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Lifestyle | 20.11.2017

Karibu Sana!

Sie ist ein bewahrter Garten Eden, die endlose Wildnis der Maasai Steppe zwischen Kilimanjaro und Mount Meru. Bei Africa Amini Life in Momella taucht man hier in ein Come-together der Kulturen ein. Einen Urlaub lang, der das Leben verändert. Mit nachhaltigem Tourismus in seiner edelsten Form.

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(© Gerwald Anderle)

Über 130 Volksgruppen, 128 Sprachen – so könnte man die Vielfalt der Vereinigten Republik Tansanias abtun. Aber es ist viel mehr. Nirgendwo sonst auf dem afrikanischen Kontinent liegen derart spektakuläre Natur-Highlights so dicht nebeneinander, wie in dem Land zwischen Kilimanjaro und Mount Meru mit seinen sechs unvergleichlichen Nationalparks. Ein Paradies, das sich dem Safari-Liebhaber von den endlosen Savannen der Serengeti über die Olduvai-Schlucht, die als Wiege der Menschheit gilt, dem spektakulären Ngorongoro-Krater, dem Lake Manyara mit abertausenden Flamingos bis zum Tarangire Nationalpark erstreckt.

Angekommen! Von Wien aus, mit einem Zwischenstopp in Addis Abeba, landen wir am Kilimanjaro Airport, wo uns gleich unser Fahrer willkommen heißt, der uns nach Momella bringt. Momella, das ersehnte Ziel unserer Reise, um endlich sie zu besuchen: DDr. Christine Wallner, über die ich in der ersten Ausgabe unserer NIEDERÖSTERREICHERIN bereits berichten durfte. Sieben Jahre nun lebt sie hier, die Juristin und Ärztin, aufgewachsen bei den Großeltern Wilfing im Gasthaus am Hauptplatz von Obermallebarn. Im Alter von 64 Jahren verkaufte sie all ihr Hab und Gut, inklusive einer gut gehenden Praxis in Wien, und gründete in der Hochebene der Meru und Maasai ihre erste Krankenstation. Nach einigen Besuchen des Projektes ihrer Mutter blieb auch Tochter Cornelia Wallner-Frisee, ebenfalls Ärztin und Betriebswirtin, mit ihren beiden Kindern Fabio und Clara hier. Heute sind die beiden ein eingespieltes Team, die mit ihrer kombinierten Methode aus Schulmedizin und Naturheilkunde bereits zigtausende Menschen behandelten. Sieben Jahre, in denen neben den Krankenstationen, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsprojekten, ein Waisenhaus und vier Schulen entstanden. Diese Projekte, die Hunderten Einheimischen Arbeit und ein regelmäßiges Einkommen sichern, werden durch Spenden, aber auch genauso durch das nachhaltige Tourismusprojekt „Africa Amini Life“ finanziert. „Mzungu!“ rufen die Kinder lachend am Rand der holprigen Piste, die uns vorbei an Rinder- und Ziegenherden sowie an tausenden Flamingos durch den Busch nach Momella führt, und gleich kann ich sie in die Arme schließen, die Ärztin, die hier „Mama Alama“ genannt wird. Karibu sana!

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Ein perfektes Team. Cornelia Wallner-Frisee und Christine Wallner – die beiden Ärztinnen leiten Afrika Amini Alama. (© Africa Amini Life)
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Die Kinder beim täglichen Holzsammeln (© Gerwald Anderle)
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„Mzungu!“ rufen freudig die Menschen entlang der Buschpiste. (© Gerwald Anderle)
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Die Schneiderinnen fertigen jeden Wunsch an. (© Gerwald Anderle)

Out of Africa. Noch bevor wir zu unserer Unterkunft, dem Hilside Retreat, auf einer 1.600-Meter-Hochebene hinauffahren, besuchen wir das kleine „Restaurant“ gleich neben dem 1.000 Jahre alten Baum, dem Sykamore Fig Tree, um den die ersten Häuser des Projektes erbaut wurden. Hierher werden wir noch oft kommen, denn es ist der Treffpunkt der vielen freiwilligen Helfer, Ärzte, Lehrer und Sozialarbeiter, die ihren Urlaub zur Mitarbeit im Projekt verwenden. Ein fröhliche Gruppe, die uns sofort zu einem Teil des Ganzen werden lässt. Mit ihnen werden wir den farbenprächtigen Wochenmarkt besuchen, Freitag abends gemeinsam mit den Maasai und Merus um das Lagerfeuer sitzen und uns im Gitarrenspiel versuchen. Popsongs und Country-Schnulzen treffen auf Kenyas Safarisound „Jambo Bwana“. Unvergesslich! Das Hilside Retreat liegt auf einem Kraftplatz direkt an der Grenze zum Arusha Nationalpark mit einem atemberaubenden Blick zum Mount Meru, Mukuru und auf die beruhigende Atmosphäre des Regenwaldes. Die liebevoll eingerichtete Villa hat eine prachtvolle Terrasse, mehrere Bäder und einen privaten, kleinen Pool. Die bezaubernde junge Köchin und auch der Fahrer, Guide und Watchman wachsen uns in diesen Wochen, neben der fürsorglichen Betreuung, mit ihren täglichen Aufmerksamkeiten so sehr ans Herz, dass wir gar nicht ans Abschiednehmen denken können.

