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People | 16.02.2017

Königin der Nacht

Maria Großbauer: look! begleitet die jüngste Opernball-Lady bei den Vorbereitungen für den Ball der Bälle. Ihr Motto: „Hartnäckig!“

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Maria Großbauer: Opernball-Organisatorin © Sabine Hauswirth

Am 23. Februar beginnt eine neue Ära in der Geschichte des Opernballs. In Wahrheit arbeitet Maria Großbauer mit einer Handvoll Leuten schon seit Monaten für den Höhepunkt der Ballsaison. Ihr Antritts- Motto lautet: „Alles Oper!“ Denn die neue Organisatorin möchte die Oper in den Ball hineinholen. „Die Zauberflöte“ wird bei ihrer „Inszenierung“ eine große Rolle spielen – beispielsweise beim Blumenschmuck und in Form von Scherenschnitten der Künstlerin Evelyn Grill im Marmorsaal. Es wird – frei nach Donizetti – einen „Liebestrank“ als Cocktail, gestaltet von Wiens legendärem Barkeeper Roberto, geben. Der Heurige im Keller präsentiert sich als „Wolfsschlucht“ – gestaltet von Bühnenbildnerin Agnes Hasun. Wie glamourös ist die Aufgabe der 36-Jährigen, die seit 2012 mit Philharmoniker- Vorstand Andreas Großbauer verheiratet ist, wirklich? Wer wird ihr am großen Tag zur Seite stehen und woher kommt diese junge, erfrischende Frau, die jüngste Opernball- Lady aller Zeiten? Wir begleiten sie einen Arbeitstag lang.

 

look: Hand aufs Herz! Hätten Sie sich die Organisation des Opernballs so anstrengend vorgestellt?

Maria Großbauer: Ja und nein. Wenn man so eine Aufgabe übernimmt und schon Arbeitserfahrung hat, weiß man, dass eine so riesige Veranstaltung nicht so leicht zu organisieren ist. Noch dazu habe ich mir so viel Neues überlegt und mir selber so viel Arbeit gemacht, aber das habe ich gerne gemacht.

 

Wir sehen Sie immer strahlend und gut gelaunt bei Pressekonferenzen und Terminen. Wie sieht Ihr Alltag wirklich aus?

Maria Großbauer: Meine Arbeit ist relativ unglamourös– bis auf das Aussuchen meines Kleides und der Tiaras und der Tag des Opernballs selbst. Ich arbeite zum Beispiel ganz eng mit Walter Renner, Technik-Leiter des Opernballs, zusammen. Da geht es um Behörden, Bewilligungen, Entwürfe, Budget und dergleichen. Ich verwende bestehende Möbel und Requisiten und gebe ihnen sozusagen neue Kleider. Die „Pink Bar“ wird zur Weinbar in Schwarz-Weiß. Ich muss ja vor allem auch auf die Kosten achten. Diese Gestaltungselemente wie die „Wolfsschlucht“ und die „Zauberflöte“- Scherenschnitte werden dann auch für die nächsten Jahre bestehen bleiben, die Blumen und Tiaras sollen jedes Jahr ein neues Opernthema bekommen.

 

Apropos Tiaras. Wie haben Sie denn Karl Lagerfeld für das Design gewinnen können?

Maria Großbauer:Ich freue mich total und am meisten freue ich mich, dass es nicht durchgesickert ist, denn ich weiß es seit August. Wir haben sogar in Mails Code-Wörter verwendet, damit nichts nach außen dringt. Ja, ich war einfach hartnäckig und habe Swarovski immer wieder gefragt. Nadja Swarovski fand die Idee gut und nachdem Lagerfeld gefragt wurde, hat er in kürzester Zeit zugesagt.

 

 

 

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Mega-Coup. Karl Lagerfeld designte die Tiaras „Le beau Danube bleu“. Der Donauwalzer feiert heuer seinen 150. Geburtstag. © Thomas Schrott

Das musikalische Programm gestaltet Staatsopern-Direktor Dominique Meyer. Wie sehr dürfen Sie sich bei der Eröffnung einbringen? Gratulation auf jeden Fall zu Jonas Kaufmann!

Maria Großbauer: Mein Part ist lediglich die Auswahl des Stücks, zu dem die Debütantinnen und Debütanten tanzen, und ich bespreche die Choreografie mit Tanzmeister Roman Svabek. Jonas Kaufmann ist ganz klar Dominique Meyers Werk. Ich glaube, er wollte mich bei meinem ersten Opernball besonders erfreuen.

 

„Die Zauberflöte“ ist ein starkes Motiv des Balls. Haben Sie zu dieser Mozart- Oper eine persönliche Geschichte?

Maria Großbauer: Ja, das war die erste Oper, die ich mit meinen Eltern gesehen habe, als ich fünf Jahre alt war. „Die Zauberflöte“ ist einfach zauberhaft, somit hatte ich von Anfang an die Idee, die Blumendeko danach auszurichten, es werden auch große Vögel aus Moos, Blumen und Federn auftauchen. Dadurch, dass mein Vater Posaunist bei den Philharmonikern war, bin ich musikalisch natürlich vorgeprägt.


Aber nicht nur klassisch. Sie hatten einmal eine Funk-Band. Wie kam das?

Maria Großbauer: Ich habe mit 18 die Werbeakademie absolviert, war in der Werbebranche tätig und bekam dann eine kleine Krise, denn ich wollte schon etwas Künstlerisches machen. Also habe ich meinen guten Job gekündigt, halbtags gearbeitet und gleichzeitig Jazz-Saxophon studiert. Zwischen Mitte und Ende 20 bin ich oft live aufgetreten – mit meiner eigenen Band „Funk Project“.

 

 

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live on stage. Maria Großbauer studierte Jazz-Saxophon und trat früher oft mit ihrer Band „Funk Project“ auf. © Philipp Enders

Ihr Mann hat ja ein paar Jahre den Philharmonikerball organisiert. Jetzt organisieren Sie den Opernball. Tauschen Sie sich viel aus?

Maria Großbauer: Ja, sicher plaudern wir und tauschen uns aus, er ist mein engster Vertrauter. Aber ich achte schon bewusst darauf, dass der Opernball etwas ganz Eigenständiges ist.

 

Wird Ihr Mann dabei sein, denn die Philharmoniker spielen ja bei der Eröffnung?

Maria Großbauer: Leider nein, er hat ein Gastspiel in New York, das wissen wir schon seit Monaten. Er ist viel unterwegs, aber das ist für uns normal.


Wer wird Ihnen dann am 23. Februar zur Seite stehen?

Maria Großbauer: Es werden viele Bekannte hier sein. Ich habe mir vorgenommen, durch jeden Saal zu gehen, um zu sehen, wie die Stimmung ist und wie mein Konzept ankommt. Und mein Papa, der ja schon im Ruhestand ist, wird als Substitut auch bei der Eröffnung Posaunespielen.


Ihre Agentur „Casa Maria“ haben Sie derzeit auf Eis gelegt?

Maria Großbauer: Ja, denn ich war zuvor in Karenz (Anm.: ihr Sohn ist knapp drei) und steige mit dem Opernball wieder ins Arbeitsleben ein. Agentur klingt auch so hochtrabend, aber ich bin eine One-Woman-Show.

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Maria Großbauer © Sabine Hauswirth
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