Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 11.07.2016

Kira Grünberg ein Jahr danach

Am 30. Juli jährt sich ihr folgenschwerer Unfall. Warum sie dennoch glücklich ist, verrät sie im sehr persönlichen Talk.

Bild _JH10921.jpg
Schön, stark und Tapfer kira Grünberg wurde von den look!-Leserinnen zur Frau des Jahres gewählt. © Jürgen Hammerschmid Picturedesk
Bild Kira1.jpg
look!-Societychefin Marion Hauser im Talk mit Kira Grünberg ©Bubu Dujmic

Es gab ein Leben vor dem 30. Juli 2015 und es gibt eines danach. Ein anderes.
Die ehemalige Stabhochspringerin ist seit ihrem schweren Trainingsunfall von den Schultern abwärts
gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Nach siebenmonatiger Reha ist Kira Grünberg seit März wieder zu
Hause. Und schaut nach vorne. Im aktuellen Interview erzählt sie von ihren Fortschritten
und darüber, wie stark es macht, an sich selbst zu glauben.

Bild 20150710_PD10654.HR.jpg
Die Stabhochspringerin schaut auch nach ihrem Unfall nach vorne und beweist so wie stark sie ist. © Jürgen Hammerschmid Picturedesk

Zur Zeit macht die mutige Kira Motivations-Vorträge für Firmen, die sie anfragen und buchen. Entweder gibt es eine Art Interview mit reger Publikumsbeteiligung oder eine PowerPoint-Präsentation bei der sie über ihre sportliche Karriere, den Unfall und die Zeit danach spricht. Sie versucht so positiv wie möglich mit ihrer Situation umzugehen und blickt gespannt in die Zukunft. Das macht Kira Grünberg zu einer echten Powerfrau.

Bild 20160508_PD1258.HR.jpg
Wings for Life Run zugunsten von Kira. © Jürgen Hammerschmid Picturedesk

Dein folgenschwerer Unfall nähert sich bald seinem ersten Jahrestag. Mit welchen Gefühlen begegnest du dem 30. Juli, was gehen dir für Gedanken durch den Kopf?

Ja, jetzt ist es bald ein Jahr, dass ich im Rollstuhl sitze. Das ist so schnell vergangen, ich kann’s gar nicht glauben. Die Zeit vergeht eigentlich fast gleich schnell wie vorher. Ich habe keine negativen Gedanken. Ich habe keine Angst vor dem Tag, aber vielleicht nehme ich mir an dem Tag frei und mache nicht so viele Interviews wie vielleicht anstehen würden und genieße, dass ich noch am Leben bin.

Im Juli sind in Brasilien die Olympischen Spiele. Wirst du dir deinen Sport, deine ehemaligen Kollegen anschauen oder schmerzt das zu sehr?

Die Olympischen Spiele waren mein großes Ziel und jetzt werde ich sie mir natürlich anschauen und meine Kollegen anfeuern. Natürlich schmerzt es mich, nicht dabei sein zu können, aber ich hoffe, dass meine Kollegen ihre Ziele erreichen.

Wie geht es dir gesundheitlich? Bereitet dir etwas besonders großes Kopfzerbrechen?

Gesundheitlich geht es mir sehr gut, ich habe keine Schmerzen. Oft hab ich bissl Muskelkater vom Training. Das Schlimmste, das passieren kann, wäre eine Lungenenzündung im Winter, aber da muss man sich einfach gut einpacken und Halstuch tragen. Aber das mach ich eigentlich eh immer, weil mir meist zu kalt ist.

Nach 7 Monaten Reha in Bad Häring bist du seit März endlich wieder zu Hause. Wie sieht dein Alltag aus und wie kommst du zurech?

Ich stehe zwischen 7.30 und 8.30 Uhr auf. Ich schlafe jetzt länger, weil früher bin ich meist schon um 6 Uhr aufgestanden. Vormittag ist es meist ruhiger, da beantworte ich Fragen auf FB oder per Brief. Montag gehe ich immer ins Olympiazentrum, um mit meinem Trainer von früher Krafttraining zu machen, ca 1,5 Stunden. Im Sommer möchte ich die Trainingseinheiten erhöhen. Um 12 gibt es gemeinsames Mittagessen mit der Familie, nachmittags leg ich mich bei Schönwetter in den Garten. Drei Mal die Woche habe ich Interviews oder ein Fotoshooting. Am frühen Abend kommt der Physiotherapeut.

Als wir uns zuletzt im Herbst sahen, war dein Ziel, selbst Zähne zu putzen und die Nägel zu lackieren. Geht das schon?

Zähne putzen funktioniert problemlos, nur mit der Zahnpasta habe ich noch Schwierigkeiten. Finger-Nägel lackieren ist gar kein Problem, die Fußnägel macht mir noch die Mama. Am Anfang war es eine Patzerei, aber mittlerweile sieht es fast schon so schön wie früher aus.

Wie wurde das Haus für dich adaptiert? Es ist ja teilweise denkmalgeschützt ... Hast du da auch eine Privatzone, wo du für dich ganz allein sein kannst?

Mein eigener Trakt ist noch nicht umgebaut worden, weil es die Kosten sprengen würde. Im Elternhaus wurde das Bad vergrößert und adaptiert, es wurde ein Lift in den ersten Stock eingebaut. Ab Juli kommt eine Pflegerin, die bekommt mein Zimmer und ich krieg ein neues, und ein Therapiezimmer entsteht auch gerade. Das passt gut mit der eigenen Privat-Sphäre.

Es gab einmal die Überlegung, dass du dir hier ein eigenes Reich schaffst – wie sieht es mit diesen Plänen aus?

Ich würde mir schon gern ein eigenes Reich, sprich eine eigene Wohnung bauen. Dafür muss ich aber noch viel sparen, denn das Haus ist wie gesagt denkmalgeschützt und wir müssen viele Auflagen erfüllen.

Wie oft bekommst du Besuch, wie oft bist du unterwegs?

Nicht regelmäßig, aber immer wieder. Bekannte, Trainingskollegen und unterwegs bin ich alle 1 bis 2 Wochen in Deutschland, Wien oder Graz, wo ich Vorträge halte. Das macht mir Spaß, etwas zu erleben.

Wie darf ich mir deine neue Aufgabe vorstellen?

Es sind Motivations-Vorträge für Firmen, die mich anfragen und buchen. Entweder gibt es eine Art Interview mit reger Publikumsbeteiligung oder ich bereite eine Powerpoint-Präsentation vor, zu der ich über meine sportliche Karriere, den Unfall und die Zeit nach danach erzähle, was ich alles bewältigen musste und wie ich es schaffe, so positiv mit meiner Situation umzugehen. Das macht mir Spaß, man ist davor ein bisschen aufgeregt – es ist ein bisschen wie früher vor Wettkämpfen.

Könnte das dein neuer Beruf werden – oder schweben Dir noch andere Ideen durch den Kopf?

Mir schwebt seit Langem vor, eine Art Stiftung für Sportler zu gründen, die schwere Schicksalsschläge erlebt haben. Da sind wir gerade in der Planung. Das wär ein großes Ziel von mir, dass es Teams gibt, die einen verletzten Sportler auffangen, denn bei mir war es so – und deshalb geht es mir heute so gut.

Bild Kira2.jpg
Kira mit Kristina Stürmer, ihre Laudatorin bei "look Frauen des Jahres 2015" ©Bubu Dujmic

Besucht Kira's Website unter: www.kiragruenberg.com

Spendenaufruf #fightKira.
www.donationkira.com
Spendenkonto Kira Grünberg
Kontowortlaut: TLV –
Spendenkonto Kira
IBAN: AT74 2050 3033
0168 2096
BIC: SPIHAT22XXXT

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus