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Beauty | 05.11.2020

Die Düfte der Jahreszeiten - reflektiert in Parfüms

Nach was riechen Laub, frische Pilze, Früchtetee und kalte Morgenluft? Wenn Sie jetzt spontan "Herbst" gesagt haben, befinden Sie sich in guter Gesellschaft, wenngleich diese Gerüche längst nicht jeder dem Herbst zuordnet. Doch alle Menschen verbinden die einzelnen Jahreszeiten mit bestimmen Gerüchen - warum ist das so?

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Foto: pixabay.com

Wonach der Herbst riecht, ist nicht in den Genen des Menschen verankert, sondern mit seinen individuellen Erinnerungen verknüpft. So duftet die heimelige Jahreszeit naturgemäß für jeden etwas anders: Während manch einer den Geruch von Kürbissuppe und Steinpilzen als herbstlich empfindet, ist es für andere der Frühnebel in den Bergen. Es hängt davon ab, welche Erfahrungen man im Laufe des Lebens gesammelt hat. Während visuelle, akustische und haptische Eindrücke zunächst in der Großhirnrinde des Gehirns verarbeitet werden, sind Gerüche eng an das Gefühlszentrum des Menschen gekoppelt. Beim Einatmen treffen die Duftmoleküle auf rund 30 Millionen Nervenzellen des olfaktorischen Systems, die wiederum Geruchsrezeptoren für rund 400 verschiedene Duftstoffe beherbergen. Diese wandeln die Duftmoleküle in elektrische Signale um und leiten sie direkt an das Riechhirn weiter. Von dort aus ist es nur noch ein kurzer Weg zum Limbischen System, das die menschlichen Emotionen reguliert. Bei Ankunft eines Geruchs wird im Gehirn also ganz unmittelbar eine Emotion ausgelöst. Anders als der Herbst duftet der Frühling dagegen für die meisten Mitteleuropäer gleich: Denn unter schmelzendem Schnee und Eis geben Moos und Blätter Duftstoffe ab, die überall eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen.

So duften unsere Jahreszeiten

Trotz persönlicher Dufterinnerungen haben bestimmte Ingredienzien eine universelle Wirkung: Zimt entspannt und wärmt, die Düfte von Lavendel und Salbei wirken beruhigend, Vanille regt an - ähnlich wie Kardamom und dunkle Schokolade. Dieses Wissen um die spezifischen Duftwirkungen machen sich auch die großen Parfümeure unserer Zeit zunutze. So greift beispielsweise der Top-Parfümeur Tom Ford bei der Entwicklung seiner erfolgreichen Düfte auf die Macht der Duftemotionen zurück und verbindet sie geschickt mit unseren jahreszeitlichen Assoziationen.

  • Den Sommer prägen leichte Düfte, die entspannende Assoziationen an Sonne, Strand, Meer und Cocktails wachrufen: Blumige, fruchtige und frische Nuancen wie Himbeere und Orchidee vereinen sich in vielen Damenparfüms mit tropischen Noten wie Kokos. Herren erfreuen sich dagegen an aquatischen Düften mit einer Portion erfrischendem Zitrus.
  • Der Herbst ist mit seiner feinen Melancholie dagegen prädestiniert, um intensive, warme Düfte zu tragen. Mit Schokolade, Tonkabohne und sanfter Vanille wird das Herbstparfum besonders sinnlich und erzeugt ein heimeliges Wohlbefinden. Für Herren bieten sich Düfte an, die erdig und kraftvoll mit holzigen und würzigen Tendenzen auftreten - wie Leder, Sandelholz oder Patschuli.
  • Im Winter dürfen die Düfte sogar noch schwerer sein: Myrrhe, Vanille, Lavendel, Patschuli und Jasmin bringen Wärme und Gemütlichkeit. Auch weihnachtliche Noten wie Mandel oder Zimt dürfen Einzug halten, um die Nase durch die Assoziation mit kuscheligem Kaminfeuer zu verwöhnen. Für die Herren sind im Winter warm-holzige Düfte angesagt, die mit Essenzen aus Moschus und Vanille v verfeinert sind.
  • Der Frühling steht dagegen für einen frischen Neuanfang und reflektiert die Wiedergeburt von Licht und Grün mit zarten, sanften und dezenten Düften. Bergamotte, Jasmin oder Maiglöckchen beleben den Geist. Herren greifen zu Grasnoten, die mit erfrischenden und würzigen Aromen durchzogen sind.

Fazit

Auch wenn kein Parfum der Welt gegen den erinnerungsbesetzten Duft von selbst gemachten Plätzchen oder frisch gemähtem Gras im Garten ankommt: Mit dem richtigen Parfum lässt sich die eigene Stimmung der Jahreszeit entsprechend spürbar heben - und auch nach außen wirkungsvoll unterstreichen.