4©KatharinaSchiffl-1175.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 5©KatharinaSchiffl-1386.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 7ArmanRastegar1.jpg
©ArmanRastegar
Bild 8ArmanRastegar4.jpg
©ArmanRastegar
Bild 9ArmanRastegar5.jpg
©ArmanRastegar
Bild 10ArmanRastegar8.jpg
©ArmanRastegar
Bild 11ArmanRastegar7.jpg
©ArmanRastegar
Bild 12©KatharinaSchiffl-1427.jpg (1)
©KatharinaSchiffl
Bild 13©KatharinaSchiffl-1475.jpg (1)
©KatharinaSchiffl
Bild 14©KatharinaSchiffl-1438.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 15©KatharinaSchiffl-1490.jpg (1)
©KatharinaSchiffl
Bild 16©KatharinaSchiffl-1563.jpg (1)
©KatharinaSchiffl
Bild 17©KatharinaSchiffl-1648.jpg
©KatharinaSchiffl
Bild 18©KatharinaSchiffl-1591.jpg
©KatharinaSchiffl

Unter den prominenten Gästen durften Gery Keszler, Alfons Haider, Kathrin Menzinger, Marika Lichter, Thomas Kirchgrabner, Harald Pavlas, Andrea Schmoranzer und viele mehr begrüßt werden.

 

Danke an die Unterstützer:
Güssinger Mineralwasser, Kaahée, Ludwig Schokolade, Kattus, Wien Gin, Nivea Men und Yves Rocher.

 

