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Lifestyle | 29.04.2016

Gewinne Tickets für "A BIGGER SPLASH"

Wir haben vorab den Film "A BIGGER SPLASH" gesehen und verraten euch wie es war! PLUS wir verlosen 2x2 Tickets in einem Kino deiner Wahl!

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A BIGGER SPLASH - Ab 5. Mai im Kino!

Flüstern und Stöhnen - Eine Filmkritik von Rudolf John

Emotionen liegen träge auf der Lauer. Bis zur geometrischen Steigerung: Aus dem Beziehungsdreieck wird ein Viereck. Das frivole Remake von „Der Swimmingpool“ schafft den Zeitsprung, sogar über den Schatten des Originals.

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A BIGGER SPLASH - Ab 5. Mai im Kino!

Warum werden überhaupt Remakes gedreht? In den weitaus meisten Fällen ist doch das Original bereits Kult, Ikone. Perfekt, nicht mehr zu überbieten. Warum also die Mühe einer Kopie? Schön, Hollywood dreht Remakes von fremdsprachigen Meisterwerken, um deren wertvollen Stoff zum verwertvollen für das eigene (englischsprachige Massen-)Publikum zu adaptieren. 

Wie liegt der Fall hier? Jacques Derays „Der Swimmingpool“ (Frankreich, 1969) war ein meisterlicher Erotikthriller. Romy Schneider und Alain Delon (das einstige Traumpaar, nach seiner Trennung erstmals wieder gemeinsam) lösten beim Publikum Schauer von Lust, Spannung aus. Beschworen im Verein mit den anderen laszive Schwüle, schwelende Bedrohung. Maurice Ronet vervollständigte das fatale Dreieck großartig. Jane Birken war als Vierte personifizierte Provokation, unschuldig und verderbt zugleich.

Dakota Johnson, jetzt in selbiger nebenrolliger Position, ist nur noch verderbt (eben ein Kind der Porno-Ära), aber o.k. Doch die Chose an sich läuft – wennauch durchaus nach dem Grundmuster des Vorbilds – hier gänzlich anders ab. Das liegt vor allem an den krass geänderten Charakteren. Tilda Swinton spielt magisch Marianne, einen Rockstar der Superlative (Marke Madonna) außer Betrieb. Sie hat, überanstrengt, ihre Stimme verloren. Muss sich schonen, pflegen, trägt aber ihr Leiden mit stoischer Geduld und Hoffnung auf Comeback. Matthias Schoenarts als junger Geliebter betet sie an, ist Medikament und Reha in Personalunion. Man hat sich auf Pantelleria zurückgezogen, dem süditalienischen Ferieninselparadies. Und dann platzt ungebeten Mariannes Ex Harry (einst auch ihr Produzent) dominant lautstark samt seinem (erst jüngst sich als solches enttarnt habenden) Töchterchen Polly in die Zweisamkeit. Idylle schlägt um in Drama. Dessen alte, ewige Versatzstücke (Sex, Lüge, verbotene Leidenschaft) – raffiniert konfrontiert mit dem heutigen Zeitgeist. Die Psychologie– verändert nach neuesten Erkenntnissen geschlechtlichen Verhaltens und neuprüder Moral. Worauf sich die eingangs erwähnte Geometrie mehrmals verbiegt, weil alte Begierdenbrände neu aufflackern, geheimes Verlangen tätlich wird – Verhängnis in Verzug. Ralph Finnies zündet in der Rolle des Ehemaligen wie eine Rakete, entfesselt ein Charisma, das ihm niemand zugetraut hätte. Weltklasse. Regisseur Guadagnino widerstand nicht der Versuchung, die Flüchtlingsproblematik zu thematisieren – ein befremdender Fremdkörper. Übrigens: François Ozons „Swimming Pool“ von 2003 war kein Remake, eine dennoch gewisse Ähnlichkeit angeblich zufällig.

 

A BIGGER SPLASH

I/F 2015. Regie: Luca Guadagnino.

Mit Tilda Swinton, Ralph Finnies

Unser Filmkritiker gibt: 4* / 5*

 

WIN! Wir verlosen hier 2x2 Kino-Tickets in einem Kino deiner Wahl!

 

FOTOS 2015 STUDIOCANAL GmbH, 2016 Sony Pictures Releasing GmbH, 2015 Concorde Filmverleih GmbH, x-verleih, Koch Films

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Eine Filmkritik von Rudolf John
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