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Lifestyle | 19.06.2017

Wir sind im Reisefieber!

Du hast den diesjährigen Sommerurlaub bereits gebucht? Dann ist es höchste Zeit, mit dem richtigen Know-how deine Reiseapotheke aufzurüsten. Frau Univ.-Prof. Dr. Rosa Bellmann-Weiler verrät uns, wie.

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Wir sind im Reisefieber! © Shutterstock

Egal, wohin der Urlaub gehen soll, es ist immer wichtig, sich mit der richtigen Ausstattung auf eventuelle Notfälle vorzubereiten. Damit die vermeintlich schönste Zeit des Jahres nicht ins Wasser fallen kann, gehört dazu auf jeden Fall auch eine gut organisierte Reiseapotheke. Für viele stellt sich allerdings die Frage, was der Notfallkoffer für den Urlaub letzten Endes beeinhalten sollte.  

Die Basics. Grundsätzlich hängt die Zusammenstellung von Urlaubsmedikamenten stark vom Zielland ab. Deswegen ist es wichtig, sich vorab über Hygienestandards und Erkrankungen zu erkundigen. Auskunft kann dabei von verschiedenen Quellen eingeholt werden, weiß Frau Dr. Bellmann-Weiler: „Prinzipiell gibt es gute Seiten im Internet, auf denen man sich informieren kann, zum Beispiel die Seite des Ministeriums gesundheit.gv.at oder fitfortravel.at. Am besten ist es aber natürlich, sich direkt von Experten beraten zu lassen.“ Man sollte sich dabei aber nicht nur über länderspezifische Besonderheiten informieren, sondern sich auch mit dem persönlichen Gesundheitszustand auseinandersetzen. Vor allem für ältere Personen und Menschen mit chroni-
schen Krankheiten und Immunschwächen ist es ratsam, die Reisetauglichkeit vorab vom Experten überprüfen und bestätigen zu lassen.

Europa oder Übersee? Während man sich auf die medizinischen Standards Europas relativ gut verlassen kann, können Überseereisen je nach Gebiet eine größere Herausforderung für die Zusammenset-
zung der Urlaubsapotheke darstellen. Unabhängig vom Zielort sollten ein paar Basics allerdings in keinem Reisegepäck fehlen. Desinfektionssprays, Mückenschutz, Verbandsutensilien sowie auch Prophylaxe- und Kopfschmerzmittel sind im Notfall immer hilfreich und können uns eventuell den lästigen Gang zum Arzt ersparen. Wenn es weiter weg gehen soll, gilt Vorbeugen aber als beste Medizin. „Wer Überseereisen antritt, sollte vorab unbedingt darauf achten, die richtigen Impfungen zu erhalten“, rät die Expertin. Deshalb sollte mit den Vorbereitungen auf den Urlaub bereits ungefähr sechs Monate vor Reiseantritt begonnen werden. Da der Import gewisser Medikamente nicht in allen Ländern gleich unkompliziert verläuft, muss in dringenden Fällen außerdem eine ärztliche Mitführbestätigung eingeholt werden. Besonders bei starken Schmerz-
mitteln oder Medikamenten, die jeden Tag genommen werden müssen, kann dies Zeit, Nerven und unnötige Diskussionen am Flughafen ersparen.

Vorsorge vor Ort. Bei manchen Medikamenten empfiehlt es sich gegebenenfalls sogar, diese vor Ort zu besorgen. Insektenmittel sind beispielsweise oft auf regionen- und länderspezifische Gattungen abgestimmt und wirkungsvoller als die bei uns erhältlichen Produkte. Auch gegen Durchfall wissen Experten im Zielland oft guten Rat, da sie Umstände und Erreger der Beschwerden besser einschätzen können. Im Fall einer ernsthaften Erkrankung wie zum Beispiel Malaria darf der Besuch eines Arztes auch trotz gut organisierter Urlaubsapotheke auf keinen Fall vermieden werden.

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gut vorbereitet! © Shutterstock

Reiseapotheke: Das muss rein!

  • Medikamente gegen Schmerzen
  • Fieber, Mund- und Rachenentzündungen
  • Medikamente bei Husten und Schnupfen (abschwellende Nasensprays erleichtern zudem den Druckausgleich bei Flugreisen)
  • Medikamente gegen Durchfall, Elektrolytmischungen, Präparate zur Wiederherstellung der Darmflora
  • Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Verstopfung
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit
  • Antiallergika
  • Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe
  • Sonnenschutzmittel, After-Sun-Präparate
  • Repellentien, Medikamente bei Insektenstichen
  • Verbandsmaterial (aluminisierter Verbandmull bei Verbrennungen, elastische Binden, Heftplaster)
  • Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe, eventuell Blasenpflaster
  • Arzneimittel zur Prophylaxe spezieller Tropenkrankheiten (beispielsweise Malaria-Mittel) 
  • Medizinische Dokumente wie Impfpass, Diabetikerausweis, Allergiepass oder Notfallpass für Patienten unter Antikoagulantientherapie
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Die nehme ich zum Schutz mit auf Reisen! © Shutterstock

Gut zu wissen

Bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten muss unbedingt auf die Zeitverschiebung beim Reisen geachtet werden.

Bei Langstreckenflügen sollten je nach gesundheitlicher Verfassung Maßnahmen gegen Thrombose getroffen werden.

Im Ernstfall kann es wichtig sein, Nummer und Adresse der im jeweiligen Land existierenden österreichischen Botschaft bei sich zu tragen. 

Während ärztlich verordnete Medikamente im Ausland meistens privat gekauft werden müssen, kann man die Kosten für diese zuhause oft über den Sozialversicherungsträger zurückverlangen. Dafür einfach diverse Rechnungen und Atteste aufbewahren und nach dem Urlaub einsenden.

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Frau Univ.-Prof. Dr. Rosa Bellmann-Weiler, Stv. Direktorin der Inneren Medizin II (Infektiologie und Immunologie/Tropen- medizin, Rheumatologie und Pneumologie) stand uns mit Expertentipps zur Seite. ( Foto: TIROLERIN/Strigl)
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