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Lifestyle | 23.10.2017

Das tut gut!

Die Diagnose Brustkrebs – und dann die Rückkehr in den Alltag und an den Herd. Eine enorme Herausforderung, über die Claudia Petru, Diätologin und Vorsitzende der Frauen- und Brustkrebshilfe Österreichs, bestens Bescheid weiß. Mit ihrem Kochbuch trägt sie mit über 80 Rezepten dazu bei, dass Gesundheit und Lebensfreude wieder zurückkommen.

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Rote-Bete-Kartoffel-Suppe: Tut gut bei Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden, Verstopfung (© Andrea Jungwirth)

Fotos: Andrea Jungwirth, Mona Lorenz, Petru

Die Frage „Was habe ich bisher falsch gemacht?“ stellen sich viele an Krebs erkrankte, gepaart mit dem Vorsatz, in Zukunft besser auf sich Acht zu geben. „Bei jedem Tankstellenbesuch wird auf die Zufuhr des richtigen Treibstoffes geachtet, bei seinem Körper handelt der Mensch meist deutlich weniger überlegt“, schreibt Claudia Petru in ihrem Vorwort und verweist darauf, dass bei „dieser bedrohlichen Krankheit die Qualität der Lebensmittel und die Überlegung, welche Produkte helfen können, wieder gesund zu werden, ins Zentrum der Überlegungen treten.“ Wir haben die Autorin befragt...

NIEDERÖSTERREICHERIN: Frau Petru, warum haben Sie dieses Buch geschrieben?
Durch meine langjährige Arbeit mit onkologischen Patientinnen und deren Angehörige hätte ich immer gerne auf ein Buch hingewiesen, das Theorie, d.h.  wissenschaftliche Erkenntnisse, und Praxis, das Kochen in der Küche, verbindet. Nun habe ich es selbst mit der Unterstützung einiger Betroffener geschrieben und langjährige Erfahrungen miteinfließen lassen können.

Worauf haben Sie besonderen Wert gelegt?
Die Auswahl der Rezepte hatte mehrere Kriterien zu erfüllen wie die einfache simple Zubereitung, welche auch für die ganze Familie brauchbar ist. Dann sollten die Rezepte auch während einer Therapie einsetzbar sein, dafür gibt es ein Register für diverse Beschwerdebilder. Selbst kochen bedeutet auch, dass ich weiß, welche Inhaltsstoffe das Essen enthält. Auch wenn es in der Ernährungstherapie gegen Krebs keine Wundermittel gibt, macht Kochen Mut, trotz der Erkrankung wieder in den Alltag zurückzufinden. Die richtige Ernährung kann auch die Nebenwirkungen einer Krebstherapie, wie Übelkeit, Verdauungsprobleme und Mundtrockenheit, lindern und bekämpfen. Mit den richtigen Speisen wird das Immunsystem zusätzlich gestärkt und dem geschwächten Körper die nötige Energie zugeführt. Wieder selbst zu kochen heißt auch, sich zu besinnen und sich Zeit für sich zu nehmen.

 

Die Experten
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„Der Mensch lässt nichts so nah an sich heran wie sein Essen.“ Claudia Petru, Diätologin und Vorsitzende der Frauen- und Brustkrebshilfe Österreich (© Petru)
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„Die Möglichkeit, durch bewusste Ernährungsweise selbst etwas gegen Tumorerkrankungen tun zu können, ist aus meiner langjährigen Erfahrung als Onkologe für Betroffene von großer Bedeutung.“ Univ.-Prof. Dr. Edgar Petru, Gynäkologe (© Petru)

Eine Kostprobe gefällig? Drei köstlich wohltuende Rezepte

Rote-Bete-Kartoffel-Suppe mit Walnüssen und Meerrettich

GUT GEEIGNET BEI
Appetitlosigkeit • Mundtrockenheit • Schluckbeschwerden • Verstopfung
294 kcal je Portion • für Diabetiker geeignet • reich an Omega-3-Fettsäuren, ballaststoffreich 

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

250 g Rote Bete
250 g Kartoffeln
1 große Zwiebel*
100 g Walnüsse*
1 EL Rapsöl
2 TL Gemüsesalz (Wurzelwerk,
Liebstöckel, Petersilie, Salz)
ca. 500 ml Gemüsesuppe
(siehe Grundrezept S. 29) oder Wasser
Salz und Pfeffer
100 ml laktosefreie saure Sahne
etwas Meerrettich zum Garnieren

* Bei Unverträglichkeit die Zwiebel weglassen, bei Schluckbeschwerden auf die Walnüsse verzichten.

