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People | 09.04.2015

Wir sind einfach schön

Bodytalk. Schlanke, mollige, junge und reifere Frauen sprechen über ihren Körper. Warum sie ihn lieben. Und manchmal auch nicht.

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Miriam Hie

Moderation Superfly, Servus TV (36)

Miriam Hie studierte an der Filmschule Wien und war die erste asiatische Moderatorin im österreichischen TV (ORF-Magazin „25“, Kinderprogramm, es folgten ZDF und ServusTV).

Redakteur: Ernähren Sie sich bewusst?

Miriam Hie: Ja. Denn lustbetontes Essen heißt für mich nicht, wahllos alles in sich reinzustopfen. Gerade weil ich Vielesserin bin, achte ich darauf, was ich esse. Dazu gehören vor allem gutes Fleisch, Fisch, Reis und Nudeln, Gemüse, Obst, Nüsse. Brot und Süßigkeiten stehen weiter unten auf meiner Ernährungsliste, weil mein Körper nicht sonderlich stark danach verlangt.

Redakteur: Welcher Nascherei können Sie dennoch nicht widerstehen?

Hie: Nüssen. Salzige Knabbereien in kleinen Schüsselchen. Auch in großen Schüsselchen. Dem perfekten Zaunerkipferl kann ich auch nur ganz schwer widerstehen. Eines der wenigen süßen Dinge, die ich liebe.

Redakteur: Wie sportlich sind Sie?

Hie: Ich gehe dreimal in der Woche ins Fitnessstudio und bin momentan CrossFit-süchtig. Gerade für meine Arbeit bei „Na Servus“ muss und möchte ich fit sein.

Redakteur: Setzt Sie der Jugendwahn unter Druck?

Hie: In meinem Job ist es schon verdammt mühsam, weil man so stark durch sein Äußeres definiert wird. Einerseits wird in vielen Frauenzeitschriften über den Mager- oder Jugendwahn gezetert, andererseits demütigt man die Frauen auf der nächsten Seite schon wieder mit übertrieben dünnen Models. Zu viele Frauen lassen sich noch immer demütigen und jagen einem Klappergestell-Mythos hinterher. Ich auch noch manchmal. Aber viel weniger als früher.

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Verena Schneider

Moderatorin bei Puls 4 (34)

Verena lernte ihre Profession im Radio, wo sie für Energy und 88.6 moderierte. Seit 2011 ist die 34-Jährige bei Puls 4, wo sie u. a. das Wetter präsentiert.

Redakteur: Müssen Frauen auf ihr Aussehen mehr achten als Männer?

Verena Schneider: Das glaube ich leider definitiv. Mich erschreckt es immer wieder, dass ich noch keine Frau getroffen habe, die sich perfekt findet.

Redakteur: Wie ernähren Sie sich?

Schneider: Ich achte auf drei Mahlzeiten, viel Wasser, kein Alkohol unter der Woche – und seit kurzem gibt es auch nichts Süßes mehr zu Hause. Ich bin eine klassische Langeweile-Esserin. Vor sechs Jahren habe ich 27 Kilo abgenommen und habe mir dabei ein gestörtes Verhältnis zu Essen aufgebaut. Böse Nudeln, ja keine Kartoffel und wehe Reis. Mittlerweile ist Essen nichts mehr Böses, aber 15 Kilo sind dabei wieder dazugekommen. Gegen die versuche ich gerade zu „kämpfen“.

Redakteur: Wie steht es mit Sport?

Schneider: Man mag es gar nicht glauben, aber ich bin letztes Jahr den Frauenlauf gelaufen. Wie die meisten habe ich dieses klassische Prinzip „4 Monate Vollgas Sport, mit 3- bis 5-mal die Woche, und dann wieder 3–4 Monate so gut wie nichts“.

Redakteur: Wie bezwingen Sie den inneren Schweinehund?

Schneider: Ich persönlich habe das perfekte Rezept noch nicht gefunden.

Redakteur: Fühlen Sie sich als Frau vom grassierenden Jugendwahn unter Druck gesetzt?

Schneider: Ich habe das Glück, dass ich etwas mehr bin und somit jünger wirke. Aber auch ich habe bemerkt, dass mein rechtes Augenlid mehr hängt als das linke. Jetzt schauen sicher alle aufs rechte Auge :-).

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Ingrid Riegler

Gesundheitsexpertin (65)

Moderierte 24 Jahre die ORF-Kindersendung „Am dam des“. Machte sich mit 50 selbstständig, vertreibt weltweit Zellnahrung und hält Vorträge zum Thema Gesundheit.

Redakteur: Fühlen Sie sich als reife Frau vom grassierenden Jugendwahn unter Druck gesetzt?

Ingrid Riegler: Nein, ich fühle mich ja jung. Was heißt Alter? Im Vergleich zum Bestehen unserer Erde ist ja jeder grad mal nur einen Wimpernschlag lang hier auf diesem Planeten. Und ich arbeite bei meinen Vorträgen viel mit jungen Menschen zusammen, das ist einfach schön. Und hält mich jung.

Redakteur: Hat sich Ihre Einstellung zu Ernährung und Bewegung in den vergangenen Jahren verändert?

Riegler: Ja, früher habe ich es nur getan, weil ich fand, dass es der Optik zuträglich ist. Jetzt mache ich es, weil es zur Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit meines Körpers optimal beiträgt.

Redakteur: Wie ernähren Sie sich?

Riegler: Grundlegend diszipliniert, konnte immer erstaunlich ausreichend essen. Jetzt allerdings, aufgrund meiner Lebensjahre, wird mein Stoffwechsel immer langsamer, was bewirkt, dass ich mich bewusster ernähre.

Redakteur: Müssen Frauen mehr auf ihr Aussehen achten als Männer?

Riegler: Jeder wie er will. Aber: Wer mehr auf sich achtet, der hat einen eindeutigen Vorteil, wenn die Jahre voranschreiten.

Redakteur: Haben Sie Angst vor dem Alter?

Riegler: Nein, weil ich weiß, unsere Zellen können ohne Probleme 120 Jahre und mehr werden. Da ich ein neugieriger Mensch bin, möchte ich das Alter gesund und fit erleben. Ich lade jeden ein, dabei zu sein und vielleicht auch was für sein eigenes Leben mitzunehmen. Außerdem ist Angst sowieso kein guter Ratgeber. Und die Zeit ist für jeden Menschen gleich lang. Es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht. Ich bin überzeugt davon, dass Gesundheit und Fitness zu einem großen Teil eine Frage des Wissens ist.

Text Marion Hauser & Andrea Buday
Fotos Bubu Dujmic

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