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People | 24.12.2015

Leben am Eis - Spielerfrauen der Vienna Capitals

Ende November hatten wir die Freude fünf Spielerfrauen der UPC Vienna Capitals zu treffen und ihnen unsere Fragen zu stellen. Hierfür trafen wir Danielle Fraser, Ehefrau von Jamie Fraser, Kylee Bois, Ehefrau von Daniel Bois, Jena Nödl, Ehefrau von Andreas Nödl, Lisa Dzieduszycki, Ehefrau von Matthew Dzieduszycki und Paula Socha, Freundin von Patrick Peter.

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Kylee Bois, Paula Socha, Danielle Fraser, Jena Nödl, Lisa Dzieduszycki (© Stefan Joham)

Welche Rolle spielt Eishockey in eurem Leben?

Danielle: Eine große Rolle, wir ziehen mit ihnen mit und verbringen einen Teil unseres Lebens an der Bande beim Zuschauen.

Kylee: Wir mussten einiges zurücklassen, da wir öfter umziehen müssen. Freunde und Familie werden dadurch oft vernachlässigt.

 

Seid ihr bei jedem Spiel dabei und mögt ihr die Atmosphäre? Gibt es etwas, das ihr nicht mögt?

Lisa: Nicht bei jedem. Aber gerne, es ist eine gute Möglichkeit sich zu treffen und miteinander zu reden.

Kylee: So kommen wir ein bisschen raus und können uns treffen.

Lisa: Es ist auch gut für die Kinder. So können sie ihre Väter am Eis sehen. Ich mag es nicht wenn sie sich schlagen.

Paula: Ich mag es wenn sie sich schlagen.

Danielle: Es passiert aber nicht oft.

Lisa: Schlechte Schiedsrichter.

Jena: Schlechte Spiele. Die schleppen sie mit nach Hause und das beeinflusst auch unsere Stimmung, vor allem wenn das ganze Team nicht gut gelaunt ist.

 

Habt ihr Angst, dass sich euer Partner während dem Spiel oder dem Training verletzt?

Danielle: Ich denke jeden Tag daran. Das kommt aber mit dem Job und es gibt keine Garantie, es kann jeden Tag enden und das ist beängstigend.

Kylee: Ja, vor Gehirnerschütterungen. Davor hab ich am meisten Angst. Dass er sich eines Tages nicht mehr an mich erinnert. Aber sie prügeln sich hier nicht so oft.

Lisa: Sie beschweren sich über ihre Körper und das ihnen viel weh tut, vor allem morgens nach dem aufstehen, aber das ist in jeder Sportart so.

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Danielle Fraser und Kylee Bois lauschen dem Gespräch (© Stefan Joham)

Wie habt ihr euren Ehemann/Freund kennen gelernt?

Danielle: In meiner Heimatstadt Sarnia, ich wusste schon immer wer er war und jetzt sind wir seit acht, neun Jahren zusammen.

Kylee: Bei mir ist es ziemlich ähnlich. Seine Schwester ist meine beste Freundin, uns hat uns nach einer Weile vorgestellt und jetzt ist schon jede Menge Zeit vergangen.

Lisa: Wir sind nun seit 12 Jahren zusammen und waren zusammen in der Schule. Er war aber ein paar Klassen über mir. Richtig kennen gelernt haben wir uns in einem Restaurant, wo er mir anfangs erzählte, er sei Lehrer.

Paula: Klassisch, mein Freund schrieb mir auf Facebook und nach ein paar Monaten haben wir uns dann zum ersten Mal getroffen.

Jena: Eigentlich durch die Arbeit meines Vaters, der für die NHL (National Hockey League) arbeitet.

 

Was macht ihr beruflich? Hat Eishockey eure Karriere-Laufbahn beeinflusst?

Kylee: Nein, das denke ich nicht. In Kanada war ich zuhause und hab eine Schule für Zahnhygiene besucht.

Danielle: Ich bin Lehrerin für Französisch. Ich gehe immer im Jänner zurück nach Kanada und unterrichte im zweiten Semester.

Paula: Ich arbeite bei einer Spedition. Es beeinflusst mich also nicht und macht mir noch immer Spaß. Ich fahre immer direkt nach der Arbeit in die Eishalle und steh am Weg dahin im Stau auf der Tangente.

Jena: Ich unterrichte Yoga und Fitness. Aber ich habe erst mein erstes Baby gekommen und möchte mich momentan vollkommen darauf konzentrieren.

Lisa: Zuhause hab ich eine Hotel- und Tourismusschule besucht. Hier mache ich Online-Kurse und kümmere mich um mein Secondhand-Geschäft „Once upon a child“ und natürlich um das Mama sein.

 

Habt ihr das Gefühl, dass diese Art von Beziehung euer tägliches Leben beeinflusst?

Danielle: Wir ziehen oft um. Ich meine, ich bin glücklich schon länger in Wien sein zu dürfen, aber ich hätte jedes Jahr in einer anderen Stadt sein können. Deswegen ist es sehr stressvoll für mich. Wir feiern Weihnachten immer zusammen mit der neuen Familie im Team.

Kylee: Wir verpassen viel zuhause; Hochzeiten, Geburten.

Danielle: Ich kann noch immer nicht viel auf Deutsch sprechen, deswegen bin ich sehr dankbar, dass hier jeder so gutes Englisch spricht.

Jena: Mein Ehemann ist aus Wien. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl Deutsch lernen zu müssen, da er immer für mich spricht, wenn es notwendig ist.

Kylee: Ich belege gemeinsam mit Danny einen Deutschkurs, aber es wird noch dauern, da es mir schwer fällt die richtige Betonung zu finden.

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Lisa Dzieduszycki, Jena Nödl und Paula Socha über Wien (© Stefan Joham)

Mögt ihr es in Wien zu leben? Würdet ihr lieber in einer anderen Stadt wohnen?

Danielle: Ja, es gibt hier so viel zu unternehmen. Ich fühle mich hier sicher und es ist so sauber. Es wird schwer sein, wieder wegzuziehen.

Lisa: Ich mag es hier lieber als in London und Barcelona. Man kann hier viel mit den Kindern unternehmen. Die Museen sind auch sehr schön und ich finde die Eintrittsgebühren hier im Vergleich zu anderen Städten günstig.

Paula: Der Prater und die Donauinsel sind im Sommer sehr schön mit den Kindern.

 

Kennt ihr den Begriff „Trophy Wife“? Haltet ihr es für ein Vorurteil und würdet ihr euch selbst als „Trophy Wife“ bezeichnen?

Jena: Ich bin keine „Trophy Wife“.

Danielle: Wir haben alle Jobs und unser Leben.

Jena: Viele meiner Freundinnen denken unser Leben wäre so glamourös, aber das ist es nicht.

Paula: Es ist ein normales Leben und jeder kocht für die Familie.

Danielle: Manchmal fühlt es sich sehr repetitiv an, immer das Selbe zu tun.

Lisa: Es ist sehr bodenständig. Mit Eishockey anzufangen ist zu Beginn sehr teuer, da die Ausrüstung viel kostet.

Kylee: „Trophy Wife“ genannt zu werden ist beleidigend. Wir haben viel zurückgelassen, um bei Ihnen zu sein.

 

Geht ihr in eurer Freizeit mit euren Ehemännern/Freunden eislaufen?

Danielle: Ich war das erste Mal mit Jamies Schlittschuhen am Eis und hatte davon überall Blasen, es tat so weh und ich bin furchtbar am Eis.

Kylee: Ich würde dieses Jahr gerne auf den Wiener Eistraum am Rathausplatz schauen.

Paula: Es schaut bei Ihnen so einfach aus, aber das ist es nicht.

Lisa: Mein 5-Jähriger Sohn steht schon am Eis bei den Junior Capitals und ahmt gerne seinen Vater nach. Mir fällt es jedoch schwer, ihm die Uniform richtig anzuziehen. Er sagt dann immer, dass ihm Papa die Uniform besser anzieht, als ich es kann.

 

Wir bedanken uns herzlich für das nette und ehrliche Gespräch und das tolle Fotoshooting mit euch!

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Die Spielerfrauen mit unseren Redakteurinnen Kimberley Tennant und Julia Gervautz (© Stefan Joham)
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