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Ideal für Familien: Die Hotelinis (© Africa Amini Life)
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Abenteuer im Luxus-Zelt (© Africa Amini Life)
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Angenehmes Wohnen im Hillside Retreat (© Africa Amini Life)

Bandas, Zelte und Hotelinis. All diesen Unterkünften ist gemein, dass sie inmitten der Natur liegen, geborgen unter Akazienbäumen, die am Morgen von den Giraffen besucht werden, um an ihren Blättern zu naschen. Die Gästehäuser und Hotelini sind mit WC, Duschen oder Badewannen sowie Solaranlagen für die Stromversorgung wie auch mit WLAN ausgestattet und sind ideal für Familien mit Kindern, die sich hier richtig austoben können. Am Morgen wird man mit einem Brunch auf seiner privaten Terrasse verwöhnt, das 3-gängige Abendmenü hingegen nimmt man auf der Veranda ein, während darunter die afrikanische Tierwelt durch die Savanne streift. Ab 18 Uhr beginnt der Watchman seinen Nachtdienst und entfacht bei den Feuerstellen vor den einzelnen Häusern oder Zelten ein romantisches Lagerfeuer.

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Willkommensritual der Maasai (© Gerwald Anderle)
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Zuhause in der Boma (© Gerwald Anderle)
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Tagesausklang am Pool (© Gerwald Anderle)
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Köstliche Gerichte verwöhnen die Gäste. (© Gerwald Anderle)

Die Africa Amini Maasai Lodge. Es war Abend, als ein schwerverletzter Junge zu Christine gebracht wurde. Das Hemd klebte am blutenden Rücken. Peitschenhiebe. Weil der elfjährige Hirte eine Ziege verloren hatte. Nach wochenlanger Pflege bringt die Ärztin das Kind zurück in sein Heimatdorf – in das Land der Tausend Hügel. „Ich habe geweint – auch, weil es hier gar so schön ist“, erzählt sie von dem Augenblick der Abendstimmung, wenn der Kilimanjaro in ein kräftiges Rot taucht. Hier an diesem besonderen Ort, am Fuße des Kilimanjaro, stifteten ihr die Maasai von Ngabobo als Dank für die kontinuierliche Unterstützung ein 200 Hektar großes Natur- und Wildschutzgebiet und hier erschuf sie die Krönung ihres Tourismusprojektes: die solarbetriebene „Maasai Lodge“. Mit einem afrikanischen Buschmesser, dem „panga“, zeichnete sie die Umrahmung der sieben Hütten, den „pomas“, die hier entstanden. Die Einrichtung ist von Hand der Maasai gefertigt, herausgeschnitten aus mächtigen Holzstämmen, und liebevoll von den Maasaifrauen dekoriert. Noch im Bett liegend kann man über die Savanne bis nach Kenia blicken. Als wir durch die Steppe hinauffahren, begrüßen uns die Maasai mit ihrem Zeremoniell: Singen, Tanzen und einem Willkommenstrunk. Blut. Mir wird auf der Stelle übel, aber ich weiß, dass ich nicht ablehnen kann. Der erste Schluck. Augen zu. Lautes Zungenschnalzen und Gelächter. Es ist ein Cocktail aus Hibiskussaft, Limette und Ingwer und er schmeckt köstlich! Wir sind nun aufgenommen in der Heimat der Maasai, um in den folgenden Tagen ganz in ihre Welt mit ihren Ritualen und Traditionen einzutauchen.

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So wohnt man in der Massai Lodge (© Gerwald Anderle)
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Der Gelöbnisberg in der Maasai Lodge: Hier kann man heiraten oder einander ein ganz persönliches Versprechen geben. (© Gerwald Anderle)
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Ganz nah dran (© Gerwald Anderle)
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(© Gerwald Anderle)

Danke Niederösterreich! Die Rückfahrt nach Momella hält für mich eine unglaubliche Überraschung bereit. Christine zeigt mir mitten in der Wildnis die Africa Amini Alama-Schule von Pamoja und ein daneben liegendes großes Grundstück. „Hier“, sagt sie, mich an der Hand nehmend, „entsteht die erste Secundary School, wo die Kinder aus den drei Primary Schools künftig bis zur Universitätsreife ausgebildet werden. Diese Schule wurde ermöglicht, weil junge Menschen am heurigen Tag der Landjugend in Wieselburg je einen Fünf-Euro-Schein spendeten. Ein beträchtlicher Betrag, der von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner noch aufgebessert wurde. Und jetzt wird gebaut.“ Ein Stück Niederösterreich, am Fuße des Kilimanjaro, welches diesen Kindern einen Start in ein besseres Leben ermöglichen wird.

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Der Schulhof. In Pamoja entsteht mit Geldern aus NÖ die erste Secundary School. (© Gerwald Anderle)

Africa, ich glaube an dich! Es gäbe noch so viel zu berichten. Von den Besuchen in den Schulen, der Bienenzucht, der Wanderung zum Mount Meru-Krater, unseren Touren mit den Dorfältesten auf den Spuren von alten Heilpraktikern. „Wir haben Heilkräuter, die es in dieser Erde gibt, angebaut, behandeln mit Homöopathie und haben gute Erfolge. Das Wissen um die eigenen Heilkräuter geht auch hier leider verloren, denn das Pillenschlucken ist modern geworden“, sagt Christine, die den Gästen ihre ärztliche Tätigkeit lediglich gegen eine kleine Spende für die Krankenstation anbietet. In der Näherei habe ich wunderschöne afrikanische Kleider für meine Kinder und Enkelkinder sowie Schmuck der Maasaifrauen erstanden. Und auf unserer Safari im Tarangire Nationalpark kamen wir den Zebras, Elefanten, Giraffen und Löwen unglaublich nahe. Wie den Menschen, die uns für diese Zeit in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Eine Zeit, die unser Leben für immer bereichert hat.

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Afrikanische Stoffe. Ich überbringe ein Dankeschön an die Landeshauptfrau. (© Privat)

Infos & Kontakte:

www.africaaminialama.com,
www.africaaminilife.com
Spendenkonto:
IBAN: AT14 1200 0518 4603 1508
BIC: BKAUATWW
ZVR-Zahl: 517623687

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