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Lifestyle | 21.08.2015

50 Shades of Grey

Heute erscheint „Grey. Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt“. Bestsellerautorin E. L. James hat die„Shades of Grey“-Story diesmal aus der Sicht von Milliardär Christian Grey geschrieben. Eine Einführung in den neuen Sommer-Bestseller ...

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Egal, ob Ihr schon immer ein Superfan wart oder ob Sie die Farbe Grau nicht mehr sehen könnt – es ist unmöglich, diese Neuerscheinung zu ignorieren. Von Australien bis Großbritannien wurde sie fieberhaft erwartet, und es gab sofort eine Flut an Vor­bestellungen.

Kein Zweifel, dass „Grey“ an den großen Erfolg der erotischen Roman-Trilogie aus den Jahren 2011 bis 2012 anknüpfen wird. James schilderte dort die Sado-Maso-Beziehung zwischen der 21-jährigen Studentin Anastasia Steele und dem sechs Jahre älteren Unternehmer und Milliardär Christian Grey und machte damit die erotische Literatur salonfähig. Vor allem bei Frauen. Weltweit wurden mehr als 125 Millionen Exemplare verkauft und das Buch wurde in 52 Sprachen übersetzt. Der erste Roman gilt damit als das Taschenbuch, das sich in Großbritannien am schnellsten verkaufte, noch vor den Taschenbuchausgaben der Harry-Potter-Romane. Die Verfilmung spielte fast eine halbe Milliarde Euro ein.

Mit dem neuen Buch – einem Remix der bereits bekannten Geschichte – reagiere E. L. James auf die Wünsche tausender Fans, die mehr von Christians Innenleben erfahren wollten, schreibt sie in ihrem Blog. „Christian ist ein komplizierter Charakter“, heißt es dort weiter. Die Leserinnen sollen erfahren, wie er zu diesem Menschen mit sadistischen sexuellen Vorlieben wurde, was er wirklich denkt und fühlt. Im Klappentext heißt es: „In Christians eigenen Worten und durch seine eigenen Gedanken, Reflexionen und Träume eröffnet uns E. L. James eine neue Perspektive auf diese Liebesgeschichte, die Millionen von Lesern weltweit begeistert hat.“

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Kassenschlager. Die Verfilmung mit Dakota Johnson und Jamie Dornan war ein Kassenschlager. Premiere war am 11. Februar 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Schmutziger Perspektivenwechsel. Weil diese merkwürdige, leidenschaftliche, schmerz- und lustvolle (Liebes-) Geschichte aus der versauten Perspektive des machthungrigen Frauenschwarms erzählt wird, kommt das Buch auch schmutziger als die Vorgänger daher. Christian hat – im Gegensatz zu Ana – keine Probleme, genau das auszusprechen, was er will und wie er es will. „Sie kann nicht einmal f*** oder Sex sagen“, stellt er gleich zu Beginn des Romans fest. Meist ist seine Sprache zu deftig, um sie hier in vollem Wortlaut zitieren zu können. Seine tiefsten, dunkelsten Sehnsüchte treten zutage, so etwa sein Tagtraum über Ana, gefesselt an seine Bank, und „eine geschälte Ingwer-Wurzel“, die definitiv nicht zum Kochen verwendet wird. Dazu kommen Christians traumatische Kindheitserlebnisse und Albträume, die immer wieder auftauchen. Seine Mutter wird als drogenabhängige Hure geschildert, die von ihrem Zuhälter ausgenützt wird. Sie zeigt keinerlei Interesse an Klein-Christian, und er wird adoptiert. Wir erfahren auch viel über Elena, die Frau, von der Christian verführt wurde, als er 15 war, und die ihn in die Welt des BDSM eingeführt hat. Trotz all dieser Erklärungsversuche fällt es schwer, ihn zu mögen. Irgendwie sollte man Mitleid mit ihm haben, aber es gelingt nicht so recht, man wird das Gefühl nicht los, dass er letztlich im Gefängnis landen sollte.

Als er Ana das erste Mal begegnet, muss er seinen Ärger über ihre Ungeschicklichkeit unterdrücken. Er analysiert ihr Outfit und findet, dass sie schlecht gekleidet ist. Und trotzdem wird er in ihren Bann gezogen. „Frieden? Ich kenne keinen Frieden mehr, seit Fräulein Steele in mein Büro kam.“ Und nach dem ersten Kaffee: „Whoa. Sie ist zornig und in jeder Silbe meines Namens schwingt Verachtung mit. Das ist absolut neu für mich. Und sie geht fort. Ich möchte nicht, dass sie geht.“ Christian fürchtet sich vor seinen starken Gefühlen für Ana und will seine Sehnsüchte in den Griff bekommen: „Die Reaktion meines Körpers irritiert mich. Vielleicht wird das aufhören, wenn ich sie fessle, f*** und prügle … und nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge. Yeah. Das ist es, was ich brauche.“

