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Lifestyle | 08.07.2016

IST DAS DEIN ERNST!? – TIPPS, DIE FETTNÄPFCHEN VERMEIDEN

Der erste Eindruck zählt, aber ich bin doch ich? Klar, aber in gewissen Situationen ist Charme und vor allem Feingefühl angesagt und ein souveräner Auftritt gefragt. Vor allem, wenn das Fettnäpfchen nicht geschickt vermieden wird. Natürlich, einfacher gesagt als getan, aber das kann durchaus gelernt werden!

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Ärger im Haus? Für schnelle Aufreger kann ein Fettnäpfchen sorgen. © milanmarkovic78 – fotolia.com

Im Alltag treffen wir immer wieder auf die unterschiedlichsten Menschen, die einen sind uns natürlich sympathischer als die anderen, aber es sich mit Kollegen oder neuen Bekanntschaften trotz Antipathie verscherzen – wer möchte das schon!? Hier einige Tipps, die einen nicht gleich in die Fettnäpfchen-Falle tappen lassen.

Begrüßung: „Hello, Hola oder Busserl“ 

Frage: „Hello, how are you?“ Antwort: Oh, thanks very well….” In Amerika gehört der Teil „how are you” (Wie geht es dir?) meist zur Begrüßung dazu. Jedoch ist das nicht unbedingt ein Freifahrtschein dafür, dem Grüßenden gleich seine ganze Lebens- oder Leidensgeschichte zu erzählen. Die Belgier stellen da schon weniger „Fragen“, sie belassen es oft bei „Ca va?“ (Wie geht´s?) und kombinieren die Begrüßung mit „Busserl links und Busserl rechts“ oder mit einem distanzierteren Handschlag. Ähnlich sieht es in Frankreich aus: Dort kommt der Mund des unbekannten Gegenübers schnell einmal gefährlich nahe und ein „bise“ wird auf jeder Wange nach dem „Bonjour, Madame“ oder „Bonjour, Monsieur“ angedeutet. Hierzulande läuft es mal so mal so. Wobei Grüß Gott, Guten Tag, Hallo oder Servus natürlich nie verkehrt sind und bei den Frauen oft ein Handkuss angedeutet wird.

Aber, wenn ein Titel vorhanden, dann heißt es: Raus damit! Denn der Herr Oberstudienrat oder die Frau Magistra sollen durchaus ihre Würdigung erhalten. Aber aufgepasst: Diese freuen sich zwar über die angemessene Anrede, jedoch nicht über den Kuss auf die Wange, der vor allem im Geschäftsleben – hier oder andernorts – in der Regel tabu ist (Achtung Fettnäpfchen!). Voraussetzung für einen netten, lockeren Plausch – vor allem zwischen „Fremden“ – ist der erste Eindruck – und der geht meist einfach über die Begrüßung.

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Der Kuss auf die Wange – in Frankreich ist dies nicht nur ein Liebesbeweis, sondern gehört in angedeuteter Form auch zur Begrüßung. ©  ilovemayorova – fotolia.com

„Ich gratuliere Ihnen!“ – Personalisierte oder allgemeine Gratulation? 

Im Privatleben ist es immer wichtig, sich Geburtstage in den Kalender einzutragen, denn dann entsteht einen Tag darauf nicht das Problem, dass erst einmal minutenlang überlegt wird wie die SMS oder die telefonische Entschuldigung am besten formuliert werden. Jedoch gehen eine Entschuldigung und eine Gratulation im privaten Bereich natürlich lockerer von den Lippen als im Berufsleben, wenn Paul oder Simone Torte für die Belegschaft ausgeben. Denn privat werden Formulierungen wie „Für dein Alter hast du dich bisher gut gehalten, aber wie wäre es mal mit einem Lifting?“ durchaus spaßig verstanden. Frei nach dem Motto: „Man kennt sich und nimmt sich den einen oder anderen bissigeren Kommentar nicht übel.“ Im Berufsleben gibt es jedoch bestimmte Fettnäpfchen-Momente, die gerade als Neuling in der Firma kontraproduktiv sind.