ZUBEREITUNG
Ca. 20 Min. ohne Garzeit
Die Rote Bete und die Kartoffeln schälen und in Würfel oder Spalten schneiden. Die Zwiebel fein hacken, mit den Walnüssen in Öl anschwitzen und vorsichtig rösten. Kartoffeln, Rote Bete und Gemüsesalz dazugeben, mit der Suppe oder dem Wasser aufgießen und bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Die Suppe pürieren und je nach gewünschter Konsistenz eventuell noch mit Wasser verdünnen, würzen und mit der sauren Sahne verfeinern. Die Suppe in vorgewärmten Tellern anrichten und mit frisch geriebenem Meerrettich garnieren.

TIPP
Diese Suppe beinhaltet gleich drei Zutaten, die aufgrund ihrer besonders gesunden Inhaltsstoffe als „Superfoods“ gelten: Rote Bete, Walnüsse und Meerrettich sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, Meerrettich wirkt zusätzlich antibakteriell.

Lachsforelle auf Ofengemüse

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(© Mona Lorenz)

GUT GEEIGNET BEI

Appetitlosigkeit • Blähungen • Mundtrockenheit • Verstopfung
666 kcal je Portion • für Diabetiker geeignet • reich an Omega-3-Fettsäuren, ballaststoffreich

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN OFENGEMÜSE
1 kg Tomaten
1 Knoblauchknolle
2 Fenchelknollen
4 EL Rapsöl
einige Basilikum-, Thymian- und Estragonstiele
Salz und Pfeffer
Lachsforelle
ca. 800 g Lachsforellenfilet
Salz und Pfeffer
1 EL Rapsöl
1 Zitrone (unbehandelt), in Scheiben geschnitten

 

ZUBEREITUNG 

Ca. 30 MIN. OHNE GARZEIT
Die Tomaten waschen, vom Stielansatz befreien und je nach Größe halbieren oder vierteln. Tomaten und halbierte Knoblauchknolle in einen Bräter geben, 2 EL Rapsöl zugeben. Fenchel waschen, das Grün abschneiden und beiseitelegen, die Knollen in Spalten schneiden. In einer Pfanne 2 EL Rapsöl erwärmen, Fenchelspalten dazugeben und rundum kurz anbraten. Angebratenen Fenchel auf den Tomaten im Bräter verteilen, Kräuter zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Bräter auf einem Rost auf der untersten Schiene in den vorgeheizten Backofen schieben und das Gemüse bei 180 °C Umluft ca. 20 Minuten schmoren, die Knoblauch­knollenhälften entfernen.

Das Lachsforellenfilet mit Salz und Pfeffer würzen, Rapsöl in einer Pfanne erwärmen. Den Fisch mit der Hautseite nach unten einlegen und einige Minuten braten, Zitronenscheiben dazugeben, anbraten und einige Male wenden. Den Bräter aus dem Ofen nehmen, Fisch mit der Hautseite nach oben auf die Tomaten legen und mit Zitronenscheiben belegen. Den Bräter weitere 8-10 Minuten in den Ofen stellen, danach herausnehmen und die Lachsforelle auf Ofengemüse mit Fenchelgrün garniert servieren.

Mandelcreme mit Beeren

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(© Mona Lorenz)

GUT GEEIGNET BEI

Appetitlosigkeit • Blähungen • Mundschleimhautentzündung • Mundtrockenheit Schluckbeschwerden • Übelkeit • Verstopfung 
113 kcal je Portion • für Diabetiker geeignet

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN
500 ml ungesüßter Mandeldrink
1 Vanilleschote
2 EL Honig
10 g Agar-Agar
1 Msp. Kardamompulver
1 Prise Salz
1 Prise Zimt
150 g Erdbeeren (wahlweise andere saisonale Beeren)

ZUBEREITUNG 

CA. 10 MIN. OHNE WARTEZEIT
Den Mandeldrink in einen geeigneten Topf gießen, das ausgekratzte Vanilleschotenmark sowie die restlichen Zutaten zugeben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Die Creme 3 Min. leicht köcheln lassen, dann vom Herd nehmen. Portionsförmchen oder Gläser mit kaltem Wasser ausspülen, Creme einfüllen und für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen, vor dem Servieren mit frischen Erdbeeren garnieren.

 

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Claudia Petru: „KOCHEN GEGEN KREBS. Ernährung bei Brust- oder Prostatakrebs“, Leopold Stocker Verlag, ISBN 978-3-7020-1634-0; € 19,90
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