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People | 04.03.2016

10 Fragen und wie denken Sie?

Großer Wordrap. Wer zieht in die Hofburg ein? Wir haben den aussichtsreichsten Kandidaten dringende Fragen zur Frauenpolitik, zu ihrer Familie und warum man ausgerechnet sie mit dem höchsten Amt im Staat betrauen sollte gestellt.

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Die diesjährigen Kandidaten der Bundespräsidentschaftswahl im Intereview

RUDOLF HUNDSTORFER

SPÖ

 

Rudolf Hundstorfer. Möchte seinen Beitrag leisten, damit Österreich noch sozialer wird.

 

Warum wollten Sie kandidieren? 

Die Entscheidung, zu kandidieren, habe ich mir reiflich überlegt. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Österreich noch sozialer wird. Das Amt des Bundespräsidenten ist eine große Chance und birgt zahlreiche Möglichkeiten. Ich möchte mich für andere Menschen einsetzen – durch meine beruflichen Stationen habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut, das ich dazu nutzen werde. 

Stichwort Frauenpolitik. Was gibt es zu tun?

Es gibt noch einiges zu tun, bis Frauen nicht nur auf dem Papier, sondern auch im wirklichen Berufs-leben gleichgestellt sind. Kinderbetreuung, Lohnschere, die sich hin bis zur Pension auswirkt, oder Verhinderung von Gewalt an Frauen. Als Präsidentschaftskandidat will ich soziale Fragen, wie auch jene der Gleichbehandlung, zum Thema machen. Die vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters wäre jedenfalls ein völlig falsches Signal. 

Unsere jetzige Karenz-Lösung ist zwar sehr sozial, drängt aber viele Frauen aus dem Arbeitsmarkt. Wie stehen Sie dazu?

Es braucht weitere Anreize, damit sich mehr Männer beteiligen, das Wort „Väterkarenz“ darf kein Fremdwort sein. Der Papamonat in der Privatwirtschaft wäre schon mal ein erster Schritt. Für einen reibungslosen Wiedereinstig ins Berufsleben braucht es ein flächendeckendes und vor allem leistbares Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen.

Waren Sie jemals in Väter-Karenz?

Nein, ich war nicht in Karenz.

Mehr von Rudolf Hundstorfers Interview lest ihr in der aktuellen look! Ausgabe.

ANDREAS KHOL

ÖVP

 

Andreas Khol. Liebt das Land und mag die Leute.

 

Warum möchten Sie Bundespräsident werden?

Ich möchte diesem Land dienen, weil ich es liebe und weil ich die Menschen gerne habe. Ich wurde als Staatenloser 1947 aufgenommen und bekam alle Chancen für mein Leben. Dafür bin ich dankbar. Ich habe im Übrigen die besten Voraussetzungen für dieses Amt. Ich war Universitätsprofessor für Verfassungsrecht und erster Präsident des Nationalrates. Darüber hinaus habe ich reichlich internationale Erfahrung und spreche drei Fremdsprachen. Außerdem bin ich ein Freund der offenen Worte, deshalb bin ich der neue Bundespräsident. Ich werde das Sprachrohr der Bürgerinnen und Bürger sein und die Hofburg öffnen. 

Stichwort Frauenpolitik. Was werden Sie unternehmen, damit Frauen bei gleicher Leistung gleich wie Männer bezahlt werden?

Ausbau der Bildung, insbesondere des lebensbegleitenden Lernen, um von Beginn an ebenso wie nach einem Wiedereinstieg die Berufschancen zu erhöhen. Mut zur geschlechtsspezifisch ungewöhnlichen Berufswahl. Stärkung der Familienfreundlichkeit – durch Kinderbetreuungsangebote ebenso wie durch viel flexiblere Arbeitszeitmodelle oder Angebote der Tagespflege für Angehörige – damit mehr Frauen sich eine Vollzeit- statt einer Teilzeitstelle zutrauen. 

Welche Frauenanliegen würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Frauenpensionen und Arbeitszeitmodelle.

Hillary Clinton for President?

Das entscheiden die US-Amerikaner und Amerikanerinnen.

 

Mehr von Andreas Khols Interview lest ihr in der aktuellen look! Ausgabe.

 

ALEXANDER VAN DER BELLEN

DIE GRÜNEN

 

Alexander Van der Bellen. Will dazu beitragen, dass es den Menschen in Österreich besser geht.

Warum möchten Sie Bundespräsident werden?

Österreich hat mir als Flüchtlingskind große Chancen eröffnet, mir eine Heimat geschenkt. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass ich in Österreich gute Schulen besuchen konnte, dass ich eine Universitätslaufbahn einschlagen konnte. Ich will als überparteilicher Bundespräsident meiner Heimat etwas von dem zurückgeben, was mir in meinem Leben geschenkt wurde.