 

So sind auch die Geburtstagsglückwünsche für den Kollegen etwas zurückhaltender (weniger Ironie) als im privaten Bereich zu formulieren, denn wer möchte schon schlechte Stimmung am Arbeitsplatz? Eine rein rhetorische Frage, denn, dass aus der kleinen Neckerei ein ungewolltes Fettnäpfchen entsteht, das möchte wohl jeder vermeiden. Vor allem, wenn es nicht bei der üblichen Glückwunschkarte mit Anrede, Eingang auf den Anlass und einem kurzen Gruß bleibt, sondern die Karte noch Raum für, sagen wir mal, Persönlichkeit gibt. Gerade ironisch gemeinte Formulierungen wie „Bald ist es soweit und du stehst vor der Himmelstür – lass uns davor noch ordentlich feiern“, können ernst aufgefasst werden. Um der Gratulationen keinen zu ernsten Unterton zu geben, oder gar ein mögliches Fettnäpfchen beizumischen, am besten nachfolgendes vermeiden:

 

  • Positives hebt die Stimmung: Anstelle von „Ich wünsche dir, dass schlechte Gesundheit ausbleibt“, lieber „Ich wünsche dir beste Gesundheit“ schreiben.
  • Zweideutigkeiten vermeiden (den Text gegenprüfen lassen).
  • Keine Formulierungen, die als negative Kritik aufzufassen sind. Zum Beispiel „Na also, endlich habt ihr es geschafft – alles Gute zur Geburt!“ – dies kann beim Empfänger unangenehm aufstoßen, denn wer weiß, ob es die Kollegin mit ihrem Partner nicht schon jahrelang erfolglos mit künstlicher Befruchtung versucht hat.

Tipp – Locker, aber bitte ohne zu viel Ironie:

Anstelle von oft missverständlicher Ironie lieber ein auflockerndes Zitat nutzen. Zum Beispiel vom Lieblingsschriftsteller, einem Spieler aus dem Lieblingsfußballverein des Kollegen oder einer anderen prominenten Person.

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Gratulation in der Firma: Die Hand vom Chef oder dem Kollegen schütteln, aber bitte keine zweideutigen Altersanspielungen! © Sergey Nivens – fotolia.com

Der Chef ist bei alldem meist fein raus, oder? Denn während sich die Kollegen oft „den Kopf zerbrechen“ wie sie die Glückwünsche unfallfrei rüberbringen, können sich Chef oder Chefin da ganz auf ihr Sekretariat verlassen, das sicherlich Bescheid sagt, wenn ein Mitarbeiter Geburtstag hat und selbstverständlich auch einen Blumenstrauß oder einen Präsentkorb vorbereitet. Während der Vorgesetzte gut dasteht, können die Kollegen des Jubilars oder frisch gebackenem Ehemann schnell den schwarzen Peter haben. Aber keine Sorge, dieser hat wiederum oft schlechte Karten, wenn er Geschäftskunden nur mit einer Grußkarte oder einem Blumenstrauß abspeist, denn auch hier heißt es: Kreativität, die aber ebenso fettnäpfchenfrei sein muss, überzeugt. Deshalb muss der Chef je nach Anlass (Dienstjubiläum, Geburt oder Hochzeit) besonders bei der Auswahl Wert auf spezielle, personalisierte Präsente mit Erinnerungswert legen. Dies sorgt für Kundenbindung und hebt die Stimmung bei langjährigen Geschäftspartnern oder Kunden – und sind wir mal ehrlich: Wenn sich der Chef bei denjenigen gut stellt, die der Firma Geld einbringen, ist dies für die Absicherung der eigenen Finanzlage wohl nicht das Schlechteste. Wobei die Finanzen durchaus auch durch eine intelligent geführte Gehaltsverhandlung aufzubessern sind.

Alles Gute oder frohe Weihnachten! Einige Do´s und Dont´s bei der Geschenkauswahl

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Blumen: Die wortlose Fettnäpfchen-„Gefahr“? © Fxquadro – fotolia.com

Zu personalisiert aber dann bitte auch wieder nicht – es sein denn, die Beziehung zum Kollegen geht über den geschäftlichen Bereich hinaus und über persönliche Interessen wurde bereits ausführlich gesprochen. Sonst sind bedruckte Kissen, ein selbstgemaltes Bild oder ein selbstgebastelter Schlüsselanhänger eher fehl am Platz und könnten zu Verwunderung führen. Auch Kosmetikartikel – besonders der Deodorant gegen die Sommerhitze oder das Duschgel für das entspannte Winterbad – sind zu vermeiden. Klar, diese Dinge kann natürlich jeder gebrauchen, aber es kann das Gefühl von „Bitte mal benutzen“ mitschwingen, wenn es der direkten Schreibtischkollegin überreicht wird. Also jegliche Art von Geschenken mit versteckter Botschaft – wie dem Strauß roter Rosen für dieKollegin – aber auch zu Hochprozentigem wie Schnaps oder Wodka (Kollege kann sich als Trinker abgestempelt fühlen) sollte aus dem Weg gegangen werden. Dagegen kann ein zusätzliches Ladegerät für den Management-Kollegen oder aber das Backbuch für die leidenschaftliche Bäckerin sowie ein Mousepad, ein Tischkalender oder die Grünpflanze, welche nachweislich das Raumklima und das Wohlbefinden verbessert, passend sein. Aber wie sieht es mit den sogenannten Klassikern aus? Also den blühenden Vertretern und dem trockenen Rotwein aus? Die gehen doch wohl immer!?

