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People | 06.07.2017

Time is Money

Christine Walker. „Time is Money“, so der Slogan der Effizienztrainerin. Im look!-Talk verrät die Karrierefrau und Mutter, wie man Zeit spart und dabei noch erfolgreicher wird.

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„Ich weiss, wie Business geht. wie Zeit zu Geld, Erfolg und Lebensqualität wird.“ ©Christine Walker

Ganz ehrlich: Gehören Sie auch zu den Menschen, die viel zu oft das Smartphone in der Hand haben und schnell was nachschauen, eine Nachricht schicken oder ihren Facebook- Account checken? Haben Sie auch das Gefühl, dass Multitasking nicht immer zielführend ist und die Konsequenz einfach Zerstreuung und manchmal auch Chaos bedeutet? Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt, wie sie alles effizienter gestalten könnten? Mehr „Ich-Zeit“. Dann sind Sie hier richtig, denn Christine Walker, die den Bestseller „Freie Tage in der Chefetage – Wie Führungskräfte in kürzerer Zeit mehr erreichen“ geschrieben hat, verrät im look!-Interview, wie man seine Arbeitszeit effizienter gestaltet („Ich bin gegen 12-Stunden-Tage, die sind ungesund“) und dabei mehr Qualitätszeit für sich („Ich-Zeiten sind essenziell!“) gewinnt. Als Effizienztrainerin hat sie sich ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern geschaffen. Aber Walker erzählt auch, wie Schicksal und Scheitern ihr Leben bewegt und zum Schluss doch zu einem Happy End geführt haben.

 

 

 

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Coaching. Christine Walker gibt Anleitung, den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. © Romanus Fuhrmann

look: Was genau tun Sie als Effizienztrainerin?

Christine Walker: Durch die Optimierung der Arbeits- und Organisationsprozesse sowie der Zusammenarbeit zwischen Chef, Assistenz und Teams können Unternehmen innerhalb weniger Wochen einen Zeitgewinn von durchschnittlich einem Tag pro Woche realisieren. Und jetzt überlegen Sie mal, was ein Gewinn von 20 % Management- und Team-Kapazität für die Unternehmen und somit die deutsche bzw. österreichische Wirtschaft bedeutet. Das ist ein absoluter Business Booster auf der einen Seite; was noch viel wichtiger ist, es bedeutet viel mehr Lebensqualität für die viel zu gestressten und überarbeiteten Business-Athleten, die dringend mal Pausen nötig hätten.

 

Womit „vertrödeln“ wir die meiste Zeit?

Die Top-3-Zeitfresser sind: 1. Meetings (ca. 4 h pro Tag) & E-Mails (ca. 3 h pro Tag). Eine Studie des Virginia Tech Carilion Research Institute belegt sogar: „Meetings machen dumm“ – dazu wurden IQ-Tests vor und nach Meetings durchgeführt. 2. Smartphone (ca. 1 h pro Tag) & Internet (ca. 2 h pro Tag). 3. Helfersyndrom & Perfektionismus.

 

Können Sie in wenigen Sätzen erklären, wie wir den Arbeitsalltag effizienter gestalten können?

Fokus/Prioritäten! Abgeben! Von der Liste streichen! Zufrieden sein! Das ist das ganze Effizienz-Geheimnis: 1. Fokus! Also Prioritäten setzen und eine To-do-Liste (max. 5 Punkte) für sich selbst machen und dann genau diese Punkte an dem Tag erledigen. Achtung! Nur sehr wenig ist tatsächlich wirklich wichtig. Es liegt an uns, tatsächlich das zu tun, was wichtig ist. 2. Abgeben! Die Dinge delegieren, die zwar wichtig sind, jedoch auch von jemand anderem erledigt werden können. 3. Großzügig vieles „vermeintlich Wichtige“ ignorieren und von der Liste streichen oder einfach mal Nein sagen, also Helfersyndrom und Perfektionismus ablegen. 4. Täglich Bilanz ziehen – was habe ich geschafft, war das richtig, hat mich das weitergebracht UND hatte ich Spaß? Einfach zufrieden sein mit dem, was man geschafft hat. Nicht grübeln, was man noch alles hätte tun können.

 

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Erfolgs- Coach. Christine Walker ist Effizienztrainerin und berät zum Thema Zeitmanagement. © Romanus Fuhrmann

Sie sind Unternehmerin, mittlerweile Chefin von 50 Mitarbeitern. Beschreiben Sie Ihren Führungsstil.

Ja. Ich habe inzwischen ein 50 Mann bzw. Frau starkes Team. Das habe ich aus eigener Kraft aufgebaut. Ich weiß, wie Business und insbesondere mein Business funktioniert. Ich weiß, wie Zeit zu Geld, Erfolg und Lebensqualität wird. Ich musste und ich wollte es lernen und beherrschen. Mein Führungsstil ist, glaube ich, nicht kategorisierbar, weil ich nie gelernt habe, wie „man es macht“ und es mir einfach – learning by doing – selbst angeeignet habe. Es funktioniert ganz prima! Ich höre auf meine Intuition und setze auf meinen gesunden Menschenverstand sowie auf transparente Kommunikation, klare Strukturen, Prozesse, Regeln. Vieles konnte ich von meinem Hobby, der Reiterei, die ich auch viele Jahre als Leistungssport (Springreiten) betrieben habe, ins Business übertragen. Ich habe viele junge Pferde ausgebildet (bis zur schweren Klasse), da habe ich gelernt, Stärken zu erkennen, zu fördern,wie man mit dem Pferd zum Team wird. So ist es inzwischen auch mit meinem Führungs- und Mitarbeiterteam – wir sind so super eingespielt und mega-effizient! Leidenschaft bestimmt unser tägliches Tun und Handeln. Das macht einfach Spaß! Bei mir zählt Leistung und Ergebnis. Ich halte nichts von 12-Stunden- Tagen, das ist aus meiner Sicht weder produktiv noch gesund. Ich habe ein großes Grundvertrauen in mich selbst, meine weibliche Intuition, mein Können und kann deshalb auch anderen vertrauen. Das ist wichtig. Mut zu Entscheidungen ist ebenfalls ein Erfolgsfaktor. Dass das eine oder andere auch mal schiefgeht, gehört dazu. Lehrgeld bezahlt man immer.

 

Sie sind auch Mutter. Wie gelingt es Ihnen, Familie und Beruf effizient unter einen Hut zu bringen?

Indem ich meine Zeitfenster für die Dinge nutze, die ich mir vornehme und die mir persönlich wichtig sind. Indem ich voll und ganz mit Leidenschaft und Freude das tue, was ich gerade tue. Indem ich mich nicht ablenken lasse. Fokus ist eine meiner großen Stärken. Wenn ich nichts tue, dann tue ich auch nichts – ich glotze nicht auf mein Smartphone oder surfe im Netz. Wenn ich mit meinen Kindern beim Frühstück sitze, bin ich für sie, ihr Geplapper, ihre Sorgen und ihre Wünsche da und weder gedanklich noch physisch mit der Arbeit oder dem Smartphone verbandelt.

 

Sie versprechen mit Ihrer Methode 20 Prozent mehr Freizeit. Wie sollte man diese Ihrer Meinung nach gestalten?

Ich empfehle „Ich-Zeiten“ (lacht). Ich glaube, wir haben heutzutage eines verlernt: Langeweile zu ertragen, zur Ruhe zu kommen, nichts zu tun. Dabei kommen doch gerade dann die besten Ideen! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine große Kraftquelle die wirksame Regeneration ist. Dabei kommt es nicht auf die Dauer an. Es reicht schon, wenn man jeden Tag seine „Oasen“ hat – bei mir ist es die Stunde Sport am Tag (Reiten oder Tanzen) und mein gesunder tiefer Schlaf (6-8 Stunden/Nacht). Jeder muss für sich selbst herausfinden, was seine wirksamste „ICH-Zeit“ ist. Wichtig ist nur, sich diese „ICH-Zeit“ ganz egoistisch einfach zu nehmen.

 

Die drei wichtigsten Regeln, wie wir Zeit sparen und trotzdem effizient arbeiten, lauten …?

1. Freude haben an dem, was man tut, dann sind auch Ehrgeiz und Wille da, sich zu verbessern und effizienter zu werden. 2. Durch Techniken und Systematiken die Dinge schneller und einfacher erledigen – täglich an den eigenen Kompetenzen arbeiten, also trainieren (wie die Profi Sportler). 3. Immer wieder das eigene System und Umfeld auf den Prüfstand stellen und optimieren.

 

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Time-Management. Bei der look! Ladies Tea Time gab Walker (mit Uschi Pöttler-Fellner) Tipps aus ihrem Buch „Freie Tage in der Chefetage“. © Stefan Diesner

Mitarbeiter motiviert man am besten wie?


Indem man ihnen Verantwortung überträgt, ihnen mehr zutraut, als sie sich vielleicht selbst zutrauen. Indem man ihnen Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung bietet. Außerdem sind regelmäßige Kompetenz-/Entwicklungsgespräche mit klaren Zielen wichtig sowie entsprechende Rahmenbedingungen, Systeme, Strukturen, Prozesse.

 

Darf ich zum Schluss fragen, ob in Ihrem Leben immer alles so glatt undeffizient verlaufen ist, oder ob es auch mal den Moment des Scheiterns gab – wenn ja, wie sind Sie diesem begegnet?


„Es sind nicht die Erfolge, die uns weiterbringen, sondern die Desaster“, sagte Coco Chanel. Das kann ich nur bestätigen. Richtig gewachsen bin ich an den Hürden, die mir das Leben geschenkt hat. Der Tod meiner Mutter, das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich habe aufgehört zu „funktionieren“. Von der Überholspur auf die Standspur. Ich musste wohl zur Ruhe kommen, nachdenken und mein Leben neu strukturieren. Meine Kinder, das Reiten, meine Mitarbeiter, meine Kunden haben mir Kraft gegeben und mir dabei geholfen, dass ich weiter an mich, mein Business und meine Firma geglaubt habe. Dann hat sich der Vater meiner Kinder von mir getrennt und last, but not least hat das noch ein Gesellschafter- Thema mit sich gezogen. Anstelle zu jammern, habe ich jeden Tag „Danke“ gesagt. Danke für die Möglichkeiten, die ich habe, dass ich gesund bin und es deshalb allein, aus eigener Kraft schaffen kann, dass ich so wun-derbare Kinder und Menschen um mich herum habe, auf die ich mich verlassen kann, die für mich da sind. Ich habe sehr viel Sport und Mentaltraining gemacht. Das hat mir Kraft gegeben und geholfen, positiv und kreativ zu bleiben. Dann habe ich angefangen zu tanzen – Salsa – und das hat mein Leben verändert. Tanzen ist „Gehirn-Jogging“ pur – ich bin viel besser und schneller im Denken geworden. Tanzen ist „Workout & Party“ – ich bin viel fitter, dynamischer geworden, habe eine aufrechtere Körperhaltung. Tanzen ist „Musik, Rhythmus, Bewegung, Kommunikation“, ich bin viel offener, fröhlicher und lockerer geworden Aus meiner Sicht sollten alle Menschen viel mehr tanzen – denn beim Tanzen verschwinden die Sorgen. Jeder hat seine Sorgen, aber sie bringen uns nicht weiter und sie halten uns davon ab, die schönen Dinge zu sehen. Und von den schönen Dingen gibt es so unglaublich viel. Tanzen macht glücklich (ist wissenschaftlich auch erwiesen), und ich glaube, dass glückliche Menschen die hübschesten Menschen sind.

 

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