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People | 23.06.2017

Eine phänomenale Liebe!

Bundeskanzler Christian Kern und Ehefrau Eveline gewähren im entspannten look!-Gespräch selten private Einblicke: ihr erstes Date, Paar-Rituale & gelungenes Patchwork.

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„Wir sind so viele Jahre verheiratet, und jeder Tag war Phänomenal.“ Christian Kern © Arman Rastegar

Verbiegen wollen sie sich nicht. „Es ist uns wichtig, authentisch zu bleiben“, erklärt das Ehepaar Kern unisono im sehr persönlichen look!-Interview. Es sei verständlich, dass die Österreicher wissen wollen, wie „die Kanzlers“ so privat sind, und „sie haben auch ein Recht drauf“, so Kern. Deshalb gewähren er und seine Frau Eveline Steinberger-Kern – erfolgreiche Selfmade-Unternehmerin im Energie- und Start-up-Business – erstmals private Einblicke und verraten, welche fixen Familienrituale sie haben, warum bei ihnen Patchwork so gut funktioniert und ihre Beziehung in 15 Jahren „jeden Tag phänomenal“ war. Der Talk.

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Power duo! Die Kerns im offenen look!-Talk mit Uschi Pöttler-Fellner und Alexandra Stroh im Wiener Volksgarten. © Arman Rastegar

look: Das gemeinsame Frühstück ist fixes Ritual bei Ihnen. Was war heute das Thema?

Eveline Steinberger-Kern: Das ist nicht so aufregend, wie man vielleicht glauben mag. Wir sprechen einfach über das, was an diesem Tag kommt. Das Wichtigste ist, dass wir uns die Stunde bewusst füreinander nehmen.

Christian Kern: Heute erinnere ich mich an einen ausufernden Teil über Ameisen (lacht). Unsere Tochter erzählt beim Frühstück einfach viel über ihre Erlebnisse aus der Schule.

 

Beschwert sie sich, dass Sie zu wenig Zeit haben? Oder ist das kein Thema?

Er: Also bei mir nicht.

Sie: Gerade haben wir eine Phase, in der wir uns beschweren, weil sie keine Zeit hat, weil sie sehr viel mit ihren Freundinnen unternimmt.

Er: Das ist der Abschiedsschmerz, weil sie in die vierte Klasse geht und viele Freundinnen nachher andere Schulen besuchen – deshalb häufiger „Sleep­over“.

 

Auch bei Ihnen?

Er: Ja, klar. Das haben wir auch oft bei uns.

Sie: Wir müssen dann vor allem fürs Frühstück sorgen.

 

Herr Kanzler, für den Einkauf sind Sie im Hause zuständig?

Er: Nur am Wochenende.

Sie: Ich mag das gern, wenn Chris­tian einkauft, weil er einen guten ­Geschmack hat und auf den Märkten immer frische Sachen kauft.

 

Wer ist fürs Kochen zuständig?

Sie: Christian ist ein Meisterkoch!

Er: (lacht) Sagen wir mal so: Ich habe drei oder vier Rezepte, deren Ergebnis man auch wirklich essen kann. Rund um Pasta und Huhn. Wir sind beide Jamie-Oliver-Fans.

Sie: Unsere Tochter und ich lieben es und dürfen die niederen Dienste ausführen und nachher aufräumen. Aber unser Jüngster kocht ja auch sehr gerne und sehr professionell.

Er: Und der mittlere Sohn kocht ­vegan. Davon profitieren wir oft.

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© Arman Rastegar

Wie oft sind alle Kinder zusammen? Also Carla mit ihren drei älteren ­Brüdern?

Sie: Regelmäßig, aber wir würden es uns noch öfter wünschen.

Er: Die Söhne sind schon ausgeflogen. Aber sie verstehen sich wirklich gut. Die Carla als Nesthäkchen schafft es, alle um den Finger zu wickeln.

Sie: Wir sind sehr stolz drauf, dass dieser Zusammenhalt da ist. Wir binden auch unsere Familien maximal mit ein. Alle sind überall willkommen.

Er: Weihnachten und die Geburtstage sind natürlich große Highlights. Und ich besuche auch einmal die Woche meine Mutter, die jetzt 89 und allein ist.

Sie: Unsere Familie wird auch immer größer. Meine drei Geschwister haben Kinder. Es kommen neue Nichten und Neffen dazu. Das ist sehr schön.

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© Arman Rastegar

Wie hat Ihre Kindheit Sie politisch geprägt?

Sie: Meine Mama hat die Landwirtschaft bei uns zu Hause betrieben, mein Papa war Eisenbahner – aber meine Eltern haben es immer ­geschafft, zu sagen: „Denkt mit eurem eigenen Kopf. Hinterfragt kritisch.“ So bin ich zu den Wahlen gegangen. Habe vor jeder Wahl nachgedacht, wem ich meine Stimme gebe. Dieses Jahr wähle ich Christian Kern, also die SPÖ (lacht).

Er: Ich hatte eigentlich ein eher unpolitisches Elternhaus, aber was bei uns auf der Tagesordnung stand, war, dass bei uns immer Leute waren – meistens ältere. Das Kümmern um andere ist in unserer Familie immer Lebensprinzip gewesen. Später ist das bei mir rasch zum allgemeinen Engagement für andere geworden. Zuerst gar nicht im Sinn von Parteipolitik. Erst ein Buch des Querdenkers Günther Nenning („Realisten oder Verräter?“) hat mich dazu gebracht, in die SPÖ einzutreten.