 

Rosen, Blumen, Nelken…Durch die Blume sprechen – aber nicht zu unverblümt

 

Egal, ob Freundin, Bekannte oder Kollegin – wer sein Gegenüber noch nicht genau einzuschätzen weiß, was Lieblingsfarbe oder Lieblingsblume angeht, der geht auf Nummer sicher und zieht vielleicht einige „blumische Eigenschaften“ zurate. Denn Blumen galten bereits seit dem antiken Persien als wortlose, zwischenmenschliche Kommunikation. Die duftende Botschaft überzeugt jedoch nicht nur durch eine nett gemeinte Aussage, sondern auch durch ihre Optik, welche jedes Jahr bei besonderen Anlässe neuen Trends unterliegt. Schon damals bedeuteten Rosen „Liebe“ und Vergissmeinnicht „Abschied“. Aber was sagen andere Blumen so und welche indirekten Botschaften überbringen sie?

 

Achtung – gelbe Nelke:

Während die rote Nelke oft Leidenschaft bedeutet, ist bei der gelben Variante Vorsicht geboten, denn diese wird mit Antipathie gleichgesetzt. Sie ist sozusagen die althergebrachte Blume der Arbeiterbewegung.

 

Freude-Überbringer – die Sonnenblume:

Allein der Begriff „Sonne“ ist positiv besetzt und geht mit Assoziationen wie Fröhlichkeit oder Wärme einher. Deshalb wird mit dieser Blume wohl kaum in ein Fettnäpfchen getreten, denn sie vermittelt durchaus: „Ich habe dich gern.“

 

Negative Vibes und „Imagewechsel“ möglich

Eine weiße Blüte: Die Farbe Weiß wurde früher oft mit dem Tod in Verbindung gebracht. Besonders bei weißen Hortensien, Nelken oder Astern schwingt ab und an noch ein negatives Gefühl mit. Wohingegen weiße Lilien oder Chrysanthemen nicht mehr länger nur als Friedhofsblumen gesehen werden.

 

Tipp – Fettnäpfchen Blumenanzahl

Wer sich mal auf Geschäftsreise in Russland befindet, der sollte nicht geizen und lieber eine Blume mehr kaufen, so dass die Blumenanzahl gerade ist. Denn eine ungerade Zahl heißt meist: „Mein herzliches Beileid.“ Generell gilt beziehungsweise galt, dass bei der Auswahl der Blumen auf eine ungerade Zahl zu setzen ist, aber nur, weil diese besser in einen Strauß zu drapieren waren. Mittlerweile haben Floristen andere Möglichkeiten. Wobei von der ungeraden Zahl 13 – es sei denn es besteht eine spezielle persönliche Verbindung zur Zahl – aufgrund ihres Unglückcharakters Abstand zu halten ist. Denn, wer weiß wie abergläubisch die beschenkte Person wirklich ist?

 

„Was soll das denn heißen?“ – Aussagen mit Fettnäpfchen-Potential:

„Entschuldigen Sie, dass ich zu spät bin, aber die vielen Spielstraßen hier haben mich aufgehalten. Einfach nur unnötig!"

(Fettnäpfchen: Der Gesprächspartner könnte selbst Kinder haben und hat durchaus Verständnis für diese Verkehrsberuhigungen.)

„Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn sich Leute etwas auf ihren Doktortitel einbilden. Sind doch dadurch nicht gleich besser als andere!“

(Fettnäpfchen: Der Gesprächspartner ist zwar promoviert, aber trägt den Titel nicht vor seinem Namen.)

„Bin der Meinung, dass Berufstätige heute flexibel sein und auch ab und an einmal die Stelle wechseln sollten. Sonst kommt es noch zur Bequemlich- oder sogar Unbeweglichkeit.“

(Der Gesprächspartner ist jahrelang in einem Unternehmen tätig.)

„Den Namen Daniel kann ich nicht leiden, hatte bisher immer Probleme mit Daniels.“

(Ein Familienmitglied oder der Freund des Gesprächspartners heißt Daniel.)

"Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit dem freien Autor Sven Schulte“

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