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People | 08.06.2017

Im Talk mit Maria Yakovleva

Sie ist als Primaballerina viel beschäftigt. Beim großen look!-Event Fashion@Opera am 9. Juli wird sie die Gäste in der Wiener Staatsoper mit perfektem Spitzentanz bezaubern. Der Talk.

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"Würde gerne High Heels tragen.", so Primaballerina Maria Yakovleva im Talk. © Severin Wurnig

Sie wirkt unglaublich mädchenhaft, blass und zerbrechlich. 31 Jahre ist Maria Yakovleva immerhin, ein gutes Alter für eine Tänzerin, die schon mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte – wie die meisten, das gehört zum Beruf dazu. „Man muss Schmerzen erlebt und Erfahrungen gemacht haben“, sagt sie, „sonst kann man nicht richtig tanzen.“ Zum look-Gespräch treffen wir die Künstlerin bei traumhaftem Wetter auf der Dachterrasse der Oper. Ihre Augen sind nicht an das grelle Sonnenlicht gewöhnt, aber die Perfektionistin kämpft sich tapfer durch. Mit 19 kam sie aus St. Petersburg gleich als Solotänzerin nach Wien. Derzeit tanzt die Ballerina mit Pagenkopf an der Volksoper Strawinsky und ist am großen Haus in der Hauptrolle in „Schwanensee“ zu sehen. Da verbraucht sie pro Vorstellung schon einmal drei Paar Schuhe, für jeden Akt eines.

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Opernball. In der Choreografie von Lukas Gaudernak war Maria Yakovleva mit Denys Cherevychko bei der Eröffnung 2017 zu sehen. © Severin Wurnig

look!: Ist Ihr Beruf nicht sehr anstrengend?


Man muss große Selbstdisziplin ­haben. Egal, ob man Vorstellung hatte oder auf einer Party war, am nächsten Tag um 10 Uhr muss man im Ballettsaal trainieren.

 


Wie findet man nach einer schweren Verletzung wieder die Motivation zum Tanzen?


Der Wille, wieder auf der Bühne zu stehen, ist groß, aber man hat Angst, dass man es nicht schafft. Das Schwierigste ist, wieder in Form zu kommen. Nach meinem Achillessehnenriss musste ich zuerst wieder gehen lernen. Ich habe ein Jahr nach der Operation noch immer Schmerzen gehabt. Wir Tänzer sagen aber, wenn man keine Schmerzen hat, ist man entweder tot oder man hat schlecht gearbeitet.

 

Wann haben Sie mit dem Tanz ­begonnen?


Mit vier. Ich war mit meiner Mutter im Mariinski-Theater und habe den „Nussknacker“ gesehen. Da wusste ich, dass ich genauso wie die Hauptfigur Maria tanzen möchte. Meine Lehrerin in der Ballettschule hat jedoch gemeint, ich wäre so faul, dass ich im Ballett nie etwas erreichen würde. Aber wenn man mir sagt, du schaffst das nicht, dann versuche ich es erst recht. Das ist mein Charakter.

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Gefühlvoll. „Als Tänzerin muss man Gefühle erlebt haben, um sie tanzen zu können“, sagt Yakovleva. © Severin Wurnig

Wie wichtig ist Ihnen das Publikum?


Ganz wichtig! Man arbeitet dafür die ganze Zeit, man schwitzt, man bricht sich die Beine, nur um diese eine Minute Applaus zu bekommen.

 

Interessieren Sie sich für Mode?


Natürlich. Für mich muss es aber bequem sein, vor allem die Schuhe. Ich würde gerne High Heels tragen, aber das geht nicht mit meinem Beruf.

 


Tanzen Sie gerne bei Events?

 

Ich mache das relativ oft. So gewinnt man auch andere Publikumsschichten. Ich möchte gerne zeigen, dass Ballett nicht nur im Opernhaus funktioniert. Ich habe auch schon auf dem Laufsteg getanzt, während die ­Models präsentierten. Ich möchte Tanz allgemein bekannter machen. Deshalb freue ich mich auch schon sehr auf ­Fashion@Opera.

 

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Lady in Black. Am Ende des Shootings zog Maria Yakovleva einfach ihre Schuhe aus. © Severin Wurnig

look! fashion @ opera

9. Juli 2017

 

Das Programm. Ab 11 Uhr Fashion-Brunch, Pop-up-Boutiquen für Mode, Schmuck und Beauty, kostenlose Schönheits-Treatments. 18 Uhr: Akris Fashion Show mit Tänzerinnen des Wiener Staatsopernballetts, Live-Acts von „Flying Bach“ und der Jazzband „Café Drechsler“. Walk-in Tickets € 15,– (kein Zugang zum Zuschauerraum), Show Ticket € 25,– (freie Sitzplatzwahl), fixer Logenplatz € 50,–.

 

Alle weiteren Infos findet ihr hier.

Text: Ursula Scheidl 

Fotos: Severin Wurnig

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