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Lifestyle | 08.09.2017

Ich habe es geschafft!

Als junge Mutter erkrankte Britta Schoppmeier an Brustkrebs. look! erzählt sie ihre Geschichte – mit Happy End. Tochter Lina (6) hat nur einen Wunsch: „Eine Mama, die immer für mich da ist.“

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Strahlend schön. Britta Schoppmeier (44) hat den Krebs besiegt. © Stefan Joham

Die Autorin dieser Geschichte kennt Britta Schoppmeier (44) noch aus ihrer Zeit „davor“. Lange Mähne, perfekte Figur, strahlendes Lächeln. Dann die große Liebe und die Erfüllung des Traums mit der Geburt von Lina. Vier Jahre später der Supergau: Britta ertastet einen Knoten in der Brust. Von da an geht alles sehr schnell. Erst Chemotherapie, dann Mastektomie Tochter Lina ist da gerade vier Jahre alt und sieht ihre Mutter leiden. Die langen Haare sind weg. Doch heute kann Britta wieder strahlen. Sie hat es geschafft. Den Krebs besiegt. Und sie will anderen Frauen – vor allem Müttern – Mut machen. Der Talk.


look: An den Tag der Diagnose erinnerst du dich genau. Wie verlief der?

Britta: Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen. Leider hatte ich eine sehr unprofessionelle Aufklärung. Es wurden nach der Mammografie sofort eine MRT und eine Biopsie durchgeführt. Die Diagnose stand ziemlich schnell fest: multizentrisches Mammakarzinom.

 

Wie wurde der Brustkrebs bei dir festgestellt?


Ja, das ist eine gute Frage, denn obwohl ich meine jährlichen Vorsorgeuntersuchungen gemacht habe, wären sie zu wenig gewesen. Ich spürte eine Verhärtung in der Brust, suchte dann meinen langjährigen Gynäkologen auf, dieser hat jedoch nichts festgestellt und wollte mich beruhigen. Erst auf mein Drängen hin schrieb er mir eine Überweisung zur Mammografie, und dann war leider klar, dass sich meine Befürchtung bewahrheitete. Der Krebs war zudem noch bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.


Wie musstest du therapiert werden?

Ich war in einem Zeitraum von sechs Monaten acht Mal zur ambulanten Chemotherapie im Spital. Im Anschluss folgte eine Mastektomie. Nach einem Jahr war dann der Aufbau mit Eigengewebe, und das waren bisher zwei Operationen. Für mindestens fünf Jahre ist eine Antihormontherapie erforderlich.

 

Deine Tochter Lina war zu diesem Zeitpunkt gerade vier Jahre alt. Wie hat sich das angefühlt, als junge Frau und Mutter mit der schlimmen Diagnose?

Es war ein Albtraum, ich fühlte mich machtlos, wie gelähmt, aber ich war bereit, den Kampf aufzunehmen. Ich wollte in keinem Fall, dass meine Tochter ohne Mama aufwächst.

 

Wie waren deine schlimmen Tage? Wie die guten?

Es gab Momente der Angst, besonders vorm Einschlafen und in der Nacht. Die Ängste ließen mich oft Nächte lang nicht schlafen. Angst, dass es doch anders ausgehen könnte. Mein Optimismus war aber stärker. Ich wusste, dass ich als Siegerin aus dem Ring steigen werde. Ich habe mir damals zum Ritual gemacht, mir nach jeder Chemo etwas Gutes zu tun. Ich bin zum Beispiel jedes Mal unmittelbar nach der Chemo mit einer Freundin in ein tolles Restaurant gegangen, also noch bevor die Nebenwirkungen der Chemo eingesetzt haben.


Was hat dir die Kraft gegeben?

In erster Linie mein Kind und mein Mann. Ohne die großartige Unterstützung der beiden und der meiner Freunde und Familie wäre es mir lange nicht so gut gegangen. Mein Mann hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich nach der Chemo auskurieren konnte.

 

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„Die Narben gehören jetzt zu mir. Ich bin einfach dankbar, dass ich leben darf.", so Britta Schoppmeier. © Stefan Joham

Was hat dir die Kraft gegeben?

In erster Linie mein Kind und mein Mann. Ohne die großartige Unterstützung der beiden und der meiner Freunde und Familie wäre es mir lange nicht so gut gegangen. Mein Mann hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich nach der Chemo auskurieren konnte.


Wie hat sich die Partnerschaft verändert?

Ich würde sagen, sie ist bewusster geworden. Wir sind jeden Tag dankbar, uns zu haben.

 

Wie war dein Leben? Und vor allem: Wie ist deine kleine Tochter damit umgegangen, dass Mami so krank war?

Wir haben sehr offen über meine Krankheit gesprochen. Wir haben es Lina kindgerecht beigebracht und haben auch Linas Kindergarten eingebunden. Das Buch „Manchmal ist Mama müde“ hat uns dabei sehr geholfen. Lina hat viele Fragen gestellt und ist unbefangen mit dem Thema umgegangen.


Welche Rolle hat die Angst gespielt?Wie viel Raum gibst du ihr heute?

Die Angst kam immer wieder hoch, vor allem wenn ich alleine war. Tausend Gedanken, was wäre, wenn … Ich denke auch, dass diese Gedanken normal sind. Heute gibt es vor allem dann Momente der Angst, wenn ich von Betroffenen höre, dass sie Jahre später an einem Rezidiv erkrankt sind. Da kommen einem schon mulmige Gedanken.

 

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Britta Schoppmeier vor der Erkrankung. © privat

Dir geht es wieder gut, deine Brust wird mit Eigengewebe aufgebaut. Was bleibt zurück?


Meine Operationen gehören bereits der Vergangenheit an. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen. Früher waren mir Äußerlichkeiten wichtiger. Heute ist mir klar, dass alles vergänglich ist und es auf andere Dinge ankommt. Die Narben gehören jetzt zu mir und ich bin einfach dankbar, dass ich leben darf.


Was möchtest du anderen Betroffenen sagen? Vor allem Müttern?

Der Weg war zwar hart, aber ich habe es glücklicherweise geschafft. Das Wichtigste ist, sich nie aufzugeben und an sich zu glauben. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind schön und gut, aber sie allein haben in meinem Fall nicht gereicht. Ich möchte Frauen raten: „Vertraut unbedingt auf euer Gefühl und kommuniziert das auch eurem Arzt, wenn nötig mit Nachdruck.“


Wünsche und Pläne?

Ich bete, gesund bleiben zu dürfen. Durch die Erkrankung bin ich stärker geworden und sehe viele Dinge anders. Ich plane nichts, ich genieße jeden Moment mit meinen Liebsten und wünsche mir, dass das so bleibt.


Was wünscht sich Lina?

Eine Mama, die nicht mehr krank wird und immer für sie da ist.

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Geheilt. Britta nach der Chemotherapie. © privat
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