Bild 6.jpg

look: Wir freuen uns auf „La Cage aux Folles“, auf Sie als „Zaza“ – worauf freuen Sie sich persönlich, Herr Dangl?
Michael Dangl: Endlich mit meinem Direktor und langjährigen Kollegen Herbert ein Liebespaar spielen zu dürfen. Wir kennen einander seit 20 Jahren – so lange, wie im Stück Georges und Albin (Zaza) zusammen sind. Und ich freue mich auf das wunderbare Team rund um uns herum.
Herbert Föttinger: Ich freue mich auf die Reaktionen des Publikums in den Kammerspielen, wenn das Gagfeuerwerk zündet, das Werner Sobotka vorbereitet hat.
look: Herr Dangl, Sie feiern mit der Rolle der Zaza obendrein ein Bühnenjubiläum. Die 50. Rolle an der Josefstadt. Ist die Zeit schnell vergangen?
Dangl: Beängstigend schnell. Aber das ist das Leben.
look: Was gehen Ihnen für Gedanken durch den Kopf? Oder sind Sie ein Mensch, der lieber nach vorne schaut als zurückblickt?
Dangl: Die Erinnerung ist mein „Material“ als Schauspieler wie als Schriftsteller. Ich bin süchtig nach Erinnerung. Trotzdem beachte ich, dass man vom „Zurück“ genauso wenig weiß wie vom „Vorne“ – weil unsere Sicht auf beides von Sehnsucht und Angst geprägt ist. „Die schönste Zeit ist heut’ “, wie Zaza singt. Ich glaube, dass wir von der Vergangenheit nicht sehr viel mehr wissen als von der Zukunft. Wer kann sich selbst von vor 20 Jahren noch wirklich verstehen? Wir verändern uns, häuten uns ständig. Alles, was wir tun, ist, uns ein Bild von unserer Vergangenheit zu entwerfen, und damit sind wir auch schon bei allem, was wir für unsere Zukunft tun können. Ich versuche immer mehr, den Augenblick wahrzunehmen. In Bezug auf 17 Jahre Josefstadt denke ich: Gut! Schön! Und weiter?
look: Ein paar Highlights sind aber schon erlaubt. Welche wären diese?
Dangl: Das kann lang werden, denn ein Fetzen Herz hängt an allen Rollen. Wenn ich ein paar Stücke herausheben soll:  „The King’s Speech“,  „Die Budden­brooks“, „Der Zerrissene“,  „Besuch bei Mr. Green“, „Ein idealer Gatte“, „Figaro“,  „Eine dunkle Begierde“, „Einmal noch“, „Judy“ …
look: In Wien verbindet man das Stück sehr mit Karlheinz Hackl, der letztes Jahr verstorben ist. Schwingt bei der Vorbereitung Wehmut mit?
Föttinger: Karlheinz Hackl war eine hinreißende Zaza! Ich verbinde mit dem Karlheinz viele private Erlebnisse, gemeinsame Arbeiten, Gespräche. Ich bin sehr oft an ihn erinnert –und er fehlt – immer.
Dangl: Die Wehmut um ihn ist permanent. Ich habe ihn als Schauspieler verehrt, als mir unendlich freundschaftlich begegnenden Menschen geliebt und in besagter Rolle wie in anderen bewundert. Hätte ich damit Probleme, hätte ich diese schon beim „Zerrissenen“ haben müssen, oder bei „Umsonst“ in Reichenau, in denen ich auch Paraderollen von ihm spielte. Es ist doch schön, einem so Großen in Rollen zu folgen.
look: Sie sind ein fescher Mann, Herr Dangl. Wie gefallen Sie sich denn als Frau?
Dangl: Ich würde mich nicht von der Bettkante stoßen. Obwohl ich Jüngeres bevorzuge.
look: Und wie gefällt Ihnen Michael Dangl als Zaza, Herr Direktor?
Föttinger: Michael im Kleid? Da wende ich meinen Blick konsequent auf Zazas innere Werte.
look: Herr Föttinger, haben Sie schon mal im Fummel gespielt?
Föttinger: Ich bin vor vielen Jahren in der Josefstadt für Helmuth Lohner eingesprungen, der die Lady Bracknell in Oscar Wildes „Bunbury“ spielte. Im langen historischen Kostüm mit Mieder, Hütchen und allem Drum und Dran. Ich war keine Frau, der ich begeistert hinterhersehen würde. Die größte Schwierigkeit war aber, beim Anblick von Otto Schenk als Miss Prism die Fassung zu bewahren. (Es war Hans Hollmanns Idee, alle Frauenrollen von Männern spielen zu lassen).
look: Was ist die Aussage des Stücks im Conchita-Zeitalter? Sie betont immer wieder, dass es mit der Toleranz hierzulande noch nicht weit her ist.
Dangl: An Toleranz, fürchte ich, wird man nie aufhören müssen zu arbeiten. Bei vielen hört die Toleranz nämlich dann auf, wenn die Thematik aus dem Abstrakt-Objektiven in den eigenen, persönlichen Bereich rutscht. Viele haben „Herzeigeschwule“, möchten sie aber nicht in ihrer näheren Umgebung. Das Stück sagt, dass es wichtig ist, den Mut zu finden, zu sagen: „Ich bin, was ich bin“.
Föttinger: In der Entstehungszeit von „La Cage“ war die Situation für Homosexuelle viel schwieriger als heute. Die Verbesserungen für Homosexuelle – gesellschaftlich und juristisch – sind ja eigentlich ganz jung; wenn man sich vorstellt, dass erst 2004 die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung in Österreich verboten wurde, und erst 2010 trat das Eingetragene Partnerschaft-Gesetz (EPG) in Kraft. Seit 2013 ist in Österreich die gemeinschaftliche Adoption leiblicher Kinder gesetzlich erlaubt. Also, sagen wir so: Heute braucht es kein „La Cage aux Folles“ mehr, um die Strukturen aufzuweichen, aber solange es einflussreiche streng konservative Kreise gibt, so wie im Stück der Politiker, der seiner Tochter verbieten will, den Sohn eines Schwulen zu heiraten, so lange kann man „La Cage“ sinnvollerweise spielen.

Bild 4_bearb.jpg
Bild La_CageNEU.jpg
Welcome im Käfig voller Narren
Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus