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Beauty | 15.05.2018

Den Rucksack erleichtern

Speziell Frauen leiden an Rückenproblemen aus physischen und psychischen Gründen. „La Pura“-Ärzte-Chefin Dr. Karin Stengg über Wege aus dem Schmerz.

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Gezielte Behandlung: Karin Stengg ist die ärztliche Leiterin des „La Pura Women’s Health Resort“ im Kamptal. © Suzy Stoeckl

Die Wirbelsäule, so weiß es auch die östliche Medizin, ist das Erfolgsorgan von Geist und Seele. Ist diese beweglich in sich verbundene „Gliederkette“ fehlerhaft, kommt es zu Schmerzen und Warnsignalen für den Körper. Gerade Frauen neigen aufgrund der Doppelbelastung von Job und Familie besonders häufig unter Rückenschmerzen.
„La Pura“-Ärzte-Chefin Dr. Karin Stengg klärt auf.



B-look: Ihr Spezialgebiet ist der Rücken, die Wirbelsäule. Außerdem sind Sie medizinische Osteopathin. Darf ich fragen, warum Sie sich für den Rücken entschieden haben?

Dr. Karin Stengg: Für mich als Unfallchirurgin und Doktorin der medizinischen Osteopathie war der Rücken – bzw. die Wirbelsäule – immer die Königsdisziplin. In meiner Zeit als Chirurgin habe ich erkannt, wie wichtig, nach genauer fachärztlicher Abklärung, der ganzheitliche Ansatz in der Wirbelsäulenbehandlung ist, da die Wirbelsäule ein kompliziertes Haltungs- und Bewegungsorgan darstellt. In der Osteopathie wird durch die Wiederherstellung des Gleichgewichtes des Körpers, der sogenannten Homöostase, die Lebensenergie wieder „zum Fließen gebracht“. Auch die östliche Medizin sieht die Wirbelsäule als Erfolgsorgan von Geist und Seele, im Taoismus wird die Wirbelsäule sogar als ein „Instrument Gottes“ bezeichnet. Das bedeutet, dass unser Körper das Werkzeug ist, mit dem wir die Lebensenergie umsetzen.

 

Sie beschäftigen sich im „La Pura“ natürlich mit dem ­Rücken der Frau. Wie ist es denn um den bestellt?

In zahlreichen Untersuchungen wurde belegt, dass Frauen deutlich mehr unter Rückenschmerzen leiden als Männer. In den letzten Jahren konnte sogar eine Verdoppelung der Rückenschmerzen bei Frauen beobachtet werden. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Frauen findet man nach radiologischer Untersuchung oder MRT keine Erklärung für die vorhandenen Rückenschmerzen. Meistens werden die Rückenschmerzen durch hinzukommende psychische und physische Belastungen sowie Veränderungen im Hormonhaushalt verstärkt. So baut sich allmählich eine Schmerzsymptomatik auf, die chronisch werden kann und sich in verschiedenen Symptomen zeigt, bei denen man nicht gleich an die Wirbelsäule als Verursacher denkt. Im „La Pura“ gibt es neben einer individuellen Diagnose mehrere spezifische Behandlungen und ein sportwissenschaftliches Trainingsprogramm sowie Tipps für die Weiterbehandlung zu Hause. Sollte wegen weiblicher Mehrfachbelastung in Job und Privatleben noch mehr an Last auf dem Rücken liegen, kann auch unser Stressbewältigungs-Programm helfen.

 

 

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Expertin: Dr. Stengg ist Unfallchirurgin, med. Osteopathin und Rücken-Spezialistin. © Suzy Stoeckl

Viele Frauen tragen einen zu schweren „Rucksack“. Wie können Überforderung und der Spagat zwischen Kind und Karriere tatsächlich unser Skelett beeinflussen?

Vorstellen kann man sich die Wirbelsäule als eine in sich verbundene bewegliche  Gliederkette. Wenn diese Kette nicht mehr fehlerfrei schwingen kann, dann kommt es zu Schmerzen, die ja immer Warnsignale des Körpers sind. Schmerzen der Wirbelsäule bzw. des Rückens können neben orthopädischen Leiden eindeutig durch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen verursacht werden. Frauen tendieren aufgrund der erhöhten Belastung und des Zeitmangels zu eingefahrenen Mustern im Privat- als auch Berufsleben. Ein wesentlicher Faktor ist auch der fehlende Ausgleich für Entspannung und eine nötige Portion Egoismus. Diese Unbeweglichkeit überträgt sich sehr oft auf die Wirbelsäule.

 

Wie genau wirkt sich die Psyche auf das Physische aus?

Fachärzte der Uni Heidelberg haben ermittelt, dass jeder dritte Patient mit chronischen Rückenschmerzen auch unter einer psychischen Belastung leidet. Durch die psychische Anspannung verspannt sich auch die Muskulatur, sie verhärtet und schmerzt. Wenn man zu diesem Zeitpunkt nicht adäquat gegensteuert, kann es zur Ausbildung chronischer Schmerzen kommen, weil sich der Körper den Schmerz merkt. Dies kann sich dann auch auf vegetative Funktionen wie Verdauung, Kreislauf und Schlaf auswirken.

 

Was raten Sie Frauen, präventiv zu tun?

Achten Sie auf Ihre Körperhaltung, insbesondere beim Tragen von Handtaschen. Bringen Sie Seele und Rücken in Balance und entspannen Sie sich öfter. Bleiben oder werden Sie körperlich aktiv. Achten Sie auf Ihre Schlafposition, finden Sie den perfekten Polster, die perfekte Matratze.

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"Frauen fehlt der Ausgleich für ­Entspannung und die nötige Portion Egoismus. " - Dr. Karin Stengg. © Suzy Stoeckl