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People | 12.04.2016

"Wir haben uns das erarbeitet!"

Wir haben die Überflieger zum Talk getroffen & über Erfolg, Karriere und Musik gesprochen!

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(© Stefan Diesner)

Was sagt ihr zu dem plötzlichen Erfolg? Könnt ihr euch das erklären?

C: Super. War nicht vorhersehbar. Wir haben ja vorher schon Erfolg gehabt mit unseren anderen Sachen, aber mit der Musik war es nicht vorhersehbar und deshalb freut man sich. Ja, aber wir haben uns jetzt nicht geändert.

B: Ich muss ja sagen, wir machen beide schon sehr lange Musik und vor kurzem halt miteinander und so schnell ist der Erfolg eh nicht für uns gekommen, weil wir schon ewig Musik machen und so wie die Medien das jetzt sagen, dass alles so schnell gegangen ist stimmt das nicht, für uns als Künstler haben wir schon lang genug was dafür gemacht.

Durch Bilderbuch und Wanda kam es ja nur neuen Austropop-Welle, seht ihr diese als Teilgrund für euren Erfolg?

C: Nein, glaub ich nicht. Ich würde behaupten, Wanda und Bilderbuch machen nicht dasselbe wie wir. Das sind verschiedene Sachen und wir sind vom Dialekt her noch schwieriger zu verstehen zum Beispiel in Deutschland. Unser Erfolg baut darauf auf; Großteils „Horvathslos“, weil wir vorher sehr präsent damit waren, glaub ich, weil ich schon als Kabarettist bekannt war und weil es gut ist.

Kamen durch den musikalischen Erfolg auch mehr Zuseher bei „Horvathslos“?

C: Nein. Überhaupt nicht. Seiler und Speer beeinflusst „Horvathslos“ überhaupt nicht, weil wir über Seiler und Speer nie eine Verbindung aufbauen.

Glaubt ihr sind es dieselben Leute die „Horvathslos“ sehen und Seiler und Speer hören?

C: Das schneidet sich zum Teil. Aber es gibt sogar Leute die bei „Horvathslos“ alles kennen und nicht wissen, dass wir das bei Seiler und Speer sind.

Plant/Arbeitet ihr an einem weiteren Album oder geht es wieder zurück zum Kabarett?

C: Man darf das nicht so verstehen, dass wir jetzt das machen und dann das andere. Sondern wir arbeiten zeitgleich an dem neuen Album

B: Und für „Horvathslos“ schreiben wir auch schon Geschichten.

C: Ja, es passiert alles zeitgleich.

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(© Stefan Diesner)

Performt ihr lieber als Seiler und Speer oder als Horvath?

C: Das kann ich gar nicht sagen, weil es ist schön wenn man nach einer Kabaretttour wieder gemeinsam spielt, auch mit der Band auf der Bühne steht, das ist ein komplett anderes Leben. Und dann freu ich mich, aber wieder wenn es da vorbei ist und ich wieder alleine spielen kann.

B: Das ist richtig. Bei der Band sind wir 15 Leute da ist immer viel los und Halli Galli und wenn wir Kabaretttechnisch unterwegs sind, dann sitzen wir zu Viert dort und es ist sehr gechillt.

Ist euch das von „Ham kummst“ schon selber passiert?

C: Ich glaube, das ist schon jedem passiert. Ich glaube, das passiert sehr vielen Österreichern, aber ja, nicht so krass wie in dem Song. Das ist dann kabarettistisch ausgeweitet worden, mit der Scheidung und so, ich war ja nie verheiratet.

B: Aber dieses Grundthema, dass man nicht Bescheid sagt, wenn man nicht Heim kommt, das kennen wir alle. Deswegen glaube ich, ist der Song ganz gut angekommen.

Glaubt ihr, wäre der Erfolg schneller gewesen, wäre Ö3 verpflichtet mehr österreichische Musik zu spielen?

C: Also es wäre sicherlich schön, wenn die österreichische Musiklandschaft mehr unterstützt wird. Das ist ganz klar! Ob es schneller gegangen wäre, glaube ich nicht, wir haben uns das erarbeitet durch Verkäufe, dass wir dort überhaupt gespielt werden. Hätten wir uns das geschenkt, sodass wir nichts hätten machen müssen dafür, wären wir nicht dieselben Künstler. Hätte das ganze nicht die Wertigkeit. Aber es wäre schön, wenn die Künstler unterstützt werden. Da geht es um Tantiemen, die unser Land verlassen, weil die kriegen die Major Companies und die sitzen nicht in Österreich. Also wäre es schon schön wenn mehr österreichische Musik, gute österreichische Musik gespielt wird.

Die haben uns nämlich erst gespielt, als sie uns spielen mussten, wie wir in den Charts waren und das ist von den Fans ausgegangen und von keinem einzigen Redakteur.

Eure Texte in den Kabaretts und in den Liedern sind sehr sozialkritisch und satirisch, habt ihr hier schon negative Erfahrungen?

C: Du kannst keinen Erfolg haben, wenn du nicht aneckst, dass geht nicht. Wenn mans jedem Recht machen will, wen interessiert das. Das ist so wie der Posten des Bundespräsidenten, der wird mit keinem anecken, polarisiert nicht wirklich. Im Normalfall ist das eine geschützte Werkstätte.

Und wenn du heute in der Kunst nicht polarisierst wird sich keiner dafür interessieren.

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(© Stefan Diesner)

Wolltet ihr schon immer Kabarett/Musik machen?

C: Nein, was willst als kleines Kind werden – Astronaut, aber es geht halt nicht so leicht und ich hab die Karriere dann auch nie so leicht angestrebt. Ich habe mich dann ein paar Mal abgeschossen, aber nicht mit einer Rakete. Nein, also ich sicherlich nicht!

B: Als Jugendlicher dann halt, wenn man die Gitarre in die Hand nimmt, aber da reden wir ja jetzt nicht über Kinder.

C: Als Jugendlicher dann auch schon der Musiker, aber ich hab mir die Frage nicht stellen können. Ich komme aus einer eher einfachen Schichte. Da stellt sich nicht die Frage was will ich werden, sondern was kann ich werden. Der Drang zur Kunst ist bei mir schon immer da gewesen.

Wie war die Hemmschwelle vom gelernten Beruf zum Künstler zu wechseln?

B: Bei mir war es so, ich habe schon eine Wohnung gehabt die mich 700€ gekostet hat und da hab ich mir das schon überlegt den Elektriker aufzugeben für ein Praktikum bei dem du vielleicht nur 400€ kriegst, aber ich hab es dann doch irgendwie gemacht. Ich hab dann gewusst, ich geh nicht mehr zurück auf die Baustelle und das Ersparte dann irgendwie rausgeholt. Und hat dann funktioniert. Hemmschwelle hat es dann keine gegeben, ich war mir da sicher.

C: Wo bei unserem Projekt sowieso nicht. Finanzielle auch, muss man sagen, wie wir damals angefangen haben, als Kabarett, ist das in kürzester Zeit so explodiert das sämtliches ausverkauft war. Und es war jetzt nicht die Frage, wegen der Hemmschwelle, die ist ja nur wegen der Sicherheit und das ist wegen dem Geld. Das Problem hat es nicht gegeben.

Hat sich bei euch seit dem Erfolg etwas verändert. Werdet ihr erkannt auf der Straße?

C: Es ist echt lustig, wenn du nicht bekannt bist und wenn du bekannt bist, dann kommt das meistens wenn du Geld verdienst. Mehr halt als sonst. Jetzt wo das halt so ist, kriegen wir alles geschenkt, jeder will uns einladen, jeder will uns was zahlen. Das heißt, wir hätten die Kaufkraft, müssen aber nichts ausgeben. Vorher hat uns keiner was geschenkt. Das ist ein bisschen komisch. Aber ja, wir werden erkannt.

B: Da gibt es dann halt Rabatte, bei Mediamarkt.

C: Ja, überall und zum Essen einladen und Gewandausstattung und lauter Blödsinn. Wo ich mir denk, ich kann es mir leisten, ich gebe es dem der sich es nicht leisten kann.

Ihr seid jetzt viel unterwegs, gibt es da noch Traumreiseziele?

B: Australien!

C: Irgendein Ort, wo es ruhig ist. Australien warst noch nicht – Du herrlich, die Kängurus! Ich hab kein einziges gesehen. (lacht) Ich war in Miami und ich liebe Miami.

 

Wir wünschen den beiden weiterhin noch viel Erfolg!

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