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Lifestyle | 31.01.2017

Lieber Schmerzen aushalten, als zum Arzt zu gehen?

Viele Menschen fürchten sich vorm Gang zum Arzt und gehen deshalb lieber erst gar nicht. Doch was hilft gegen die Panik?

Lieber Schmerzen aushalten, als zum Arzt zu gehen? (© Cover Media)
Lieber Schmerzen aushalten, als zum Arzt zu gehen? (© Cover Media)

Man entdeckt eine seltsame Beule unter der Haut, klagt seit Tagen über Schmerzen im Unterleib oder blutet plötzlich ohne Erklärung aus der Nase - klar, da ist ein Gang zum Hausarzt angesagt. Doch immer mehr Menschen scheuen diesen Weg: paradoxerweise aus Angst vor einem schlechten Befund. Der britische Gesundheitsreport Health2020 kam nun zu dem Ergebnis, dass rund ein Drittel aller Briten den Besuch beim Doktor genau aus diesem Grund hinauszögert. Neben einer Angst vor etwa der Diagnose Krebs, fürchten sich die Befragten vor der potentiellen Behandlung, einem Krankenhausaufenthalt, unter Druck gesetzt zu werden, schwach zu erscheinen oder sogar vor der Nebenwirkung einer sexuellen Dysfunktion.

Tatsächlich scheinen gerade die Risikogruppen sich vor einem Arztbesuch zu scheuen: darunter fallen Raucher, Trinker, Übergewichtige und Menschen mit schlechten Ernährungsgewohnheiten. Zudem kneifen eher Männer als Frauen, jedoch wagen Ehemänner eher den Gang als ihre unverheirateten Geschlechtsgenossen.

Im Extremfall nennt man die Furcht vor dem Arzt Iatrophobie, auch in Deutschland leiden laut einer Erhebung des Berufsverbandes der Allgemeinärzte etwa zwei Millionen Deutsche unter der umgangssprachlichen Weißkittelkrankheit. Leider entsteht oft ein Teufelskreis aus dieser Phobie: Weil Betroffene nicht zum Arzt gehen, verschleppen sie womöglich eine harmlose und leicht behandelbare Krankheit, die am Ende dann wirklich bedrohlich werden kann.

Doch woher kommt diese Angst? Wie so oft liegt der Schlüssel in unserer Kindheit. Schlechte Erfahrungen beispielsweise beim Zahnarzt oder ein früher Krankenhausaufenthalt prägen uns und manche bekommen schon beim Gedanken an weiße Flure oder den Geruch von Desinfektionsmitteln Schweißausbrüche.

In extremen Fällen hilft eine Psychotherapie, bei der durch gezielte Entspannungsübungen die Furcht vorm Arztbesuch genommen werden soll. Ziel ist es, zunächst gemeinsam mit dem Therapeuten einen Termin beim Doktor wahrzunehmen, später folgt der Gang dann alleine.

Doch oft hilft es Betroffenen schon, ganz offen mit ihrem Arzt darüber zu sprechen, zur Not auch erstmal am Telefon - ein guter und einfühlsamer Arzt nimmt sich die Extrazeit für Sie. Sollten Sie das Gefühl haben, er nimmt Sie nicht ernst, dann scheuen Sie sich nicht und wechseln die Praxis.

Mittlerweile gibt es sogar Ärzte, die sich auf Angstpatienten eingestellt haben. So kommen sogar Hypnose und Lachgas zur Entspannung zum Einsatz. Und der Gang zum Arzt fällt bei jedem positiven Erlebnis wieder etwas leichter...

© covermg.com

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