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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 30.08.2014

Warum look! unvorstellbar ohne die Dostals ist

Als ich vor 13 Jahren erstmals ein Frauenmagazin (Woman) auf den Markt brachte, rechnete ich mit vielem. Nur nicht mit dem Ehepaar Dostal. Drücken wir es so aus: Herr Anton und Frau Hilda Dostal sind meine Fans der ersten Stunde und ich möchte sie nicht missen. 

Unser inniger Kontakt begann nach Erscheinen der ersten Woman-Ausgabe: "So ein Schwachsinn", schrieb das Ehepaar Dostal, "ist uns selten untergekommen. Wir werden Ihr Wirken verfolgen und uns bei Ihnen weiterhin melden". 

Gezeichnet: Hilda Dostal

Einige Wochen später war zumindest Anton Dostal überzeugt, dass ich besseres verdient hätte, als Frauenmagazine zu machen: "Ich frage mich, wie es so eine gescheite Frau wie Sie, in so einen Beruf verschlagen kann. Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie einer ernsthaften Tätigkeit nachgehen".

Monate und Jahre vergingen, nach Woman gründete ich mit meinem Team die wöchentliche Frauenbeilage Madonna, wir arbeiteten reichlich, bekamen Zuspruch, Lob und Anerkennung aus dem ganzen Land. 

Nicht aber vom Ehepaar Dostal.

Egal, welch große oder kleine Themen der Welt wir behandelten, das Ehepaar Dostal wurde durch die immer wiederkehrende Erscheinung unserer Hefte in Rage versetzt. Einmal gab es Grund zum Jubeln, da schrieb Herr Dostal als Reaktion auf ein Interview, das ich mit dem Designer Giorgio Armani führte: "Ihre Oberflächlichkeit hat den Gipfel erreicht! Ich werde auch alle meine Bekannten auffordern, das Abo bei Ihnen zu kündigen!"

Das Wort "auch" stimmte mich optimistisch, leider wurde die Drohung nie wahr gemacht.

Als unser neues Frauenmagazin look! im März 2014 auf den Markt kam, fand sich unter den ersten drei Abonnenten das Ehepaar Dostal. ich überlegte kurzfristig, das Blatt wieder einzustellen und mich künftig auf einer kleinen Insel, fernab der Zivilisation und quasi ausgelöscht für das Ehepaar Dostal, redlich vom Fischfang zu ernähren.

Freilich ängstige ich mich ein wenig: Was, wenn sich die Dostals eines Tages vor meiner einfachen Strandhütte aufbauen und mir grimmig Flaschenpost in die Hand drücken? ("Ihre sinnlose Tätigkeit hat den Tiefpunkt erreicht! Und ihre Fische stinken grauslich!")

Fast wie eine Erlösung empfand ich es, als mich nach Erscheinen unserer vielgelobten letzten Ausgabe ein Lebenszeichen der Dostals erreichte. Diesmal blitzte durch ihre Zeilen unverholener Hass: "Ihr neues Magazin ist so ordinär, dass es mir den Magen umdreht. Ihre Niveaulosigkeit tut richtig weh."

Gezeichnet: Hilda Dostal.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Ehepaar Dostal unser look! nicht mit dem "Nachtboten" verwechselt, aber egal. 

Öfter schon wollte ich den Dostals zurückschreiben: "Hecken Sie mich doch ganz herzlich am Larsch!"

Andererseits sind mir die beiden schon ans Herz gewachsen und meine letzten Worte, wenn ich hundert Frauenmagazine gegründet haben werde und tausende Male von den Dostals dafür betoniert wurde, werden lauten: "Was habe ich euch eigentlich getan! Ihr hättet mich doch einfach nur nicht lesen müssen!"