Aber da blitzt auch so etwas wie echte Sorge auf, als Ana sich in einer Bar in Portland betrinkt: „Angst kriecht in meine Eingeweide. Sie ist eine junge Frau, betrunken, irgendwo in Portland. Sie ist nicht sicher.“ Doch als sie sich dann auf dem Gehsteig übergeben muss, versucht er wieder, sie zu dominieren: „Lass uns Spaß haben.“

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Kontrollfreak Christian unternimmt mehrere Recherchen über Anas Vergangenheit. Aber selbst hat er sich bei weitem nicht so unter Kontrolle, wie er gerne möchte. Ein Knutschfleck von Ana, und er gerät total aus dem Häuschen. Aber er entdeckt auch neue Seiten an sich: „Ich habe noch nie mit einer Frau geschlafen. Ich habe viele gev…, aber neben einer verführerischen jungen Frau aufzuwachen ist eine neue und stimulierende Erfahrung. Mein Schw… mag das.“ Andererseits plagt ihn auch das schlechte Gewissen: „Ich wache mit einem durchdringenden Schuldgefühl auf, als ob ich eine schreckliche Sünde begangen hätte. Ist es, weil ich Anastasia Steele gev… habe? Eine Jungfrau?“ Eines Abends nimmt er Ana zum Dinner zu seinen Eltern mit. Nach einem Streit landen die beiden natürlich wieder im Bett: „Ein Abend bei meinen Eltern, und sie erwartet Serenaden, Sonnenuntergänge und Spaziergänge im Regen. Das ist nicht mein Ding. Ich habe es ihr gesagt. Ich bin nicht romantisch. Ich seufze tief, als ich meine Unterhosen ausziehe. Ich werde dir jetzt den Hintern versohlen, nicht als Bestrafung, sondern zu deinem Vergnügen, und zu meinem.“

Und so geht es weiter mit Sex, teurem Alkohol, endlosen Anspielungen, dass Ana zu wenig esse, und unruhigen Träumen aus Christians Kindheit. „Ein Schüttelfrost weckt mich. Ich bin in Schweiß gebadet und mein Herz klopft wie verrückt. Abrupt setze ich mich im Bett auf. Sch… Das unheimliche Geräusch war von mir gekommen.“

Das Buch endet mit einer Traumsequenz, einer Rückblende in Christians Kindheit und seinen letzten Worten: „Heute werde ich sie zurückgewinnen.“ Vermutlich arbeitet E. L. James bereits an den nächsten beiden Büchern, erzählt aus Christians Perspektive.

Lob auf Amazon. Kritiker rezensieren die Reihe meist negativ, im englischen Sprachraum kursiert der Begriff „Mommy-Porn“ – Pornografie für Muttis. „The Guardian“ bezeichnet die Liebesgeschichte gar als „verkorkstes Werk eines kompletten Psychopathen“ und als „unglaublich grauslich“. Aber die Meinung der Kritiker hat die Leserinnen ohnehin nie interessiert. Bei Amazon steht „Grey“ bereits in den USA und Großbritannien auf Platz eins. Echte Fans sind begeistert von dem Buch: „Es war es wert, zu warten“, schreibt eine Leserin bei amazon.co.uk. „Einige werden sagen, dass die Sprache nicht anspruchsvoll ist, aber mein Gott, das ist es, wonach die Fans gefragt haben, und genau das liefert sie“, heißt es dort weiter. „Das beste Buch, das ich je gelesen habe“, lautet ein anderer Kommentar.

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Bettgeschichten. Die Trilogie brachte die erotische Fantasie vieler Frauen zum Blühen.

Das neue Buch „Grey“ - Die Facts:

Das vierte Buch von E. L. James (52) polarisiert. Die britische Bestsellerautorin hat ihre „Fifty Shades of Grey“-Story um den schwerreichen, attraktiven, aber traumatisierten Christian Grey, der die unschuldige Studentin Ana Steele in seine SM-Welt entführt, aus Christians Sicht neu erzählt. Am 18. Juni erschien die englische Version. Wer das Buch auf Deutsch lesen möchte, darf nun auch endlich losstarten. „Grey. Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt“ erscheint heute, am 21. August. Die Grey- Fans haben sehnlichst gewartet und zählten die Stunden, auf Twitter gibt es sogar mehrere Countdowns.

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E. L. James. „Jeder, der schon mal in einer Beziehung war, weiß, es gibt zwei Seiten von jeder Geschichte.“

Redaktion: Ursula Scheidl
Bilder: Rex Features / picturedesk.com, Getty Images, Universal Pictures

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