Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 19.02.2016

Am Kap des guten Geschmacks

Die Schönheits-Ärztin Eva Wegrostek verrät uns ihre ganz persönlichen Hotspots in Kapstadt und gibt Einblicke in das Leben zwischen zwei Welten.

Bild GettyImages-144058271.jpg
Das Kap der Guten ­Hoffnung – der Inbegriff Südafrikas. © iStock by Getty Images

Tafeln unter dem Tafelberg lautet die inoffi­zielle Touristen-Diszi­plin Nummer 1, denn wer Kapstadt besucht, der kommt aus dem Schlemmen gar nicht mehr heraus. Längst ist der südlichste Zipfel Südafrikas kein Insidertipp mehr. Ein Gourmet-Hotspot übertrumpft den nächsten. Beauty-Ärztin Eva Wegrostek besuchte gerade ihre Tochter Isabelle. Die Medizinstudentin absolviert ihr PJ (praktisches Jahr) auf der Unfallchirurgie. Mit von der Partie auch Evas Freundin, Star-Coiffeurin Barbara Reichard.

Bild IMG_6615.JPG
Eva Wegrostek reiste mit ihrer Freundin, Starfriseurin Barbara Reichard.

Zwei Welten: Natürlich ist das ­Thema Apartheid offiziell keines mehr, aber Isabelle erzählte ihrer Mutter von der harten Realität aus dem Spitalsleben: „Schusswunden und abgehackte Gliedmaßen stehen auf der Tagesordnung. Viele Bewohner der Townships kommen auch erst ins Krankenhaus, wenn es fast zu spät ist. Ihnen fehlt die Bildung, um zu wissen, dass Schmerzen ein Alarmsignal sind.“ Dabei ist die ­medizinische Versorgung in Kapstadt gratis. Ein Teil des Gehalts von Gutverdienern, vorwiegend Weißen, wird für soziale Zwecke eingezahlt. Kriminalität, vor allem Beschaffungskriminalität für Drogen, ist allgegenwärtig. Ob Eva Wegrostek nicht schrecklich ­besorgt um das Wohl ihrer Tochter ist? „Du hast Respekt. Es gibt ungeschrie­bene Ge­setze, wo man wohnt, wo man sich bewegt und wo man sich nicht bewegt. Und umgekehrt ist das genauso. Man muss sich vorstellen, in den Townships herrschen eigene Gesetze. Die ­Polizei mischt sich dort nicht ein.“

Bild IMG_6343.JPG
Eva Wegrostek besuchte Tochter Isabelle, die in Kapstadt Medizin studiert.

Doch dieses Fleckchen Erde ist von atemberaubender Schönheit, sodass sich Eva, Isabelle und Barbara auf kulinarische Exkursion begaben. Eva Wegrostek: „Zu Beginn empfehle ich jedem eine Hop-on-hop-off-Tour mit dem roten Bus entlang der Küste. Camps Bay und Clifton Bay sind die schönsten Strände. Unbedingt sollte man sich die ‚Waterfront‘ mit ihren Shoppingmalls und Hout Bay anschauen.“ Letzteres ist ein upcoming Viertel mit Künstlershops und kleinen Boutiquen. „Zum Beispiel sollte man im ‚Stokkiesdraai‘ unbedingt Biltong, eine Spezialität des Landes, ­kosten, das ist getrocknetes Rindfleisch.“
Rinder, so fett und pelzig, grasen auf den sattgrünen Wiesen im Hinterland. Die fangfrischen Fische und Meeresfrüchte scheinen dort, wo der Atlantische Ozean auf den Indischen trifft, ein besonders herrliches Aroma zu entwickeln. Und das Gute ist, dass man eben auch völlig leichtes Essen kredenzt bekommt, denn man isst praktisch rund um die Uhr.

Evas Gourmet-Hotspots: Lunch im hippen Beach-Restaurant „Dunes“. Sundowner im „Twelve Apostles“. Abend­essen im „Kloof Street House“ in der City. Eva Wegrostek: „Da die ­Küche wirklich herrlich ist und die Restaurantszene in Kapstadt boomt, empfiehlt es sich wirklich, Monate im Vorhinein zu reservieren.“

Bild IMG_6423.JPG
Auch leichtes Essen bekommt man in Kapstadt rund um die Uhr.

Ausflüge: Das obligate Foto am Kap der Guten Hoffnung darf nicht fehlen. Unweit davon entfernt befindet sich ein Traumstrand, der gerne von Künstlern frequentiert wird. Im Meer sieht man allerdings nicht viele. „Es hat unter 20 Grad und war mir einfach zu kalt. Außerdem weht immer ein bisschen Wind, sodass man tagsüber oft einen Pulli verträgt.“ Auch inmitten des ­Naturschauspiels darf das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Hier empfiehlt Eva das „Live Bait“: schönste Brandung, beste Aussicht, tolles Essen.

Bild IMG_6627.JPG
Beauty-Doc Eva Wegrostek vor einmaliger Kulisse – am Kap der Guten Hoffnung.
Bild GettyImages-167081935.jpg
Der Tafelberg. Manchmal setzt das Wahrzeichen Kapstadt ein kleines Hauberl auf. Es weht oft ein kühles Lüfterl. © iStock by Getty Images

Tour de vin: Besonders bekannt ist Kapstadt für seine vielen Weingüter, die teilweise noch aus der Kolonialzeit stammen. Am besten, man mietet sich einen Wagen, dann ist man in 30 bis 60 Autominuten im Weinparadies. Besonders stylisch ist das Gut „Steenberg“. Es wirkt mit seinen Lounges wie ein Designer-Hotel. Luxus pur bietet das „Lanzerac Hotel & Spa“ dem Touristen mit dicker Geldbörse. Ganz gratis ist hingegen der Blick auf die Landschaft, die eigens für den Weinbau bewässert wurde. Wer es gemütlicher mag, geht ins „Buitenverwachting“, das am ehesten mit unseren Heurigen vergleichbar ist.

Bild IMG_6780.JPG
Vom Infinitypool im Luxushotel „Lanzerac“ aus kann man dem Wein stundenlang beim Wachsen zusehen.
Lanzerac Hotel & Spa
Bild IMG_6551.JPG
Lanzerac Hotel & Spa: Luxus pur inmitten der Weinberge um Kapstadt.
Bild IMG_6486.JPG
Lanzerac Hotel & Spa: Luxus pur inmitten der Weinberge um Kapstadt.

Vor der Heimreise lässt sich der Urlaub noch bei ­einem Picknick im „Boschendal“ Revue passieren. Eva Wegrostek: „Hier war ich vor 23 Jahren das erste Mal. Da war Isabelle drei Jahre alt und aß nur ­Nudeln mit Sauerrahm. Ich wollte unbedingt mit ihr hierher zurückkehren.“

Bild IMG_7032.JPG
Bester Platz für ein idyllisches Picknick. Bei der Ankunft bekommt man prall gefüllte Picknickkörbe und Decken zum Hinlegen (wer will).
Bild IMG_7409.JPG
Der Inhalt des Picknickkorbs im „Boschendal“. Der Preis ist recht günstig.

Redaktion: Marion Hauser

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus