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People | 13.04.2017

Nachhaltigkeit ist ihr Erfolgsgeheimnis

Food-Stars. Die Start-up-Gründer von „Unverschwendet“ haben sich eine Alternative zum Wegwerfen überlegt: Dank ihnen ist Wiederverwerten en vogue. Einkochen und Einlegen ist wieder Trend!

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„760.000 Tonnen Lebensmittel-Abfälle pro Jahr! Wir wollen das ändern !“ -Cornelia Diesenreiter

Wir stehen für kulinarischen Genuss als Lösung, um unnötige Lebensmittelverschwendung zu verhindern“, so Cornelia Diesenreiter. Durch traditionelle Verfahren wie Einkochen und Einlegen werden aus überschüssigen, jedoch stets qualitativ hochwertigen und frischen Früchten, Gemüse und Kräutern in liebevoller Handarbeit Produkte wie Fruchtaufstriche, Gelees, Sirups und Chutneys hergestellt. Das ist die Idee des Start-ups „Unverschwendet“. Power-Duo. Seit 2015 führt Cornelia mit ihrem Bruder Andreas das Wiener Unternehmen. Ihr Ziel: Die Welt mit ihren weiterverarbeiteten Produkten ein Stückchen besser zu machen und das Bewusstsein zu stärken, dass Essen nicht in den Müll gehört, nur weil es nicht aussieht wie in einer photogeshoppten Anzeige. Wir trafen Cornelia Diesenreiter zum Business-Talk!

 

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„MRS. UNVERSCHWENDET“ Cornelia Diesenreiter. Cornelia rettet Lebensmittel vor dem Mülleimer, indem sie für ihr Start-up Obst und Gemüse einkocht und einlegt.
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„MR. UNVERSCHWENDET“ Andreas Diesenreiter. Andreas ist 2016 voll in das Start-up eingestiegen und unterstützt Cornelia in Sachen Design und Kommunikation.

B-look: Woher kam die Idee zu „Unverschwendet“?

Cornelia Diesenreiter: Im Rahmen meines Studiums „Design and Innovation for Sustainability“ nahm ich bei einem Zero-Waste-Projekt an einer Restmüllanalyse teil, bei der wir 1,5 Tonnen Restmüll in Kategorien aufgeteilt haben. Ich war absolut schockiert, als ich realisierte, dass davon 400 kg Lebensmittel waren. Diese waren teilweise noch einwandfrei genießbar. Nach dem Studium habe ich einen Job in diesem Bereich gesucht, bin jedoch nicht fündig geworden. Deshalb habe ich mich selbstständig gemacht. Das war die beste Entscheidung. Jetzt mache ich genau das, wofür mein Herz schlägt.

 

B-look: Was ist das Konzept von „Unverschwendet“?

Diesenreiter: In Österreich entstehen jedes Jahr 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle. Dabei sind hunderte Tonnen, die direkt bei den Bauern und Bäuerinnen aufgrund von saisonalen Überschüssen und überzogenen Schönheitsstandards des Marktes anfallen, noch nicht einmal eingerechnet. Sogar kleine Bauern haben in der Hauptsaison bis zu 500 kg Überschuss pro Tag. Wir möchten diese unnötigen Lebensmittelabfälle verhindern und versuchen, durch unterschiedliche Wege der „Unverschwendung“ die Lebensmittel in der Wertschöpfungskette zu halten. Dazu zählen die Eigenproduktion sowie in Zukunft die ausgelagerte Produktion und die Vermittlung von Überschüssen an interessierte Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner.

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SELBSTGEMACHT. Säfte, Gelees, Marmeladen und, und, und! All das entsteht aus Essen, das eigentlich weggeworfen werden sollte.

B-look: Eure Ziele?

Diesenreiter: Mit „Unverschwendet“ möchten wir eine kulinarische Lösung schaffen, die unnötige Lebensmittelverschwendung verhindert, somit Energie und Ressourcen effizienter nutzt und einen genussvollen Zugang zu einem nachhaltigen Leben ermöglicht. Wir suchen immer neue Feinkostläden, die unsere Gläser in ihr Sortiment aufnehmen, damit wir unsere Idee weitertragen können.

 

B-look: Wie ist die Reaktion auf dieses tolle Nachhaltigkeitsprojekt?

Diesenreiter: Wir konnten uns schon über viele Meilensteine freuen. Zu den wichtigsten zählt unsere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne im Mai 2016, die nach nur drei Tagen ihr Ziel von 10.000 Euro erreichte und mit 21.000 Euro abschloss. Im Dezember waren wir bereits ausverkauft. Unsere Geschichte ist voll glücklicher Menschen, von Bauern und Bäuerinnen, die sich freuen, wenn sie ihre Überschüsse nicht wegwerfen müssen, über unser glückliches Team bis hin zu unseren Kundinnen und Kunden, die unsere Kreationen lieben.

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ERFOLG DURCH CROWDFUNDING

Investoren-Funding. Statt Bankenkrediten gibt es seit einiger Zeit als Alternative das sogenannte Crowdfunding. Bei dieser Art der Finanzierung stellt man seine Produkte, die man in Zukunft als Firma verkaufen möchte (inklusive Konzept der Firma oder des Projekts) online vor und sucht viele Kleininvestoren, die das Produkt innovativ finden und es auch haben wollen. Statt der Firma Geld zu leihen, kaufen die Kleininvestoren online vorab das Produkt– jedoch zu einem geringeren Preis als dem später marktüblichen. „Unverschwendet“ hat so 21.000Euro für den Start der Firma gesammelt. www.kickstarter.com

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