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People | 13.06.2017

Frauen an der Macht

Power pur! Beim W20-Gipfel in Berlin trafen jene Ladys aufeinander, die in der Welt regieren. Aus Politik, Wirtschaft, Hochadel. Erstmals aus den USA dabei: Ivanka Trump. Ein Blick hinter die Kulissen.

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Ausgelassen. Christine Lagarde war beim Panel mit Angela Merkel zu Scherzen aufgelegt. © picturedesk.com
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Floraler Gipfel. Kanzlerin Merkel in Rot umrahmt von Ivanka Trump und Königin Máxima. Beim W20- Gipfel waren die Power- Ladys gut gelaunt.

Tisch der Macht

Der erste große und ­internationale Auftritt von Ivanka Trump, die ja so viel mehr als nur die „First Daughter“ ist – nämlich offiziell engste Beraterin ihres Vaters, des US-Präsidenten Donald Trump – war wohlgewählt. Lächelnd und in einem Kleid mit angesagter Floral-Optik erscheint sie zum W20-Gipfel in Berlin. Hier nämlich haben sich die mächtigsten Frauen der Welt versammelt, um in Panels über die wirtschaftliche und vor allem auch gesellschaftspolitische Situation zu diskutieren. Ihre Mission, deutlich formuliert von Manu­ela Schwesig, Familienministerin im ­Kabinett Angela Merkel: „Wir wollen nicht nur am Katzentisch, sondern am Verhandlungstisch sitzen.“ Denn das ist Sinn und Zweck des W20 (Women20)-Gipfels in Berlin: die geschlechtsspezifische Beschäftigungs­lücke bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu verringern. Im Zuge dessen kämpfen die mächtigen W20-Frauen auch für Entgeltgleichheit, Frauen in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

In Berlin versammelte sich die Frauen-Elite, die die Welt regiert. © picturedesk.com

 

Herzlich & heiter. Was sich also da im Berliner Hotel InterContinental versammelt hatte, war die geballte weibliche Frauenpower. Nämlich weltweit. Aus Kanada kam Christia Freeland, ihres Zeichens Außenministerin, angereist, aus Paris die IWF-Chefin Christine Lagarde und aus den Niederlanden ­Königin Máxima, um nur ein paar zu nennen. Allen voran natürlich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, sozu­sagen Gastgeberin dieser elitären Runde der wichtigsten Damen aus 20 Industrie- und Schwellennationen. Die Forderungen, die in hochdekorierten Panels zwei Tage lang diskutiert wurden, sind ernsthaft und zukunftsweisend, trotz ­alledem war dieses dritte W20-Treffen von besonderer Herzlichkeit und auch Heiterkeit durchsetzt.

 

Angela Merkel

Bundeskanzlerin. Seit 2005 schon ist die ehemalige Ost-Deutsche, Physikerin und CDU-Politikerin mächtigste Frau des Landes. Zweimal wurde sie von der „Times“ sogar zur „Frau des Jahres“ gewählt. (Bild unten, links.)

Ivanka Trump

First Daughter & Trump-Assistentin. Statt der First Lady Melania kam Ivanka Trump zum G20-Gipfel mit Kanzlerin Merkel. Sie gilt als engste Vertraute und einzige beständige Beraterin ihres Vaters, US-Präsident Trump. (Am Tisch zu sehen ganz links in einem weißen Kleid.)

Chrystia Freeland

Canadas Außenministerin. Freeland studierte in Oxford (Slawistik) und Harvard (russ. Geschichte) und war schon früh als Publizistin und Politikerin tätig. Seit Januar 2017 ist die dreifache Mutter Außenministerin. (Am Tisch links gleich neben Ivanka Trump.)

Mona Küppers

Deutscher Frauenrat, W20-Präsidentin. Von 2012 bis 2016 war die engagierte Seglerin und Marketingspezialistin stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, 2016 wurde sie zur Vorsitzenden gewählt. (Am Tisch zu sehen links in einem schwarz-rotem Blazer.)

 

Nicola Leibinger-Kammüller

Trumpf-Chefin. Sie gilt als eine der wichtigsten Wirtschafts-Ladys in Deutschland. 2005 stieg die promovierte Philologin in das Familienunternehmen (weltweit größter Anbieter für Werkzeugmaschinen) ein. (Am Tisch links, Dame mit brauner Kurzhaarfrisur.) 

Manuela Schwesig

Familienministerin in Deutschland. Die diplomierte Finanzwirtin ist seit 2013 Familien­ministerin unter Merkel und selbst Mutter zweier Kinder. Dazu gehört ihre Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende der SPD. (Blonde Dame in der Mitte der Tafel.)

Miriam Meckel

Herausgeberin der WirtschaftsWoche. Nach einem Burnout, das Meckel in Buchform verarbeitet hat, ist die Kommunikationswissenschaftlerin heute Herausgeberin und unterrichtet zudem an der Uni St. Gallen. (Hintern rechts, Dame im schwarzen Blazer.)

 

Stephanie Bschorr

Verband deutscher Unternehmerinnen. Ihre Kampfansage: „Wir sind noch lange nicht fertig!“ Bschorr engagiert sich für die Vereinbarkeit von Kind & Karriere und kämpft für Lohngleichheit. Außerdem ist sie Mutter zweier Kinder. (Rechts hinten, Dame in Violett.)

Juliana Rotich

Kenianische Unternehmerin. Die Computerwissenschaftlerin gründete in Nairobi eine der erfolgreichsten Technologie­firmen. Hauptgebiet: Umweltverschmutzung. (Am Tisch Dame ganz rechts.)

Christine Lagarde

IWF-Direktorin. Mächtige Frau des Geldes und der Staatsfinanzen. Vier Jahre war sie Finanz­ministerin in Frankreich, bevor sie zum IWF berufen wurde. (Dame vorne links an der Tafel mit kurzen, grauen Haaren.)

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Stylisches Duo. Als hätten sie sich für den Abend modetechnisch abgesprochen: Merkel und Trump in Weiß.

Duo. Angela Merkel und Ivanka Trump, die beim abschließenden Gala-Dinner beide ein Outfit in Winterweiß wählten (von beiden Sprechern wurde betont, dass dies naturgemäß nicht abgesprochen war), waren schnell auf der gleichen Wellenlänge und steckten ­immer wieder die Köpfe zusammen. Möglicherweise der Beginn einer Frauenfreundschaft, die den Zugang zum bis dato eher sperrigen US-Präsidenten ­erleichtern dürfte. Überhaupt waren in diesen Tagen natürlich alle Augen auf Ivanka gerichtet, die sowohl optisch (drei Outfits waren von ihr für den W20-Gipfel wohlweislich ausgesucht worden) als auch inhaltlich um Konsens und Sympathie bemüht war. Sie wurde nicht müde zu betonen, dass sie selbst als „dreifache Mutter, Ehefrau, Schwester, Tochter und Unternehmerin“ die Ziele des Gipfels ausdrücklich mit unterstützen wolle. „Sie wirkte sehr sympathisch, aber alles an ihr ist bis ins Detail perfektioniert. Vom Outfit bis hin zur kleinsten Geste. Auch ihre tiefe Stimme ist das ­Resultat intensiven Trainings“, so ein ­Insider des Gipfels. Dem Papa in Washington wird sie sehr positiv vom Ausflug nach Berlin ­berichtet haben …

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Emotional. Königin Máxima war begeistert von Unternehmerin Juliana Rotich aus Kenia.
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Bewegt. Ivanka Trump, selbst zum jüdischen Glauben konvertiert, beim Holocaustdenkmal.
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