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Eine phänomenale Liebe! © Arman Rastegar

Mit eben der geht es jetzt auf einen heftigen Wahlkampf zu. Haben Sie beide eine Absprache, wie weit Sie sich auch privat rauslehnen?

Er: Das Privatleben ist ja nicht ganz zu verbergen. Die Österreicher wollen ja doch wissen, wer diese Person ist und wer dazugehört. Hat der Kinder? Wofür hat er schon Verantwortung getragen? Wie hat er sein Leben gestaltet? Das wird immer wichtiger, weil die Menschen immer mehr Personen und immer weniger Parteien wählen. Die Leute wollen das wissen, und ich finde, sie haben ein Anrecht darauf.

Sie: Man agiert aus dem privaten Zusammenhalt heraus ja auch beruflich, deshalb kann man das eine nicht losgelöst vom anderen betrachten. Uns ist wichtig, bei dem, was wir tun, authentisch zu sein, und daraus definieren wir auch unsere Grenze. Wir verbiegen uns nicht. Seit einem Jahr ist es ja so: Wenn wir die vier Wände verlassen, sind wir de facto nicht mehr privat. Und das ist auch okay.

Er: Aber wir haben unseren Lebenswandel deshalb nicht geändert. Die Zeit ist nur knapper geworden. Wir joggen zusammen durch die Stadt und gehen dann einkaufen. Die Verkäuferin im ­Supermarkt hat unlängst gesagt: Sind Sie das wirklich? (lacht)

Sie: So spontan wie früher können wir natürlich nicht mehr sein. Also einen spontanen Abstecher von unserem Ferienort Millstätter See ans Meer zu machen, das ist jetzt nicht mehr ganz einfach umzusetzen.

Er: Und mal am Neusiedler See in der Badehose im Strandbad … das ist halt jetzt ein No-Go.

 

Ihrer Frau ist es gelungen, mit weXelerate Europas größtes Start-up-Zentrum nach Wien zu holen. Wann haben Sie das letzte Mal zu Ihr gesagt: „Schatz, ich bin sehr stolz auf dich!“?

Er: In schwachen Wochen sechs Mal. Ich bin sehr stolz auf meine Frau. Unglaublich, was sie erreicht hat.

Sie: Christian ist auch mein wichtigster Gesprächspartner in beruflichen Dingen.

 


Wer ist bei Ihnen impulsiver, wer bremst mehr?

Sie: Ich bin sehr überlegt, aber ja, auch manchmal impulsiv. Ich probiere gerne aus, entdecke gerne Neues und habe auch keine Sorge, mal auf die Schnauze zu fallen. Das haben mir meine Eltern mitgegeben. Geht nicht immer gut, macht aber nichts: Aufstehen und beim nächsten Mal besser machen! Deswegen fühle ich mich im Bereich Technologie und Innovation auch sehr wohl.

 

Wenn Ihr Mann ein Start-up wäre und Sie müssten einen Investor davon überzeugen, dann würden Sie das wie tun …?

Sie: Noch wichtiger als die Geschäftsidee sind die Menschen, die diese Idee vorantreiben. Und ich glaube, wenn ich Christian anschaue, sehr zufrieden sein zu können. Christian ist leidenschaftlich in dem, was er tut, eloquent, analytisch und wirtschaftlich kompetent. Tolle Eigenschaften, um Investoren zu überzeugen.

Er: Eine alte CEO-Weisheit: Wenn du dich entscheiden kannst, die richtige Strategie oder die richtigen Leute zu -haben – nimm die richtigen Leute.

 

Warum sind Sie als Paar Pass--Stücke. Haben Sie das früh erkannt?

Er: Unsere Geschichte hat sich ja über mehrere Stufen angebahnt. Ich habe Eveline das erste Mal gesehen, als ich beim Verbund-Konzern einen Vortrag über Strom-Trading gehalten habe. Sie ist damals in der letzten Reihe gesessen, und ich musste auf einmal aufgrund der Ablenkung meine Blätter vom Boden aufklauben (lacht). Zusammen kamen wir dann erst, als sich unsere beruflichen Wege getrennt haben. Das wollten wir auch nie vermischen.

Sie: Ich dachte damals: Der schaut gut aus – und dann kann er auch noch was. Sehr selten (lacht). Und viel später war dann unser erstes Date. Ein sehr schönes. So wie man sich das als kleines Mädchen vorstellt, wenn man sich Hals über Kopf verliebt. Und zum Glück hält es an. Das weiß man gar nicht genug zu schätzen.

 

Wie pflegen Sie Ihre Beziehung?

Er: Wir haben viele Gemeinsamkeiten, nehmen aufeinander Rücksicht. Sich zu verlieben ist ja erst mal nicht ganz so außergewöhnlich. Aber jetzt sind wir schon so viele Jahre verheiratet, und es war jeder einzelne Tag phänomenal. Vielleicht hat es etwas Schicksalhaftes. Ich bin dem Leben wahnsinnig dankbar.

 

Das ganze Interview findet ihr ab kommender Woche im neuen look!

 

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Familienglück. Eveline und Christian Kern mit Tochter Carla (heute 10). Kerns Söhne aus erster Ehe sind 18, 20 und 29 Jahre alt. © privat

Interview. Alexandra Stroh & Uschi Fellner

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