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People | 18.04.2017

Die NET- Workerin

Passion for Fashion. Natalie Massenet machte mit Net-A-Porter den Onlinehandel salonfähig und heuerte nun beim Konkurrenten Farfetch an. Sie gilt als wichtigste Frau der Modewelt.

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Sense of humor. Natalie Massenet wurde wegen ihres Humors und ihrer Vorliebe für Tequila jüngst zum beliebtesten Partygast Englands gewählt.

Womit kann man einer hochde­korierten Frau, die bereits mit Ehren über­häuft wurde, noch eine Freude machen? Im an Skurrilitäten nicht eben armen Großbritannien wählte man Natalie Massenet heuer zum „begehrtesten Partygast Englands“. Begründung: Die dermaßen Gewürdigte trinke auch auf den elegantesten Festen gerne Tequila, tanze bevorzugt bis in die frühen Morgenstunden und scheue auch beim Smalltalk keine Brisanz – bis hin zu derben Witzen. Auf den Plätzen landeten Kapazunder wie Prinz Harry, Cara ­Delevingne oder Victoria Beckham. Vergeben wird der kuriose Titel, der ­einem in Großbritannien allerdings große Popularität beschert, jährlich vom angesehenen Lifestylemagazin „Tatler“, für das ­Natalie Massenet einst als Journalistin tätig war.

 

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Gerücht. Sollte Anna Wintour die „Vogue“ verlassen, dürfte ihr Massenet auf dem Chefsessel nachfolgen.

American Dream

1966 geboren, wuchs sie in Paris und Los Angeles auf, studierte Literaturwissenschaft und begann anschließend als Moderedakteurin für „Women’s Wear Daily“ und eben „Tatler“ in London zu arbeiten. Schon in den 90er Jahren hatte sie die Idee, einen Internet-Versand für Designerkleidung aufzuziehen. Damals ein riskantes Unterfangen, hatte Onlinehandel doch einen schalen Hautgout und galt manchen sogar als geschäftsschädigend. Doch Massenet ließ sich nicht beirren und gründete im Juni 2000 gemeinsam mit ihrem ­damaligen französischen Ehemann Net-A-Porter. Eine Revolution war geboren, die das Modebusiness grund­legend veränderte. Frauen weltweit konnten sich die teuersten Labels nach Hause schicken lassen, probieren und – fanden sie keinen Gefallen am Ausgewählten – einfach wieder zurückschicken. Wie früher Bestellungen aus dem Versandhauskatalog, nur dass es sich nun um Kleidung von Saint Laurent oder Valentino handelte.
Der „Observer“ attestierte ihr eine „fashion’s favourite self-made success story“ und die Queen adelte sie – seit 2009 ist Natalie Massenet „Member of the Order of the British Empire“ und seit dem letzten Jahr „Dame Commander of the Order of the British Empire“. Und Natalie Massanet ist reich. Sehr reich. Denn 2010 verkaufte sie ­ihren Firmenanteil für mehr als 60 Millionen Euro, blieb aber bis 2015 Vorstandsvorsitzende von Net-A-Porter. Als sie den Job schließlich ganz aufgab, geriet die Branche in eine Art Schockstarre, denn längst war Massenet zur einflussreichsten Frau in der Modewelt aufgestiegen, deren Handlungen Aktienkurse beeinflussen.

 

„Sei die Beste, gib dich nicht mit weniger Zufrieden!“, so Natalie Massenet.

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Neuer job. Ab sofort fungiert die 51-Jährige als Co-Vorsitzende beim Online-Giganten Farfetch.

Neuer Coup

Noch größer war der Schock, als sie heuer im Februar ­bekanntgab, ausgerechnet bei Farfetch, also bei einem der wohl größten Konkurrenten von Net-A-Porter, anzuheuern und künftig als Co-Vorsitzende des britischen Onlinehändlers zu fungieren. Das Unternehmen ist mehr als eine Milliarde Dollar wert – nur, um die ­Dimensionen zu begreifen. „Ich wurde eigentlich aus Versehen zur Unternehmerin“, so die Mutter zweier Töchter in einem Interview, „aber ich habe immer in großen Maßstäben gedacht. Und auch wenn ich im Modebusiness ­arbeite, will ich vor allem danach beurteilt werden, was ich leiste, und nicht danach, was ich trage!“  

 

Come on, Vogue!

„Sei die Beste, gib dich nicht mit weniger zufrieden und strebe ein Leben mit hohen Standards an. Wer ständig auf der Mittelspur bleibt, wird auch nur mittelmäßigen ­Erfolg haben. Nur wer hoch hinauswill, wird auch irgendwann dort landen.“ So lautet das überaus ehrgeizige Credo der Topmanagerin. Und kaum wurde ihr Wechsel zu Farfetch bekannt, gibt es auch schon das nächste Gerücht: Angeblich steht die 51-Jährige als Nachfolgerin von Anna Wintour fest, sollte diese je in „Vogue“-Pension gehen. Das dürfte ihre Partyeinladungen wohl noch mehren. Tequila hin, derbe Witze her. Apropos Humor: Ursprünglich wollte Natalie Massenet Net-A-Porter ja ganz anders nennen: „What’s new, Pussycat …?“

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