Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 29.09.2017

Diese Film- und Serientitel schafften es auf Briefmarken

Die kleine eckige Fläche einer Briefmarke ist ausschließlich für besondere Motive reserviert, zum Beispiel für wichtige Persönlichkeiten und kulturelle Ereignisse. Hin und wieder schafft es auch ein bekannter Blockbuster oder eine spannende Fernsehserie auf dieses exklusive Terrain, doch dafür muss das filmische Machwerk schon ein ziemliches Schwergewicht sein.

Bild iStock-157288494.jpg
© iStock by Getty Images

Dass Tolkiens »Herr der Ringe« zu denjenigen Filmen gehört, deren fantastische Motive sogar auf mehr als einer Briefmarke prangen, wird an dieser Stelle sicher nicht weiter überraschen. Selbstverständlich war es die Post von Neuseeland, die diese besonderen Marken herausgab, und das gleich in Form mehrere Kollektionen. Für alle, die es noch nicht wissen: Das Land auf der anderen Seite der Erde diente Regisseur Peter Jackson als beeindruckende Filmkulisse, denn an kaum einem anderen Ort existieren so viele verschiedene herrliche Landschaftsbilder nebeneinander. Von den verschneiten Berggipfeln über die saftig grünen Wiesen bis zur wilden Meeresküste bleibt Neuseeland ein wahrer Traum! Zuerst kam eine Reihe von echten Herr-der-Ringe-Motiven auf den Markt – zur Feier des weltweiten bombastischen Erfolgs dieser Trilogie. Als die Hobbit-Trilogie folgte, zögerte Neuseelands Post nicht lange und druckte erneut passende Briefmarken. Zu sehen waren stets Szenen und Charaktere aus den originalen sechs Filmen, die in zahlreichen Ländern Zuschauerrekorde brachen. Zu den Marken und Münzen, die dem ersten Hobbit-Film gewidmet waren, erhielt die neuseeländische Post Bestellungen aus insgesamt 88 Ländern. 2016 kam dann ein echtes Schmuckstück heraus, dass jeder Tolkien-Markensammlung die Krone aufsetzt: eine Briefmarke in runder Form, die »den Einen Ring« zeigt, in 22-karätigem Gold geprägt. Dieser sagenhafte Ring ist es, der die ganze Geschichte ins Rollen bringt: der Hauptcharakter Frodo bricht aus seinem beschaulichen Zuhause auf, um ihn in den Feuern des Schicksalsberges zu vernichten. Denn sonst könnte das Schmuckstück in die Hände des mächtigen Kontrahenten geraten, der dann mit dessen Hilfe die gesamte Welt unter seine Herrschaft zwingt. Die Ring-Marke gab es für Sammler in einem auf 2000 Stück limitierten Briefmarkenbuch zu kaufen, das außerdem 36 druckfrische weitere Herr-der-Ringe-Sammlerstücke enthielt. Wer diese Kollektion für sich erobern konnte, darf sich wahrlich glücklich schätzen – hoffentlich ohne befürchten zu müssen, unter den Bann des Ringes zu fallen und die gruseligen Ringgeister auf seine Fährte zu locken.

 

 

 

Bild ring-1671094_960_720.jpg
© Source: Pixabay

Auch der berühmteste Agent der Welt, James Bond, prangt selbstverständlich auf mehr als einer Briefmarke. Zum 100. Geburtstag Ian Flemmings brachte die Postverwaltung von Großbritannien, dem Heimatland des großen Autors, im Jahr 2008 sechs Briefmarken mit den Coverbildern seiner sechs berühmtesten Romane heraus. Jeder einzelne dieser Romane diente als höchst erfolgreiche Filmvorlage, die Story aus dem 1953 erschienenen Buch »Casino Royale« schaffte es bislang sogar schon dreimal auf die große Leinwand. Sicher trägt die fesselnde Texas-Hold’em-Partie zwischen 007 und Bösewicht Le Chiffre einen guten Teil der Schuld an diesem Erfolg, denn die Szenen sind bis heute legendär. Der spannungsgeladene Strategiespaß kommt dabei sowohl bei den eifrigen Lesern als auch bei den Filmfans außergewöhnlich gut an – und passt außerdem hervorragend zum Image des smarten Agenten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es sogar passende Spielkarten in diesem Design zu kaufen gibt. Eine weitere Briefmarke widmete die britische Post dem Titel »James Bond jagt Dr. No«: dieses Buch wurde übrigens zuerst verfilmt und avancierte zum internationalen Karrieresprungbrett für die schöne Ursula Andress und die heutige Schauspiel-Legende Sean Connery. Eine hübsche zackige Rahmung der Royal Mail erhielten auch »Goldfinger«, »Diamantenfieber«, »In tödlicher Mission« und die berühmt-berüchtigten »Liebesgrüße aus Moskau«. Letzterer Film gilt für zahlreiche Kritiker, und nebenbei auch für den großen Sean Connery selbst, als bester Bond-Streifen überhaupt. Nicht nur die schauspielerische Leistung des beliebten Bond-Mimen fällt dabei ins Gewicht, sondern auch die perfekte Darstellung der Schurken durch Lotte Lenya und Robert Shaw. 2012 feierte James Bond dann sein 50-jähriges Leinwandjubiläum: Grund genug, eine Sonderedition herauszugeben, die die erfolgreichsten 007-Filmplakate präsentiert! Denn diese Eyecatcher lockten über Jahrzehnte hinweg Millionen von Menschen aus aller Welt in die Kinos und bescherten ihnen damit viele Stunden voller Abenteuer, Spannung und Romantik.

