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People | 03.02.2015

Vorstadtweiber-Star Maria Köstlinger im Talk

Die Vorstadtweiber. Über die Topquote der ORF-Serie freut sich Maria Köstlinger. Doch das Leben nach dem Tod ihres Mannes Karlheinz Hackl ist immer noch schwer.

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„Manchmal war es eine gute Ablenkung und manchmal nur unerträglich.“ Maria Köstlinger über den Dreh (© Katharina Schiffl)

Nahezu ungeschminkt und mit einer kessen Latzhose, die von der Größe her vermutlich auch ihrer 14-jährigen Tochter Melanie passen würde, erscheint Maria Köstlinger, 42, im „Mario“ in Hietzing. Eine perfekte Location für einen „Vorstadtweiber“-Talk. Im sehr persönlichen Gespräch verriet die Aktrice aber auch, wie es ihr sieben Monate nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes Karlheinz Hackl geht.

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Maria Köstlinger in Vorstadtweiber (© ORF/Petro Domenigg)

Marion Hauser: Was machen Sie am Montag um 20.15 Uhr?
Maria Köstlinger: Ehrlich gesagt ist es das erste Mal, dass ich jetzt auch jeden Montag vor dem Fernseher sitze. Ich habe sogar eine Public-Viewing-Runde, die aus den Eltern der einstigen Spielplatz-Runde meiner Tochter. besteht. Und wir versuchen demnächst eine „Vorstadtweiber“-Runde mit allen Kolleginnen zu organisieren.

Marion Hauser: Dürfen die Kids zusehen?
Köstlinger: Ja, also die, die zwischen 14 und 17 Jahre sind, schon. Für die Melanie ist es natürlich nicht ganz leicht, aber sie ist das gewohnt. Sie weiß, dass ihr Vater nicht schwul war, obwohl er in „La Cage aux Folles“ gespielt hat, und dass die Mama sich nur als „Hedda Gabler“ auf der Bühne umgebracht hat und nicht in echt. Sie kann schon gut unterscheiden, was privat und was beruflich ist.

Marion Hauser:Was sagt sie zur Mama in heißen Dessous?
Köstlinger: Sie ist sehr lieb und sagt schon, du siehst super aus, was mich dann auch sehr freut. Ich glaube, sie ist schon stolz auf mich.

Marion Hauser:Sind Buben für Melanie noch sehr doof oder schon cool?
Köstlinger: Ja, die sind noch sehr doof für sie. Die Pubertät ist für Burschen wie Mädchen eine schwere Zeit. Ich bin ja durch meine Kindertheatertruppe „Gut gebrüllt“ mit vielen Teenagern zusammen und von der Arbeit mit den Jugendlichen sehr angetan.

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Maria Köstlinger (© Katharina Schiffl)

Marion Hauser:Gibt es heuer eine Premiere?
Köstlinger: Das hängt von den nächsten beruflichen Vorhaben ab (zwischen April und November dreht Maria Köstlinger die zweite Staffel von „Vorstadtweiber“). Aber wir machen mit unserem fahrenden Theater-Bus auf alle Fälle in Reichenau halt. Entweder wird es eine Wiederaufnahme oder doch ein neues Stück.

Marion Hauser: Es spielen viele Kollegen vom „Theater in der Josefstadt“ in der Serie mit. Wie geht sich das mit dem Spielplan aus?
Köstlinger: Ich glaube, Direktor Herbert Föttinger fängt schon langsam zu fluchen an: Gerti Drassl, Martina Ebm, Sandra Cervik, Michael Dangl – und Thomas Mraz ist auch immer wieder dabei. Das ist nicht leicht, aber er ist wahnsinnig tolerant und lieb, dass er uns das ermöglicht.

Marion Hauser: Was gibt es für Pläne in der „Josefstadt“?
Köstlinger: Ich stehe derzeit gar nicht auf der Bühne, aber im März fange ich an, ein Kafka-Projekt mit bis dato noch nicht veröffentlichten Geschichten zu probieren. Premiere ist am 25. April.

Marion Hauser: Zurück zu den „Vorstadtweibern“. Der Dreh war letztes Jahr in der schwersten Zeit Ihres Lebens. Wie gehen Sie damit um, wenn Sie sich heute im TV sehen?
Köstlinger: Ich sehe natürlich schon den ganzen Schmerz dahinter und bin manchmal schon auch stolz, dass ich das mit viel Disziplin, Liebe und Vertrauen des Teams so hinbekommen habe. Manchmal war es eine gute Ablenkung und manchmal nur unerträglich. Man hat natürlich dazwischen geheult und musste sich fangen, aber natürlich sehe ich, was sich hinter meinem Gesicht verbirgt.

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die vorstadtweiber. Maria Köstlinger mit ihren großartigen Schauspiel-Kolleginnen: Gerti Drassl (l.), Nina Proll (Mitte sowie o.) und Martina Ebm ( r.). Bis zu 900.000 Seher sitzen montags vor dem Bildschirm. (© ORF/Petro Domenigg)

Marion Hauser: Wie oft denken Sie an Karlheinz?
Köstlinger: Jeden Tag. Ich versuche, so gut wie möglich damit umzugehen. Man kann sich so eine Situation erst vorstellen, wenn sie eintrifft. Es ist eigenartig, wenn du im Badezimmer stehst und niemand neben dir ist. Wir waren sehr viel zusammen. Trotz der schwierigen Zeit, die wir seit seiner Erkrankung vor zehn Jahren hatten, bin ich dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte, dass wir uns so geliebt und dieses wunderbare Kind haben.

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