Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 15.02.2016

Teneriffa: Der neue Geheim-Tipp

Die größte der Kanarischen Inseln bietet angenehmes Klima und spektakuläre Landschaften. look!-Redakteurin Ursula Scheidl auf Insider-Recherche …

Bild Bildschirmfoto 2016-02-11 um 16.13.01.png
Der Wallfahrtsort Candelaria. Etwa 20 km südlich der Hauptstadt Santa Cruz lockt die bedeutendste Wallfahrtsstätte der Kanarischen Inseln mit ihrer als wundertätig verehrten Marienstatue jährlich am 15. August tausende Besucher an. An der Promenade stehen neun beeindruckende Statuen der Guanchen-Könige. © Getty Images

Alle Jahre wieder stelle ich mir die Frage: Wohin zu Weihnachten und Silvester? Ich mag keine Menschenmassen, und so ist meine Wahl auf die Vulkaninsel Teneriffa gefallen, wo ich mich abseits der Touristenströme auf Entdeckungstour machte.
Nach etwas mehr als fünf Flugstunden übernahmen wir den Mietwagen und los ging’s. Überraschend warm war es hier. Der langjährige Durchschnitt liegt bei etwa 20 Grad, aber es hatte am frühen Nachmittag mindestens 25.

Gigantische Klippen. Unser Ziel war Los Gigantes im Westen von Teneriffa. An der Steilküste fallen die Felsen bis zu 450 Meter senkrecht ins Meer ab. Vor allem britische Staatsbürger haben sich hier Wohnungen gekauft. Auch wir haben ein schönes Apartment von einer Engländerin gemietet. Es liegt in einer Sackgasse hoch über dem Meer mit einer großen Terrasse und einem freien Blick auf den Atlantik. Es ist laut, wenn die Wellen an die Klippen schlagen – gigantisch eben, auch was die Geräuschkulisse betrifft.

Land der Guanchen. Die ursprünglichen Inselbewohner, die Guanchen –von guan (Mensch) und che (weißer Berg), haben sich lange erfolgreich gegen die Eroberung gewehrt. Heute sind die Tinerfeños freundlich und unkompliziert. Ich bin am liebsten zu Fuß unterwegs. Je weiter man sich von den Trampelpfaden entfernt, desto tiefer kann man die Seele der Natur und der Menschen, die mit ihr leben, spüren.

Schiff ahoi – Wal voraus. Teneriffa ist einer der besten Plätze der Welt, um Wale zu beobachten. Man sollte aber ruhiges Wetter und ein stabiles Schiff wählen, denn die See kann rau sein. Ich spreche aus Erfahrung, die erste Bootsfahrt glich eher einem Bull­riding, der Skipper war selbst froh, als er uns wieder im sicheren Hafen abgeliefert hatte; der Ausflug mit dem Katamaran hingegen war toll.

Bild (c)www.stefanjoham.com-2034.jpg
Schwimmen mit Pilotwalen. Mit dem Katamaran „Freebird One“ kommt man den Meeressäugern ganz nah.
Bild (c)www.stefanjoham.com-1973.jpg

Kindliches Vergnügen. Freizeit- oder Tierparks sind sonst nicht meine Sache, aber der Besuch im 13,5 Hektar großen Loro Parque mit der größten Papageiensammlung der Welt hat sich absolut gelohnt. In der Arena für 2.000 Besucher bieten Orcas und Delphine eine beeindruckende Show. Besser in den hinteren Reihen Platz nehmen, wenn man nicht nass werden möchte.

Bild (c)www.stefanjoham.com-1386.jpg
Absolut sehenswert! Von den Besuchern mehrfach als beliebtester Freizeitpark Europas ausgezeichnet, begeistert der Loro Parque nicht nur die Kleinen mit seinen Orca- und Delphinshows sowie zahlreichen anderen Attraktionen.

Miradores. Auf der ganzen Insel verteilt finden sich jede Menge Aussichtsplätze, das beste Panorama bietet natürlich der Pico del Teide. Mit der Seilbahn kommt man in acht Minuten auf 3.550 m, den Gipfel muss man zu Fuß erklimmen. Ich hatte Superglück, keine einzige Wolke am Himmel und bei den zwei gut markierten Wanderungen eine faszinierende Aussicht über den ganzen Archipel. Bei Schlechtwetter soll man zumindest das berühmte Wolkenmeer sehen.

Bild (c)www.stefanjoham.com-1586.jpg
Der Teide ist mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens und mit einer halben Million Jahre sehr jung in der Vulkangeschichte der Insel. Im Hintergrund das gähnende Loch des Kraters vom Pico Viejo aus gesehen.

