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Lifestyle | 16.02.2016

Traumziel Myanmar

Mingalaba! Wem Thailand zu überfüllt oder Indien zu chaotisch ist, dem sei das ehemalige Burma empfohlen. Traumhafte Strände, beeindruckende Kulturstätten und Naturerlebnisse der besonderen Art.

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Auf 27 Quadrat­kilometern wurden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert 4.000 Tempel errichtet. © Getty Images

Das Land umfängt seine Freunde mit einer Art Zauber, den man nicht durchbrechen kann, selbst wenn man wollte. Das schrieb der amerikanische Historiker John F. Cady einst über Myanmar. Und nach einer zweiwöchigen Reise durch das ehemalige Burma kann ich dies nur bestätigen. Wenn Sie nach meinem Reisebericht das Verlangen verspüren, dieses Fleckchen Erde zu erkunden – so muss Thailand vor etwa 30 Jahren gewesen sein – dann unbedingt rasch, denn der Massentourismus ist nach dem Ende der Militärdiktatur 2011 sicher nicht mehr lange aufzuhalten. Ende 2015 gewann die demokratische Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Wahlen. Sie steht für Fortschritt – Bildung, Gesundheitswesen und Reise-Devisen. Nur zum Vergleich: Die mystische Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha wird jährlich von 2 Millionen Menschen besucht – Bagan (1. im Bild) nur von 200.000. Noch.

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Myanmar-Style: Redakteurin Marion Hauser im Longyi – der Nationaltracht.

Mingalaba! Das ist das Wort, das man von früh bis spät unentwegt hört. Es heißt „Guten Tag“, man kann es aber durchaus auch am Abend zum Gruße rufen. Freundlich sind sie alle, egal ob Marktstandler, Kellner, Fahrer oder Mönche. Sie prägen vor allem das Bild von Myanmar, das sich dem Touristen bietet.

Die ehemalige Hauptstadt Myanmars, Yangon, ist der ideale Start für den Entdeckungstrip. Pagoden und Klöster reihen sich dicht an dicht an Kolonialhäuser, die noch aus der Zeit der Engländer stammen. Sie zogen 1947 ab. Auch ein Blick auf den 70 Meter langen, liegenden Buddha ist ein Erlebnis. Das Leben der Bevölkerung dreht sich größtenteils tatsächlich um ihn. Einheimische spenden fast bei ­jeder Buddha-Gedenkstätte. Meine Reiseführerin Nang macht mich mit den Bräuchen bekannt. Jeder Wochentag hat ein göttliches Symbol, wobei der Mittwoch doppelt zählt, weil die Woche der Buddhisten aus acht Tagen besteht. Wer wie ich an einem Sonntag geboren ist, schüttet nun also über den Garuda (eine Art Fantasievogel) so viele Häferln voll Weihwasser über den Altar, so alt er ist. Plus eines mehr, das bringt dann doppelt Glück. Und noch ein kleiner Tipp: Wenn Mönche betteln, dann nur vormittags, andernfalls handelt es sich um „falsche Brüder“.

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Der Shwedagon ist eine der berühmtesten Tempelanlagen in Yangon, der ehemaligen Hauptstadt Myanmars (vormals Burma). © Getty Images

Es empfiehlt sich, einen privaten Reiseguide zu engagieren, denn nur so erfährt man viel über Land, Leute und Sehenswürdigkeiten. Dieser reist auch mit einem mit. Wir kommen nach Bagan, wo es nach ­einem aufregenden Besuch auf dem Markt zu ein paar der 3.000 erhaltenen Tempel geht. Nang führt mich ­zurück in die „Bagan-Zeit“, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert ihre Hochblüte hatte. 4.000 Gedenkstätten waren es anno dazumal auf 27.000 Quadratmetern. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Bagan auf der Handelsstrecke zwischen China und Indien lag und es steuerliche Erleichterungen für Geschäftsleute gab, wenn sie eine Pagode stifteten. Die eindrucksvollste Art, diese Mystik zu erleben, ist bestimmt eine Fahrt mit dem Ballon (ich empfehle das Unternehmen „Oriental Balloon“), die kostengünstigere Variante ist per Pferde­kutsche. Unbedingt einen Sunset auf einer Pagode erleben. Dieses romantische Erlebnis vergisst man nie.

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Bergpagode: Per Boot fährt man den Nam Pilu flussaufwärts zur Tempelanlage Indein, die aus dem 18. Jahrhundert stammt.

Das kulinarische Angebot ist reichhaltig, die Karte bietet in jeder Region Spezialitäten aus den Nachbarländern China und Thailand und Currys aus Myanmar (ohne Kokosmilch). Besonders geliebt habe ich die Shan-Nudelsuppe – eine klare Brühe mit Reisnudeln, Shrimps, Huhn oder Schwein. Sie ist eine Spezialität der Volksgruppe im Norden des Landes. Typisch Burma-Küche sind die vielen kleinen Töpfchen voll kleingeschnittenem Fleisch (Ziege war besonders lecker, es gibt aber auch Schwein und Huhn) und getrockneten, gepökelten Fischchen, serviert mit Gemüse – beispielsweise Teeblattsalat, Mini-Auberginen, Kürbisse sowie Bohnen und Erbsen aller Art. Und Fisch. Sowohl aus dem Meer als auch aus dem Inlesee. Letzterer erinnert ein wenig an unseren Karpfen. Ein National­gericht sind Vermicellli – gebratene Reisnudeln mit Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch oder Gemüse.

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Fisch-Restaurants laden zum Genießen ein.
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Tagsüber gibt’s frisches Obst von den einheimischen Strandverkäuferinnen. © Getty Images

Der auf 900 Metern im Norden des Landes liegende Bergsee, der Inlesee, ist ein Naturparadies. Das Leben spielt sich auf dem Wasser ab. Ganze Dörfer, auf Pfählen gebaut, fädeln sich entlang großer und kleiner Kanäle oder der berühmter schwimmender Gärten. Tipp: Unbedingt in einem Stelzenbungalow-Hotel mit eigener Terrasse wohnen. Atemberaubender Sunset.

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Früher haben die Bewohner des Inlesees so gefischt. Der Bergsee im Norden Myanmars befindet sich auf ca. 900 Metern. In der Nacht kann es ziemlich kühl werden. © Getty Images
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Ein typisches Dorf auf dem Inlesee, vollständig auf Stelzen gebaut.
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Zwei Tage lang schipperte ich per Boot, ähnlich unserer Zille, über den Inlesee. Ein Naturereignis.

Nach einer actionrei-chen Woche freute ich mich auf einen nicht überfüllten Strand, den Ngapali Beach, wo sich mein Tagesablauf wie folgt wiederholte: Zecherln in den Sand stecken, Tigerprawns essen (pssst! noch sehr günstig) und – Sie haben es erraten – mit einem Cocktail in der Hand den Sonnenuntergang genießen. Myanmar, ich komme wieder!

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ngapali Beach: Die Mini-Insel vor dem Pleasant View Resort ist der perfekte Ort für den Sundowner. © Getty Images
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Marion Hauser war für uns auf Myanmar.
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