Du befindest dich hier: Home | People

People | 09.03.2015

Christine Lugner im Exklusiv-Talk

Richard Lugner ist umstritten. Man mag ihn. Oder man meidet ihn. Dennoch ist er einzigartig. Als Baumeister, Centerleiter, Opernballkönig. Und Familien-Oberhaupt. Christine Lugner, seine erste Frau, äußert sich dazu vor der Presse nicht und gibt auch keine Interviews. Mit uns hat sie nun das erste Exklusiv-Interview geführt!

Bild lugner - atv.jpg
Sehr verliebt. Richard und deine sechs Jahre jüngere Verlobt Christine heiraten 1961. (© ATV; Buch: Die Mörtel-Story)

Ehefrau Nummer 1: Chistine Gmeiner, seine Jugendliebe
Heirat: Am 29. April 1961 standesamtlich, am 6. Mai 1961 kirchlich in der Wiener Hofburgkapelle
Scheidung: 1978

Christine Lugner, Ehefrau Nr. 1 und Mutter der beiden Söhne Alexander & Andreas, arbeitete bis vor elf Jahren als Prokuristin in der Firma, die sie gemeinsam mit ihrem Ex-Gatten aufgebaut hatte. Kein Frau umwarb Richard Lugner so lange wie Christine Gmeiner, das Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihm bereits im zarten Alter von 13 Jahren auffiel, ihn aber erst mit 23 ehelichte. Und der es letztendlich gelang, ihn von der Selbständigkeit zu überzeugen und eine Baufirma zu gründen. Ahnung hatten beide keine, aber sie waren ehrgeizig und lernten schnell. Für seine Biografie „Die Mörtel-Story“ (erschienen 2007) gab sie erstmals ein Exklusivinterview, das nun aktualisiert wurde. Erneut exklusiv.

Sie kennen Richard Lugner seit frühester Jugend. Waren Sie sofort verliebt ihn?

Das hat sich ergeben. Das kann ich jetzt gar nicht mehr so beantworten (sie lacht), unser Beziehung ist gewachsen. Wir hatten anfangs ein sehr gutes kameradschaftliches Verhältnis, und daraus entwickelte sich dann eben mehr. Freunde sind wir nach wie vor. Keiner legt dem anderen einen Stein in den Weg. Mir gelang es aber, ihn zu überzeugen, im Alleingang ein Unternehmen zu gründen. Er fragte mich: „Hast du überhaupt eine Ahnung, was es bedeutet, eine Baufirma zu leiten?“ Ich war jedenfalls der Meinung, dass man es allemal probieren konnte. Sollte es nicht klappen, sperren wir halt wieder zu.

Mit wie vielen Arbeitern starteten Sie?

Zuerst hatten wir nur zwei Leute, aber es dauerte nicht allzu lange und es waren 30. Ich kümmerte mich um sehr viel – unter anderem eben auch um die Lohnverrechnung, die ich immer Donnerstagnachts machte, denn am Freitagfrüh war Zahltag. Und damals war es üblich, seine Arbeiter bar auszuzahlen. Das war insofern scheußlich, weil aufgrund des Frühschlusses alles bis zwei oder drei Uhr nachmittags erledigt sein musste. Die Leute kamen ja meist aus dem Waldviertel oder Burgenland. Ich fuhr mit den Lohnsackerln auf die einzelnen Baustellen und teilte sie aus.

Bild christine Lugner 4_buday.jpg
Christine Lugner im Talk mit Andrea Buday (© Society-Redakteurin Andreas Buday)

Die Firma wuchs rasch…

Ja, weil wir gute Bauleiter hatten und er sich sehr engagiert hat, das muss man sagen. Jeder Auftrag wurde termingerecht eingehalten und auch die Kosten wurden nie überschritten… Am Anfang gehörte auch das Geldeintreiben zu meinen Aufgaben. Das war immer ein Zirkus. Auch machte ich den Einkauf, Koordinierung des Lagerplatzes samt Fuhreneinteilung, sowie Bauservice für kleine Arbeiten.

 

Wie war Richard Lugner als junger Mann?

Er war ein sehr schüchterner Mensch. Die ersten Aufträge zog so zu sagen ich an Land. Von Montag bis Freitag hieß es arbeiten und am Wochenende luden wir Kunden und Freunde in unser Sommerhaus nach Breitenfurt. Es gab dort keinen Komfort, weder Geschirrspüler, noch Waschmaschine, aber die Leute fühlten sich sehr wohl. Ich war auch keine Star-Köchin, aber man musste sich bemühen, damit man etwas auf den Tisch brachte. Und die Leute dankten es, indem sie uns nach und nach Aufträge gaben. Als der Name Lugner allmählich immer bekannter wurde, flatterten die Aufträge von alleine ins Haus. Leicht waren die Anfänge jedenfalls nicht.

 

Wie oft treffen Sie Ihren Ex-Mann noch?

Wir haben Familienfeste wie Weihnachten trotz der Scheidung immer gemeinsam gefeiert, das war immer sehr nett. So auch 2014.
Er ist schon ein friedfertiger Familienmensch, der am liebsten alle unter einem Dach hätte.

 

Sie haben die Firma mit aufgebaut und trotzdem immer gespart?

Als wir geschieden wurden, hatten wir 850 Leute. Das war die echte Blütezeit des Unternehmens. Aber Geld habe ich nie rausgeworfen. Ich komme aus einer Generation so wie Richard, die noch sparen musste.
Mein Vater war ein Feinmechaniker, meine Mutter war zuhause bei den vier Kindern. Und mein Vater war im Krieg gefangen, für uns eine schwierige Zeit. Dadurch lernt man Bescheidenheit kennen, selbst dann, wenn es einem besser ging. Eine Generation, die am Aussterben ist, die es nicht für selbstverständlich findet, dass es einem gut geht.

Bild lugner_010_Pivat.jpg
Jedes Jahr wurde die Firma von kurz vor Weihnachten bis Anfang Jänner geschlossen, damit sowohl die Mitarbeiter als auch Lugner seine Zeit für die Familie hatten. Dieses Bild entstand auf einer Silvesterparty auf einem Schiff. (© Privatarchiv Lugner; Buch: Die Mörtel-Story)

Welche Aufgaben hatten Sie denn in der Firma inne?

Ich war für die komplette Verrechnung der Lieferanten zuständig und als alleinige Zeichnungsberechtigte durfte ich alles unterschreiben, auch seine Privatkonten.

Die Trennung zwischen Privatem und Beruflichem war möglich?

Ja, weil uns eine sehr gute Freundschaft verband. Schon vor unserer Ehe. Man kann mit ihm als Frau sehr gut befreundet sein.

Wie war er als Vater?

Er war streng und darauf bedacht, dass die Söhne ehrgeizig werden, aber er hatte wenig Zeit und konnte sich daher nicht so kümmern. Zuerst war’s der Beruf und die Firma, dann die Medien, die ihn in Anspruch nahmen. Alexander lebte nach der Scheidung bei ihm bzw phasenweise auch bei mir und Andreas. In Erziehungsfragen gab es nie Meinungsverschiedenheiten, wir lösten vielmehr alles sehr liberal. Seine Söhne absolvierten beide die HTL (Hochbau). Alexander spezialisierte sich u.a. auf Tankstellenbau und arbeitete sehr erfolgreich für alle Mineralölfirmen. Und Andreas war für Renovierungen und Trägerauswechslungen zuständig.
Dass letztendlich nach der Übernahme der Baufirma nicht alles glatt verlief, hatte mehrere Ursachen. Auf seine Söhne darf er aber ruhig mehr als stolz sein, denn sie lieferten, so wie ich, durch 20-jährige Aufbauarbeit und großem Einsatz den Grundstein für den nachfolgenden Bau der Lugner City.

 

Wie würden Sie Ihren Ex-Gatten jetzt beschreiben?

Er ist ein sehr kameradschaftlicher Typ, der unbedingt Wort hält, wie ich auch, das zeichnet uns beide aus. Viele Leute halten heute nicht mehr Wort. Sie sind wie Chamäleons. Das ist er nicht. Was er sagt, ist felsenfest in Ordnung. Zudem ist sehr zielstrebig und fleißig.

Bild lugner privat.jpg
Mutter Leopoldine und Schwiegertochter Christine verstanden sich rasch sehr gut. Auch nach der Scheidung trafen sie sich oft. (© Privatfundus Lugner; Buch: Die Mörtel-Story)

Verbindet Sie mit ihrem Ex-Gatten eine Seelenverwandtschaft?

Ja, schon... Wir sind beide aus dem gleichen Holz geschnitzt...

 

Haben Sie ihn nie gefragt, warum er später nur wesentliche jüngere Frauen geheiratet hat?

Warum hätte er sich eine Ältere nehmen sollen? Dafür hab ich Verständnis, denn ich würde auch keinen Uralten als Freund akzeptieren.

 

Haben Sie die Opernball-Übertragung im Fernsehen verfolgt?

Ja, ich schaue mir den Opernball gern im Fernsehen an. Richard und ich waren früher mehrmals auf diesem schönen Ball, zwar ohne Tisch- und Logenreservierung, aber wir waren beide jung und genossen so die Ballnacht.

 

Was sagen Sie zu seiner fünften Frau Cathy?

Ich hab Cathy bis jetzt mehrmals getroffen, unter anderem bei der jährlichen Weihnachtsfeier. Sie ist mir gegenüber freundlich und nett. Nur glaube ich, dass sie sich für die ganze Familie aufopfert, denn ihre Tochter Leonie, sechs Jahre alt, sagte wortwörtlich im Fernsehen, dass es allen bald besser gehen würde. Wie sie es wahrscheinlich von ihrer Familie gehört hat. Der Name Lugner und der finanzielle Hintergrund werden wohl als Sprungbrett für ihre Karrierewünsche gedacht gewesen sein. Trotzdem wünsche ich Richard und Cathy alles Gute, vor allem ein friedliches und glückliches Leben.

 

Interview: Andrea Buday - Society Redakteurin
2007 schrieb sie das Buch "Die Mörtel-Story" das im echomedia-Buchverlag erschien.

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus