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Fashion | 06.07.2016

Chez Cartier

Der Luxus wohnt rustikal: La Maison des Métiers d'Art von Cartier ist ein altes Bauernhaus. Hier werden die teuersten Uhren von Hand gefertigt. look! war zu Gast im schweizerischen La Chaux-de-Fonds

Grüne Wälder, saftige Wiesen. Und mittendrin das Paradies für Uhren. Kommt man nach La Chaux-de-Fonds in der Nähe von Genf, ist man erst einmal von der schachbrettartigen Bebauung der zum Teil im Jugendstil gehaltenen Stadt fasziniert. Diese hat einen besonderen Grund, der bereits mit der Uhrmacherei zusammenhängt. Denn dadurch sollte zu jeder Tageszeit Sonne in die Zimmer des Hauses dringen können, sodass die Handwerker möglichst lange präzise arbeiten konnten. Heute gehört beinahe das gesamte Umland weltberühmten Uhrenmarken. Auch Cartier hat hier seinen Sitz.

Fünf Phasen einer Uhr. Am Eingang zum Hauptwerk, der Haute-Horlogerie-Manufaktur, werden wir von Sébastien, unserem kundigen Guide, in Empfang genommen. Er ist in vierter Generation Uhrmacher und seit 15 Jahren bei Cartier beschäftigt. Erst zeigt er uns die Entwicklungsabteilung, in der etwa 50 Menschen an 20 Projekten gleichzeitig arbeiten. Drei bis fünf Jahre dauert es, ehe eine neue Uhr auf den Markt kommt. Davor muss sie fünf Phasen – Design, Konzeption, Industrialisierung, Produktion & Kontrolle – durchlaufen. In der Produktionshalle spucken riesige Maschinen einzelne Komponenten aus, die eigentliche Fertigung geschieht, von der Herstellung des Uhrglases bei 600 Grad Hitze bis zur Politur des Gehäuses und des Uhrbands, per Hand. Für die Restaurierung alter Modelle sorgt eine eigene Werkstatt, denn Cartier garantiert lebenslängliche Reparatur. In allen Bereichen sieht man junge Hipster, die Hälfte davon Frauen, die eine der renommierten Uhrmacherschulen absolviert haben.

Teure Kunst ab Hof. Gleich daneben, in einem modernisierten Bauernhof, eröffnete Cartier 2014 das Maison des Métiers d’Art, das unterschiedliche Fachbereiche der Uhrmacherkunst zusammenführt, mit dem Ziel, diese seltenen „Savoir-faires“ zu bewahren. Eine magische Welt, in der Künstler die feinsten Arbeiten, zum Teil unter dem Mikroskop, von Hand verrichten. Hier werden kleinste Brillanten eingesetzt, Emaillierungen und Gravuren gemacht, filigrane florale Einlegearbeiten verrichtet oder mittels Stroh und Baumrinden Zifferblätter in Kunstwerke verwandelt. Und spätestens jetzt, in diesem rustikalen Ambiente, begreift man auch den Wert einer Cartier-Uhr.

Chez Cartier
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Maison des Métiers d'Art: In diesem Bauernhof treffen unterschiedliche Fachbereiche der Uhrmacherkunst aufeinander
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Uhrenskizze: Vom ersten Entwurf bis zum fertigen neuen Modell können drei bis fünf Jahre vergehen
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Prototypen: Besonders wertvolle Modelle werden mit günstigen Materialien vorgebaut
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Im Hauptwerk werden einzelne Komponenten maschinell hergestellt und dann von Hand weiterverarbeitet. Die Programmierung der Maschinen dauert oft Stunden
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Der Panther - das immer wiederkehrende Sinnbild von Cartier
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Ein halbfertiges Gehäuse
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Uhrzeiger in allen Größen
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Kundige Hände bringen kleinste Brillanten an einem Uhrgehäuse an
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Echte Rosenblätter werden eingefärbt ...
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… dann werden die Rosenblätter in Miniaturteilchen verarbeitet, sodass am Zifferblatt ein prächtiger Papagei entsteht
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Auch die Granulation erfolgt händisch. Wichtig sind dabei Temperatur und Zeitspanne. So versteht man auch den Preis des edlen Endprodukts

© Cartier, Klaus Peter Vollmann

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