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Lifestyle | 19.01.2017

Heißhunger aufgeklärt

Eine neue Studie belegt, dass zucker- und fettreiche Lebensmittel Fressattacken auslösen.

Heißhunger aufgeklärt (© Cover Media)
Heißhunger aufgeklärt (© Cover Media)

Kennen Sie das Gefühl? Man gönnt sich ein klitzekleines Stück Schokolade, und trotz aller guten Vorsätze ist eine Stunde später die gesamte Tafel verdrückt. Das liegt jedoch nicht nur an mangelnder Selbstbeherrschung.

Amerikanische Forscher haben nun nämlich herausgefunden, dass der Verzehr von zucker- und fettreichen Snacks zu Heißhungerattacken führt.

Sie vermuten, dass diese Lebensmittel bestimmte Rezeptoren im Gehirn aktivieren, die Lust auf mehr machen und somit Heißhunger und Fressattacken auslösen. Die Wissenschaftler verglichen diesen Effekt mit der Wirkung von Cannabis, das bei vielen Menschen die sogenannten Munchies auslöst.

Die Forscher der University of California Riverside prüften ihre Theorie an einer Gruppe von Labormäusen. Die Hälfte der Tiere wurde 60 Tage lang mit einer westlichen Diät ernährt, die viel Zucker und Fett enthielt. Die Kontrollgruppe wurde stattdessen mit zucker- und fettarmer Kost ernährt.

Daraufhin stellten die Forscher fest, dass die Tiere, die ungesund ernährt worden waren, deutlich an Gewicht zugenommen hatten. Außerdem lies ihr Verhalten auf Hyperphagie schließen - einen Zustand, der das abnormale Verlangen, exzessiv viel zu essen, beschreibt. Die Mäuse aßen schneller und nahmen insgesamt deutlich mehr Kalorien zu sich. Außerdem wiesen sie höhere Werte an Endocannabinoiden auf, die eine ähnliche Wirkung wie Cannabis auf den Körper haben.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Moleküle Signale senden, die beim Konsum von ungesundem Essen das Verlangen nach einer Belohnung auslösen. Daher werden daraufhin deutlich mehr Kalorien konsumiert. Diese Theorie konnte weiter belegt werden, als die Forscher das Experiment umdrehten, und den Mäusen einen Blocker gegen Endocannabinoide verabreichten.

"Die Droge, die wir verwendet haben, blockiert die Endocannabinoid-Rezeptoren, woraufhin die Mäuse deutlich weniger ungesundes Essen zu sich nahmen", erklärte der Co-Autor der Studie, Dr. Nicholas DiPatrizio, Assistenzprofessor für Biomedical Sciences an der University of California Riverside.

"So können wir durch den das Gehirn kontrollieren. Indem wir die Rezeptoren in den periphenen Organen durch Drogen beeinflussen, die keine Nebenwirkungen haben und nicht ins Blut übergehen, könnten wir so Fressattacken und Fettleibigkeit vorbeugen", fügte er hinzu.

© covermg.com

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