Kurvensicher. Auf Teneriffa gibt es auch viele Golfplätze, ich finde Buenavista del Norte am schönsten. Die Straße nach Santiago del Teide ist schon kein Vergnügen, aber die nach Masca, dem malerischsten Dorf Teneriffas hoch oben im Teno-Gebirge, ist eine Katastrophe: eng, steil, kurvig und vor allem überfüllt mit kleinen Touris­tenbussen und Mietautos, die völlig ­unmotiviert stehen bleiben, um die ­zugegeben schöne und spektakuläre Landschaft zu fotografieren. Die Wanderung durch die Masca-Schlucht zum Meer ist anstrengend und erfordert Trittsicherheit, aber man kann sich mit einem Boot nach Los Gigantes zurückbringen lassen.

Bild (c)www.stefanjoham.com-1793.jpg
Gewaltige Landschaften! Nach Masca führt nur eine schmale Straße durch das Teno-Gebirge.

Der Golfplatz liegt wunderschön, mit tollen Ausblicken auf das Meer und die Berge. Und dann ist da noch die Punta de Teno, der älteste und westlichste Teil Teneriffas. Vom Leuchtturm konnte ich bis La Palma und La Gomera sehen. Der Küste entlang kommt man nach Garachico, einem kleinen Dorf am Meer, das mit dem Massentourismus im Süden rein gar nichts zu tun hat. 1706 wurde die Hafenstadt von glühender Lava zerstört. Man kann noch die erkalteten, natürlichen Meerwasserbecken sehen, die heute zum Baden an der sonst felsigen Küste einladen. In der Dämmerung haben wir dann auch noch den riesigen Drachenbaum im Parque del Drago im Weinstädtchen Icod de los Vinos besucht, angeblich ist er 500 Jahre alt, 15 m hoch und bringt es auf einen Durchmesser von 6 m.

Bild (c)www.stefanjoham.com-1894.jpg
Golf with a View! Auf Teneriffa gibt es viele schöne Golfplätze. Für mich am schönsten: Buenavista del Norte.

Ruhe am Strand von Pinta. Teneriffa ist meiner Meinung nach keine klassische Badeinsel. Dort, wo es längere Sandstrände gibt, wie in Los Christianos oder Las Américas, tummeln sich die Touristen, und Fast-Food-Ketten dominieren das gastronomische Angebot. Ausnahme ist die Playa de las Teresitas in der Nähe von Santa Cruz, aber dort bläst heftig der Wind und es ist um einige Grade kälter als im Süden. Ich finde mein Strandplätzchen bei Fañabe, einem etwas gehobeneren Touristenort mit einer langen Strandpromenade, wo ich mich lauftechnisch endlich austoben kann. Ansonsten braucht man auf Teneriffa ordentlich Kondition, es geht ständig bergauf und bergab. Trotzdem begegnen wir vielen Radfahrern – Chapeau!

Bild GettyImages-587035115.jpg
Bizarre Küsten: Natürliche Sandstrände gibt es auf Teneriffa kaum, die meisten wurden mit Sand aus der Sahara aufgeschüttet. Der Atlantik kann außerdem recht kalt und stürmisch sein. Dafür wird man mit einer vielfältigen Pflanzenwelt belohnt, mit verschiedenen Wolfsmilchgewächsen, Lavendel, Jasmin und Flockenblumen. © Getty Images

3-Sterne-Essen. Zugegeben: Gut essen und trinken gehören für mich zu einem gelungenen Urlaub einfach dazu. Das beste Restaurant habe ich in den Bergen oberhalb der Costa Adeje gefunden. Hier kredenzen zwei Franzosen, Oliver und Sébastien, mehr als die typischen Runzelkartoffeln mit Mojo-Soße, es gibt aber nur für 30 Gäste Platz. Thunfisch, Jakobsmuschel-Spieße, Shrimps, einfach spitze. Als Amuse-Gueule servieren sie Oliven in einer selbst zubereiteten Marinade aus Schalotten, Knoblauch, Olivenöl und Dijonsenf – köstlich. Wenn die Fahrt dorthin auch abenteuerlich ist. Einige Rezepte habe ich mit nach Hause genommen, um sie demnächst an meinen Freunden auszuprobieren.

Bild (c)www.stefanjoham.com-2235.jpg
Mein absolutes Lieblingslokal: Tasca El Granero in den Bergen bei Adeje.

Nicht verpassen:

Allgemeine Info: www.teneriffa.com

Pico del Teide: Wer ganz hinauf will, muss um eine Genehmigung ansuchen. www.reservasparquesnacionales.es
Familienspaß: www.loroparque.com
Fein speisen: tascaelgranero.e-monsite.com
Wale beobachten: www.freebirdone.com
Aktiv: www.surfcenter.el-medano.com, www.buenavistagolf.es, www.wandern-kanaren.de
UNESCO Weltkulturerbe La Laguna

 

Text: Ursula Scheidl

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus