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Lifestyle | 06.05.2016

Unsere Mütter haben uns geprägt!

look! Redaktions-Talk: Von der Beziehung zur Mami bis hin zu Erinnerungen an die Schulzeit. Das look! Team verrät, dass die Beziehung zwischen Mutter und Tochter bzw. Sohn nicht immer eine schwierige sein muss.

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Entspannt. Andrea Buday, Marion Hauser, Gabriele Stanek, Klaus Peter Vollmann (v. l. n. r.).

Begeisternd. Dass die Beziehung zwischen Mutter und Tochter bzw. Sohn nicht immer eine schwierige sein muss, beweist der zum Teil höchst amüsante look!-Redaktions-Talk. Lasst uns reden!

Sie haben uns neun Monate unter ihrem Herzen getragen, unser Leid gelindert, die Händchen gehalten, Tränen getrocknet, unser erstes Lächeln als Wunder empfunden. Erste Schritte begleitet, Trost gespendet, Mut zugesprochen, unsere Selbstfindungsphasen erduldet, Modetorheiten toleriert und versucht, einfach immer für uns da zu sein – unsere Mütter.

Spannend. Treffpunkt „EastEnd“ im Media Quarter Marx, wo auch die look!-Redaktion liegt. Das look!-Team rund um Herausgeberin Uschi Pöttler-Fellner trifft sich, um von den Mamis zu erzählen, von selbstgebastelten Muttertagsgeschenken und den Erinnerungen an Schulzeit bzw. Pubertät. Dass keiner wie die Mama werden wollte, ist kein Thema. Ganz im Gegenteil.

Manches große Kind verrät sogar, allergrößter Fan seiner Mum zu sein. Besonders dann, wenn diese selbst die hässlichsten Basteleien nach wie vor in Ehren hält. 

TALK

look: Wie würdet ihr die Beziehung zu eurer Mutter -beschreiben?

Gabriele Stanek (Leitung Marketing): Uns verbindet ein sensationelles Verhältnis – eine Ausnahme war die Loslösungs-phase während der Pubertät, aber auch die war nicht dramatisch. Inzwischen bin ich der größte Fan meiner Mutti und umgekehrt. Was ich ihr am meisten anrechne, ist, dass sie sich nie in mein Leben eingemischt hat, außer ich habe sie darum gebeten.

Marion Hauser (Menschen): Auch ich verstehe mich mit meiner Mutter sehr gut. Sie war nie eine Eislaufmutter, die mich in Sport oder Ballett getrieben hätte, sondern sie ließ mir meinen freien Willen. Andererseits war ich ein sehr unkompliziertes Kind, das sich stundenlang alleine mit sich selbst beschäftigen konnte. Fast zu brav, um wahr zu sein. (lacht)

Uschi Pöttler-Fellner (Herausgeberin): Die Mama war immer die Familienfeuerwehr, das heißt, sie war da, wenn ich sie gebraucht habe, obwohl sie stets berufstätig war. Selbst heute mit 83 steht sie täglich in ihrem Geschäft. Hut ab, das hält sie fit und jung. Ich werd’s wahrscheinlich genauso machen wie sie ... naja, vielleicht.

Andrea Buday (Society): Mein Verhältnis ist innig, war aber über längere Zeit auch turbulent, sprich: schwierig, was zum einen damit zusammenhängt, dass meine Mama Halb-ungarin, daher sehr temperamentvoll ist, und zum anderen, dass sie 17 war, als ich zur Welt kam. Und: Ich erinnere mich, zwar ein braves, allerdings ein eigensinniges Einzelkind -gewesen zu sein.

Kam es je zu einem Bruch oder -einem -ärgeren Streit?

Pöttler-Fellner: Nein, nie. Mit meiner Mutter konnte man gar nicht streiten, nicht mal während meiner Pubertät, in der ich mich fürchterlich benahm. (lacht) Eine heftige Zeit, aber meine Mutter ist auf meine Stimmungen nicht eingegangen. Als ich dann auszog, entspannte sich die Lage wieder. Was ich immer bewundert habe, ist, dass sie selbst bei kleinen und großen Katastrophen relativ gelassen und pragmatisch reagiert hat. Bis heute.

Klaus Peter Vollmann (Mode): Wir haben während meiner Pubertät oft gestritten, weil wir beide einen Dickschädel haben, und ich habe dann zwei, drei Tage nichts mit ihr geredet, um sie zum Umdenken zu bewegen. Letztendlich habe ich mich selbst aber mit meinem Schweigen mehr bestraft als sie.

Stichwort Muttertagsgeschenke …

Eva Schreiber-Urthaler (Art Direktion): Ich erinnere mich an einen Kleiderhaken, in den wir Muster reinbrannten und an gehäkelte Topflappen. Meine Mutter sammelt generell nichts, und daher wurden auch unsere Geschenke nach ein paar Tagen unauffällig entsorgt. (lacht) Aber das war okay.

Hauser: Mein „schönstes“ Geschenk waren Tonteller mit Hand bzw. Fußabdruck, die dann noch rot und blau gestrichen wurden. Das hat mir Spaß gemacht, aber zum großen Knaller gerieten diese Kunstwerke nicht. (lacht)

Vollmann: In der Unterstufe Gymnasium mussten wir etwas aus Ton formen, und ich entschied mich für eine Schildkröte, die aber dermaßen hässlich war, dass ich immer mehr und mehr Ton draufgepackt habe, sprich: die Kröte wurde riesig. Zuletzt kam noch ein Sockel dazu – und das Monsterding wog rund 60 Kilo. (lacht) Meine Mutter musste mit dem Auto anrücken, um mich samt meinem Geschenk nach Hause zu transportieren. Aber die Schildkröte steht heute noch im Garten meiner Eltern im Südburgenland!

Buday: Meine Mama hat alles aufbewahrt. Vom gehäkelten Katzenkalender über Tischdecken bis zum Zierpolster in Neonfarben und Muschelrahmen. Und ich war gnadenlos in meiner Kreativität bzw. Farbwahl, je größer und schriller, umso besser. Wie heute. (lacht)

Gibt’s noch andere lustige Erinnerungen?

Stanek: Mutti und ich sind früher gern in ein Hutgeschäft spaziert, einfach nur, um spaßeshalber Hüte zu probieren. Und weil wir anscheinend recht geeignete Models waren und den Verkauf ankurbelten, galten wir als sehr gern gesehene Kundinnen und durften nach Herzenslust agieren. (lacht)

Hauser: Meine Mutter redet noch mehr als ich, und eines Tages beim Essen mit Freunden erzählte sie von ihrer Chinareise und den vielen Radfahrern. Und durch das Rad kam sie auf einen Zwischenfall auf der Gumpendorfer Straße. Einer meiner Freunde – nur eine Sekunde abgelenkt – fragte: „Wieso sind wir auf der Gumpendorfer Straße, wir waren doch grad in China?“ Und seither gibt’s das geflügelte Wort: „Ah, ist wieder ein Radl auf der Gumpendorfer Straße umgefallen.“ (lacht)

Vollmann: Sehr lustig ist die Erinnerung an eine gemeinsame Wohnungsbesichtigung in Wien. Eine Zahnärztin hat am Heumarkt Studentenzimmer vermietet. Die Hauseigentümerin, ca. 90 und total ungepflegt, schleppte uns durch endlose Gänge in ein dunkles Loch mit Holzofen. Und das Beste: Das Badezimmer war eine Lade mit zwei Emailschüsseln drinnen. Meine Mutter und ich haben – natürlich hinter dem Rücken der Vermieterin – nur gelacht. Selbst auf dem Heimweg konnten wir nicht aufhören, weil es unfassbar war. (lacht)

Buday: Den trockenen Humor meiner Mutter habe ich immer geliebt. Einmal erzählte ich ihr von einem Ferialjob in Kitzbühel in einem Pub und sie meinte nur: „Elizabeth Taylor hätte das nie gemacht.“ Ein anderes Mal erwähnte ich, dass die Bedienerin unserer Studenten-WG verrückt geworden sei und eingeliefert wurde. „Jetzt erst? Bei dem Dreck wundert es mich, dass sie nicht schon früher durchgedreht ist.“ (lacht)

Wie sieht der Kontakt heute aus?

Vollmann: Wir haben ein Ritual. Jeden Sonntagabend telefonieren wir und besprechen die Woche. Und wann immer es sich zeitlich ausgeht, besuche ich sie im Südburgenland. Wobei ich sagen muss, sie fordert es nicht ein. Zumal sie auch in eine große Familie eingebunden ist. Wir sind vier Kinder.

Stanek: Ich rufe Mutti jeden Tag an, und sonntags koche ich für sie, weil es mir große Freude bereitet. Dazu kommt, dass wir oft mit meiner älteren Tochter in Berlin skypen. Und auch meine Jüngste fragt stets, ob Oma am Wochenende eh wieder mit dabei ist.

Hauser: Unsere Treffen finden regelmäßig statt, mindestens einmal im Monat. Aber wir telefonieren nicht täglich.

Schreiber-Urthaler: Meine Mama ruft mindestens zweimal am Tag an, um mir Dringendes mitzuteilen. (lacht) 

Pöttler-Fellner: Ich melde mich jeden zweiten Tag bei ihr und zweimal pro Woche sehen wir einander auch.

Buday: Oje, langsam erkenne ich mich als Problemfall. (lacht) Mein Kontakt ist ein lockerer. Vermutlich weil meine Mutter in Oberösterreich lebt und selbst sehr beschäftigt ist. Außerdem muss ich gestehen, dass ich weder Freundschaften noch familiäre Bande achtsam pflege. Dieses Gen fehlt mir.

 

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Offen. Uschi Pöttler-Fellner über kritische Phasen während ihrer Pubertät.

Welche Werte haben euch eure Mütter mit auf den Weg gegeben?

Hauser: Sie hat mich gelehrt, konsequent, verantwortungsbewusst, ordentlich und sparsam zu sein. Über meine Verhältnisse zu leben käme nie infrage, wobei ich zugeben muss, dass mir ein gewisser Luxus wie Schmuck oder gut essen zu gehen mehr bedeutet als meinen Eltern. (lacht)

Vollmann: Toleranz, Weltoffenheit Herzlichkeit und vor allem Bildung. Zu allen Anlässen bekam ich Bücher geschenkt, und auch während der Schulzeit war sie es, die sich gegebenenfalls um Nachhilfe etc. gekümmert hat.

Pöttler-Fellner: Meine Mutter ist wahnsinnig positiv, das habe ich sicher von ihr. Auch eine gewisse Form der Gelassenheit. Ruhe zu bewahren selbst im ärgsten Stress. Alles, was ich an guten Seiten besitze, verdanke ich ihr. Und die Disziplin auch ...

Schreiber-Urthaler: Disziplin hat mir auch meine Mutter mitgegeben, auch frei von Neid zu sein. Und dem Leben bzw. den Menschen völlig offen zu begegnen.

Buday: Alle Menschen gleich zu behandeln, Autoritäten zu hinterfragen, eine eigene Meinung zu haben, Eigeninitiave, Toleranz, Unbestechlichkeit und meinen Hang zur Extravaganz.

Wird mit euren Müttern alles besprochen?

Schreiber-Urthaler: Nein, vor allem deshalb, weil sie sich wahnsinnige Sorgen machen würde. Manches bespricht man nur mit Freundinnen. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht eine ganz besondere Stellung einnimmt. Sie ist eine wunderbare Großmutter, und ohne sie hätte ich vieles nicht geschafft.

Stanek: Doch, ich bespreche alles mit ihr. Zu wissen, dass ich mich immer auf sie verlassen kann, tut sehr gut. Sie ist mein Fels in der Brandung.

Hauser: Ich würde meine Mutter als Lebensmensch beschreiben, aber ich erzähl ihr nicht alles. Sie hat mir beigebracht, im Leben auch selbstständig Entscheidungen zu treffen.

Buday: Vieles versuche ich zuerst mit mir selbst auszumachen. Von meiner Krebserkrankung erfuhr meine Mama erst nach der OP, um sie nicht unnötig aufzuregen. Selbst über meine Scheidung wollte ich lange nicht reden. Mit niemandem.

Pöttler-Fellner: Meine Mutter ist der Mensch, dem ich mehr vertraue als jedem anderen. Sie ist die letzte Instanz.

Womit erfreut ihr eure Mütter nun?

Stanek: Mit Zeit. Das größte Geschenk ist, wenn ich sie zum Essen abhole und im Anschluss fahren wir noch zum Grab vom Papa. Wir sind dabei aber nicht wehmütig, sondern zünden ein Kerzerl an. Hauptsache, gemeinsam  dort gewesen sein.

Schreiber-Urthaler: Inzwischen bereiten ihr Blumen – auch am Muttertag – wieder eine große Freude.

Pöttler-Fellner: Auch meine Mutter freut sich am meisten, wenn ich Zeit mir ihr verbringe. Materielles interessiert sie überhaupt nicht und sie wäre richtig beleidigt, würde sie am Muttertag ein Geschenk bekommen. Mutter-tage mochte sie nämlich nie.

Hauser: Meine Mutter sammelt sehr gern und liebt Schafe, Gänse, Enten und zu Weihnachten Rentiere. Da gehen die Ideen für Überraschungen nie aus. Dass ich nun verlobt bin und nächstes Jahr endlich heirate, macht sie besonders gücklich. (lacht)

Vollmann: Sie genießt es, wenn mein Mann und ich sie zum Essen ausführen, das mag mein Vater nämlich weniger. 

Buday: Auf jeden Fall mit Blumen! Mit einem Spontanbesuch und ganz -sicher mit einer gemeinsamen Reise ans Meer oder in die Berge zum Skifahren. Ich arbeite daran!

KINDHEITSERINNERUNGEN DER LOOK! REDAKTION
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So süß! Marion Hauser als Baby mit ihrer Mutter.
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Putzig. Andrea Buday mit ihrer Mutter im Schlosspark Haag.
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Goldig. Baby Gabriele Stanek mit ihrer Mutti.
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Artdirectorin Eva Schreiber-Urthaler mit Mama und Zwillingsschwester.
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Wonne­proppen Klaus Peter Vollmann und seine Mama.
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Uschi Pöttler-Fellner und ihre Mama beim Posen!

REDAKTION ANDREA BUDAY 

FOTOS PRIVAT

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