Stichwort Frauenpolitik. Welche Frauenanliegen würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel hin zu partnerschaftlicher Kindererziehung und ein ausreichendes Kindergartenangebot, sodass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mann und Frau verbessert wird. Der Bundespräsident kann sich für solche Themen einsetzen, die Umsetzung obliegt aber der Regierung.

Welche Frau, außer Ihrer Mutter, hat Sie am meisten geprägt?

Die ehemalige Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg, eine selbstbewusste und entschlossene Frau. 

Wie ist die Rollenverteilung bei Ihnen zu Hause?

Die Kinder sind seit Jahrzehnten aus dem Haus. Meine Frau ist berufstätig, wir tragen beide was zum Haushalt bei.

Wie öffentlich wollen Sie als Präsident sein?

Ich werde, wenn irgend möglich, weiterhin mit
U-Bahn und Straßenbahn fahren.

Welche Rituale gibt es in Ihrer Familie?

Jeder Geburtstag wird im Kreis der Familie gefeiert.

 

Mehr von Alexander Van der Bellens Interview lest ihr in der aktuellen look! Ausgabe.

 

 

IRMGARD GRIESS

UNABHÄNGIG

 

Irmgard Griess. Will, dass Politiker für das Ganze Verantwortung übernehmen.

Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?

Wichtig waren die Erfahrungen, die ich bei der
Arbeit in der Hypo-Kommission gemacht habe: Kein Politiker fühlte sich für das Ganze verantwortlich, jeder hat nur seinen Bereich gesehen und war vor allem daran interessiert, in den Medien möglichst gut wegzukommen. 

Müssen Frauen in Top-Positionen doppelt so gut sein wie Männer, um anerkannt zu werden?

Das wird oft gesagt und ist vielleicht etwas überzeichnet. Richtig ist aber, dass Frauen kritischer beobachtet werden als Männer. 

Woran liegt es, dass Frauen in der Regel immer noch weit weniger als Männer verdienen?

Frauen arbeiten oft Teilzeit oder sind wegen der Kinder nicht durchgehend berufstätig. Das führt zu einem geringeren Einkommen; völlig unannehmbar ist es, wenn Frauen bei gleicher Leistung weniger verdienen als Männer.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Einkommensschere für Frauen zu verbessern?

Wir brauchen jedenfalls gute und ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen, damit Frauen so viel arbeiten können, wie sie wollen. Ändern muss sich auch die Einstellung in den Unternehmen. Frauen müssen Karrierechancen aber auch selbstbewusst wahrnehmen und nicht erst fragen, ob sie das wohl schaffen werden.

Welche Frauenanliegen würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Gleiche Bezahlung bei gleicher Leistung ist für mich vordringlich.

 

Mehr von Irmgard Griess' Interview lest ihr in der aktuellen look! Ausgabe.

NORBERT HOFER

FPÖ

 

Norbert Hofer. Findet, dass es in unserem Land einiges zu tun gibt.


Was würde Ihre erste Amtshandlung sein?

Ich würde Kanzler und Vizekanzler zu mir bitten. Es gibt einiges zu besprechen.

Thema Frauenpolitik. Woran liegt es, dass Frauen in der Regel immer noch weit weniger als Männer verdienen?

Das hat mehrere Ursachen. Zum einen arbeiten Frauen in Berufen, die im Niedriglohnsektor angesiedelt sind, zum anderen versagen die Sozialpartner in der Frage der gerechten Entlohnung.

Welche Frauenanliegen würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Alleinerziehende Frauen leben mit den Kindern in vielen Fällen unter der Armutsgrenze. Das ist das dringendste Problem, das gelöst werden muss.

Welche Frau, außer Ihrer Mutter, hat Sie am meisten geprägt?

Meine Schwestern.

Was halten Sie generell vom Weltfrauentag?

Er ist ein guter Anlass, um über echte Gleichstellung nachzudenken. 

Hillary Clinton for president. Ja oder Nein?

Das hat die Bevölkerung der USA zu entscheiden. Ich wünsche mir jedenfalls einen Präsidenten oder eine Präsidentin, der oder die weniger Kriege führt, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Kriegs-politik der letzten Jahre hat ja – was die Folgen anbe-langt – auch Europa erreicht. Völkerwanderung und Terror sind kein Naturgesetz, sondern sind von Menschen verursacht.

 

Mehr von Norbert Hofers Interview lest ihr in der aktuellen look! Ausgabe.

Redaktion Uschi Pöttler-Fellner, Andrea Buday, Marion Hauser & Kathrin Gottsbachner

Fotos Gerhard Deutsch / Kurier / picturedesk.com

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