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People | 10.02.2017

Keine Angst vorm Fliegen!

Snowboard-Ass Anna Gasser fährt gerade jeden Sieg ein und macht mit sexy Fotos von sich reden. Talk mit einer „Draufgängerin“.

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Anna Gasser glänzt sowohl in lässiger Snowboardkleidung, als auch in sexy Lingerie. © Lina Tesch für Red Bulletin

Die höchste Stufe auf dem Siegertreppchen – das ist derzeit Anna Gassers (25) Platz. Drei Weltcup-Bewerbe hat die Snowboard-Vizeweltmeisterin zuletzt gewonnen und mit ihrem Sieg beim Slopestyle-Saisonweltcup vor heimischer Kulisse am Kreischberg für Furore gesorgt. Ebenso wie mit den erotischen Fotos, die heiß diskutiert und scharf kritisiert wurden. Bei der ÖOC-Wahl zum „Sportler des Monats“ im November 2016 wurde die Kärntnerin Anna Gasser sexy in Unterwäsche präsentiert. Die Aufregung in diversen Social-Media-Kanälen war groß. „Wenn man die Bilder mit denen der anderen Sportler vergleicht, verstehe ich, dass die Leute sich aufregen“, sagt Gasser heute. Zusatz: „Aber eigentlich kommen sie aus einem anderen Zusammenhang und wurden vor einem Jahr für Red Bulletin gemacht.“

Auf Adrenalin

Denn grundsätzlich gefällt sich Anna – sie selbst bezeichnet sich als „Draufgängerin“, die zehn Monate im Jahr Winterkleidung trägt – auch in edler Unterwäsche. Der Talk über Siegen, Fliegen und ein Leben, das hauptsächlich im Winter stattfindet …

look: Ich gratuliere zum „Heimsieg“ am Kreischberg. Wie hat sich das angefühlt?

Anna Gasser: Besser geht es eigentlich nicht. Ich bin total happy!

 

Dein vierter Sieg in Folge ...

Ja, und mit jedem Sieg bekomme ich mehr Selbstvertrauen und stehe sicherer auf dem Brett. Der Sieg ist das i-Tüpfelchen.


Dabei bist du relativ spät zum Freestyle-Snowboard gekommen. Mit 18 Jahren erst. Warum so spät?

Vorher habe ich geturnt. Ich war schon immer sehr sportlich und schon immer eine Draufgängerin. Wir waren mal in einem Schwimmbad mit einem 16 Meter hohen Turm. Da bin ich sofort rauf und runtergesprungen. Der Adrenalin-Rausch hat mir schon immer getaugt. Und für eine Draufgängerin wie mich ist Freestyle-Snowboard der perfekte Sport (lacht).

 

Aber auch ein sehr gefährlicher Sport. Wie gehst du mit Gefahr und auch mit der Angst um?

Es ist so, dass wir in diesem Sport nicht die besten Trainingsmöglichkeiten haben und oft ins kalte Wasser springen müssen. Sprichwörtlich. Weil man die Saltos und Sprünge, die wir machen, nicht irgendwo trainieren kann, sondern erst im Schnee. Und dann kommt es immer auch auf die Wetterbedingungen an. Es ist nicht ungefährlich, aber man lernt, mit dem Risiko umzugehen. Ich wundere mich
oft, wie ich es schaffe, einen Fehler, der beim Absprung passiert, wieder zu korrigieren. Aber ich bin sehr gut darin, die Angst und die Gefahr auszublenden. Sicher eine meiner großen Stärken.


Du bist die erste Frau im Freestyle- Snowboard, die einen „Cab Double Cork 900“ gemacht hat. Was ist das?

Das ist ein doppelter Rückwärtssalto mit eingebauter halber Drehung.

 

Aber du hast einen ehrgeizigen Plan …

Ich kann mir vorstellen, dass ich mal einen Dreifach-Salto mache.

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Anna Gasser voll in ihrem Element. © Antonio Calanni

Wir haben bereits von dem Adrenalin-Kick beim Durch-die-Luft-Fliegen gesprochen. Kannst du dieses Gefühl genauer beschreiben?

Diese zwei, drei Sekunden in der Luft sind ein unglaubliches absolutes Freiheitsgefühl. Ich kann dann alles ausblenden. Und diese Freiheit in Verbindung
mit dem Adrenalin-Rausch macht süchtig. Definitiv.


Freestyle-Snowboard war bis dato immer ein Männersport.

Ja, weil Action-Sport überhaupt ein männerdominierter Sport ist. Und wenn es Mädels gab, die das gemacht haben, dann waren das eher sehr burschikose
Typen. Aber das ändert sich gerade. Die „neuen“, die nachkommen, sind oft voll hübsche, ich sage jetzt mal, „mädelshafte“ Mädels (lacht). Weniger burschikos.

Bei der ÖOC-Wahl zum Sportler des Monats im November 2016 wurdest du sehr sexy in Unterwäsche präsentiert, was in den Social Media heftig kritisiert wurde. Es sei frauenfeindlich, dich als Snowboarderin in Unterwäsche zu zeigen und deine männlichen Kollegen im Sportoutfit. Hast du die Aufregung nachvollziehen können?

Als die Fotos vor einem Jahr im Red Bulletin erschienen sind, hat sich niemand aufgeregt. Aber im Kontext der Wahl zum „Sportler des Jahres“ war es wohl falsch, diese Bilder zu wählen. Die Aufregung darum hat dann auch leider die komplette Wahl überschattet – das war schade. Denn mir gefallen die Bilder sehr gut.

 

Zurück zum Sport: Als Snowboarderin ist Schnee dein Element …

... und ich bin wirklich zehn Monateim Jahr im Schnee. Im Sommer geht es
auf die Gletscher. Ich muss meinem Körper also einiges abverlangen. Deshalb
achte ich darauf, zwei Monate im Jahr komplett frei zu haben, nicht zu trainieren und den Sommer, die Wärme zu genießen.


Wenn du zehn Monate im Jahr dem Winter hinterherreist: Geht sich da eine Partnerschaft aus?

Ich hatte einen Freund, der aber denselben Sport gemacht hat wie ich. Sonst geht es eigentlich nicht. Oder es müsste jemand sein, der sehr viel Verständnis
hat. Sehr viel …

 

 

Text: Alexandra Stroh

Mitarbeit: Kathrin Gottsbachner

 

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