Bild Bild.jpg
© Source: Flickr

Noch ein weiterer alter Klassiker hat es bis auf die Briefmarke gebracht: »Ben Hur«. Der geschichtsträchtige Streifen erhielt ganze 11 Oskars, das gelang außer ihm nur noch dem Blockbuster »Titanic« und der Tolkien-Verfilmung »Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs«. Auf noch mehr Academy Awards brachte es bislang keine einzige Film- oder Fernsehproduktion, damit nimmt Ben Hur auf jeden Fall eine herausragende Sonderstellung ein. Der US-amerikanische Spielfilm aus dem Jahr 1959 wartet mit einer dichten Atmosphäre auf, die durch die großartige schauspielerische Leistung der beiden Hauptcharaktere noch intensiviert wird. Stephen Boyd verkörperte den ehrgeizigen Tribun Messalla, der seinen alten Jugendfreund, den israelischen Prinzen Judah Ben-Hur, zum Verrat gegen seine Volksgenossen auffordert. Judah, alias Charlton Heston, lehnt ab und damit beginn eine grausame Fehde, deren Höhepunkt das berühmteste Wagenrennen der Weltgeschichte bildet. Freundschaft, Intrigen, Hass, Liebe und ganz viel Drama, das sind die Komponenten, aus denen große Storys gestrickt werden! Messalla schickt seinen ehemaligen besten Freund sogar als Sklave bis auf die Galeere, doch Judah übersteht einfach alles und erobert sich sogar seine hohe gesellschaftliche Position zurück. Eine 20-teilige Briefmarkenkollektion aus den USA ziert das Konterfei des starken Mimen Charlton Heston, der die Damenwelt unter anderem durch eine angenehm tiefe Baritonstimme beeindruckte. Die kleine Sammlung gehört der Reihe »Legenden von Hollywood« an, die noch einige weitere Weltstars früherer Zeiten beinhaltet. Neben Heston schafften es zum Beispiel Ingrid Bergman, Humphrey Bogart, Henry Fonda und James Dean in diese exklusive Markenreihe, die jeden wahren Filmfan begeistern dürfte.

Bild Ben_hur_1959_poster.jpg
© Source: Wikimedia

Im Jahr 2013 feierte eine ganz besondere Fernsehserie ihr 50-jähriges Jubiläum: das britische Science-Fiction-Epos »Dr. Who«, das im Jahr 1963 zum ersten Mal über die Bildschirme flackerte. Die klassische und die neue Serie brachten es zusammen auf unglaubliche 839 Folgen in 36 einzelnen Staffeln, außerdem gab es einen Fernsehfilm. Damit brachte der Doktor es bis ins Guinness-Buch der Rekorde und zu einer breiten Fangemeinde, die mehrere Generationen umfasst und sich »Whovians« nennt. Es handelt sich also um eine auf ganzer Linie ungewöhnliche Produktion, die besondere Beachtung verdient hat. In die deutschen Wohnzimmer schaffte es der zeitreisende Doktor allerdings erst im Jahr 1989, als RTL sich zur Ausstrahlung entschied; das ZDF war 21 Jahre zuvor zu der Entscheidung gekommen, dass die Serie sich nicht für das Programm eignet. Anlässlich des runden Jubiläums wurde wieder einmal die Royal Mail aktiv und druckte 15 Sonderbriefmarken, die der Ausnahme-Serie gewidmet sind. 11 dieser Marken zieren die Gesichter der einzelnen Dr. Who Darsteller, vier weitere Postwertzeichen sind den Völkern gewidmet, denen der mysteriöse Zeitreisende auf seinen Abenteuern begegnet. Die Doktoren-Briefmarken gehören dem First-Class-Mail-System an, das eine Auslieferung am folgenden Werktag garantiert, die vier übrigen Marken lassen dem Brief in der Second-Class-Mail drei Tage Zeit, um zu ihrem Empfänger zu gelangen. Wer also auf die Schauspieler William Hartnell, Patrick Throughton, Jon Pertwee, Tom Baker, Peter Davison, Colin Baker, Sylvester McCoy, Christopher Eccleston, David Tennant und Matt Smith setzt, genießt für seine Post in Großbritannien exklusives Vorzugsrecht: der Timelord selbst könnte es nicht besser einrichten!

Bild Charlton_Heston_in_Ben_Hur_trailer.jpg
© Source: Flickr

Es einmal bis auf eine hochwertige Briefmarke zu schaffen, diesen Traum dürfte so mancher ehrgeizige Mime hegen. Doch nicht jedem ist diese hohe Auszeichnung vergönnt, zuvor muss sich der Schauspieler noch nachhaltig ins Herz seines Publikums spielen und sich dort einen ewigen Platz erobern. Und noch dazu muss es ein Land geben, das sich besonders mit dieser schauspielerischen Leistung verbunden fühlt, wie zum Beispiel die eigene Heimat oder derjenige Staat, wo der geschichtsträchtige Film entstand. Wer in Hollywood Erfolg hat, dessen Konterfei prangt vielleicht eines Tages auf einer Briefmarke der USA, doch das ist eine Sache des Talents und Zufalls zugleich.

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus