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People | 24.03.2016

5 Tage - 5 Anwälte: Wir haben die top Adressen!

Wir präsentieren euch jeden Tag eine von Wiens erfolgreichsten Anwältinnen! Heute stellen wir euch Mag. Katharina Braun vor.

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5 Tage - 5 Anwälte: Wir haben die top Adressen! © iStock by Getty Images

Scheidung ist keine Kunst, aber ...

Katharina Braun hat in einer männerdominierten Branche ihren Weg gemacht. Die Ehe- und Familienrechtsanwältin punktet mit Herz, Hirn und Leidenschaft. Wenn’s ums Kindeswohl geht, versteht sie aber keinen Spaß.

 

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„Das Schlimmste, was man über eine Anwältin sagen kann, ist, dass sie lieb ist.“ Katharina Braun

Eigentlich wollte sie Journalistin werden. Das Jusstudium war als solide Basisausbildung geplant. Heute schreibt die erfolgreiche Anwältin immer wieder launige Beiträge zu juristischen Themen.

Katharina Braun im Interview mit Business look!

B-look: Was bedeutet Ehe für Sie?

Katharina Braun: Zwei Menschen sollen in guten und schlechten Zeiten füreinander da sein. Manche heiraten aus den absurdesten Gründen und sind sich nicht dessen bewusst, dass die Ehe ein Rechtsvertrag ist. Man soll nichts überstürzen.

B-look: Wann sollte man sich scheiden lassen?

Braun: Unterschiedliche Temperamente in einer Ehe sind okay, was gar nicht geht, sind unterschiedliche Wertvorstellungen. Viele Paare leben wie in einer Wohngemeinschaft und wollen sich aus finanziellen Gründen nicht scheiden lassen. Vor einer Scheidung sollte man sich jedenfalls fragen, ob man bereit ist, den Partner im Krankheitsfall zu pflegen oder ob man von ihm gepflegt werden will. 

B-look: Ist Fremdgehen ein Verschuldensgrund?

Braun: Fremdgehen stellt neben dem sogenannten „böswilligen Verlassen“ nach wie vor einen der häufigsten mit Erfolg geltend gemachten Scheidungsgründe dar. Es wird allerdings geprüft, ob das Fremdgehen der Grund für das Scheitern der Ehe ist.

B-look: Welche anderen Scheidungs-irrtümer gibt es?

Braun: Viele glauben, dass man nach drei Jahren des Getrenntlebens automatisch geschieden ist. Es muss jedoch eine Klage eingebracht werden. In einer Ehe mit Kindern bekommt man als Frau aufgrund jahrelanger Kinderbetreuung nicht automatisch einen Ehegattenunterhaltsanspruch, sondern nur, wenn dieser entweder im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung freiwillig bezahlt wird oder man sich diesen in einem „Rosenkrieg“ erkämpft hat. In Österreich muss das Verschulden an der Zerrüttung der Ehe nachgewiesen werden. Ganz wichtig sind auch die sozialversicherungsrechtlichen Aspekte, nicht immer besteht Anspruch auf eine Witwenpension. Frauen erhalten bei Vorhandensein von Kindern auch nicht zwingend die eheliche Wohnung ins Alleineigentum übertragen. Außerdem kann man nicht-eheliche Ersparnisse mit der Argumentation, diese seien im Casino verspielt worden oder man habe sich mit dem Ersparten eine Weltreise gegönnt, einfach vor dem Partner auf die Seite schaffen. Es gibt auch keine Verpflichtung, bei einer Scheidung eine Paartherapie durchzuführen. Nur die Elternberatung bei minderjährigen Kindern ist verpflichtend.

B-look:Raten Sie zu einem Ehevertrag?

Braun: Immer, wenn gemeinsam investiert wird oder wenn die Ehe-Wohnung eingebracht wurde. Im Prinzip -erliegt Eingebrachtes zwar nicht der ehelichen Aufteilung, die Ehe-Wohnung ist aber eine Ausnahme. 

B-look: Wann soll ein Scheidungs-anwalt involviert werden? 

Braun: Möglichst früh, das ist wie bei einem Gesundheitscheck. Sehr oft können Klienten nicht mehr klar denken und wollen eine schnelle Scheidung, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Viele Menschen erleben die Juristenwelt als sehr kalt. Andererseits übernimmt der Scheidungsanwalt manchmal auch die Funktion eines Sexualtherapeuten. Doch es geht um Fakten, nicht um Emotionen.

 

Jagd auf den Ehegattenunterhalt

Teilzeitarbeit fällt vielen Frauen in der Pension auf den Kopf.

 

 

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Rechtsanwältin Mag. Katharina Braun Tel. +43/(0)664/141 27 49, office@rechtsanwaeltin-braun.at Hahngasse 17, 1090 Wien, www.rechtsanwaeltin-braun.at

Tatsache ist, es gibt in Österreich – anders als in Deutschland – kein verpflichtendes Pen-sionssplitting, daher findet in Österreich zwischen den Ehepartnern kein verpflichtender Pensionsausgleich statt. Die Möglichkeit eines freiwilligen Pensionssplittings ist in Österreich so gut wie unbekannt. 

Viele Frauen glauben, dass sie aufgrund der Kinderbetreuung automatisch Anspruch auf Ehegattenunterhalt hätten. Das stimmt nicht. In einem Scheidungsprozess muss die Frau dem Mann das alleinige oder zumindest überwiegende Verschulden am Scheitern der Ehe nachweisen können: Ein „Wir haben uns auseinandergelebt“ ist zu wenig. Endet das Verfahren mit einem beidseitigen gleichteiligen Verschulden, besteht wechselseitig kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Oft ist die Jagd auf den Unterhalt nicht zielführend, denn nicht nur, dass der andere schuld an der Zerrüttung der Ehe sein muss, muss dieser mehr als das Doppelte als der unterhaltsbeanspruchende Partner verdienen. 

Viele vermeinen, ihre Position beim Ehegattenunterhalt zu verbessern, indem sie dem Partner androhen, in die Arbeitslose zu gehen. Oft wird zur Klärung der Frage, was eine Person wirklich verdienen könnte, ein Berufssachverständiger hinzugezogen. Wenn der Frau ein höheres Einkommen zumutbar ist, hat sie keinen Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Diese sogenannte Anspannung gilt sowohl für den Unterhaltsberechtigten als auch für den Unterhaltspflichtigen.

Immer wieder kommt es vor, dass ein Partner den anderen bei seinem Arbeitgeber anschwärzt. Dies kann zu einem Verlust des Ehegattenunterhaltsanspruchs führen.

Für Ehepartner, die sich um betreuungs-bedürftige Kinder kümmern oder die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder einer Erkrankung keine Erwerbsmöglichkeit haben, gibt es die Möglichkeit eines – eher bescheiden bemessenen – Billigkeitsunterhalts.

In einem Ehevertrag können -Verzichte auf einzelne Unterhaltsbeträge geregelt werden, etwa wie lange der Mann der Frau nach der Scheidung Unterhalt zu bezahlen hat, wenn kleine, betreuungsbedürftige Kinder vorhanden sind.

Verzichtet man bei einer Scheidung auf den Ehegattenunterhalt oder lässt sich diesen mit einer Einmalzahlung abfinden, so bekommt man im Falle des Ablebens des Ex-Ehepartners auch keine Witwenpension. Das Thema ist sehr komplex, daher ist eine Rechtsberatung dringend anzuraten.

 

Vortrag "Ehe und Scheidungsirrtümer" am 20. April 2016 um 18:30 in der Kanzlei von Katharina Braun. 15 look!-Leserinnen sind gratis dabei! Anmeldung: office@rechtsanwaeltin-braun.at

Die Rechtsanwältin hat zusätzlich die Homepage www.trenndich.at gegründet - ein Scheidungsnetzwerk bestehend aus Therapeuten, Immobiliensachverständigen, Kinderpsychologen, Mediatoren, Coaches usw. Denn neben rechtlicher Unterstützung bedürfen die Menschen meist auch noch Hilfe anderer Professionisten.

 

TEXT Ursula Scheidl

FOTOS Stefan Joham

 

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