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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 01.09.2014

Herbst-Vorsatz

Inspiration aus dem kurzen Sommer für einen ausgeglicheneren Herbst

Der 1. September. Heute geht Look! Online. Heute Abend startet mein neuer Yin & Yang Yogakurs. Heute fängt die Schule wieder an, und somit „der Ernst des Lebens“, wie es in meiner Kindheit so schön hieß. Ein Klos steckt mir im Hals. Ich kann nicht umhin, mich um einen Sommer betrogen zu fühlen. Und es wird mir erst jetzt bewusst, wie sehr ich in Wahrheit auf ihn gewartet, wie sehr ich mich auf ihn verlassen hatte. Dass er „alles wieder gut macht“ nämlich. Die langen Abende am Computer, wenn ich nach den Yoga-Stunden in die zweite Schicht gewechselt bin – E-mails, Newsletter, Website updaten, Planen, Organisieren, Buchhaltung, Vorbereitungen etc. Die Sonne sollte da Leichtigkeit rein bringen, der Sommer mit seinem Versprechen von Spaß und Lebensfreude sollte aufwiegen, wofür ich mir sonst viel zu wenig Zeit gegeben habe. Ha! Er war ja da, der Sommer. Aber so richtig verlässlich war er nicht. Und alles in allem einfach zu kurz. Schuld ist also er daran, dass ich nicht genug gespielt habe. Weil jetzt fängt ja, wie bereits gesagt, der Ernst des Lebens wieder an.

 

Als ich mich damals entschieden habe, meinen Job zu kündigen, meine Wohnung aufzulösen, meine Beziehung zu beenden und mit einem One-Way-Ticket nach Costa Rica zu fliegen, hat mir ein lieber Freund ein Zitat von Paolo Coelho geschickt. Sinngemäß ging es darum, die zwei Welten in sich zusammen führen....den Traum und den Alltag. „Und eines Tages sind sie eins.“ Ich war so gerührt von dieser Geste und so inspiriert von diesen Zeilen, dass ich sie mir zu Herzen genommen habe, und mich hin und wieder frage, ob es schon so weit ist? Ob es mir gelungen ist, meinen Traum im Alltag zu leben? Ob es sich gelohnt hat, damals alles hinter mir zu lassen und ins Ungewisse zu fliegen.

 

Die Antwort auf die letzte Frage ist ein eindeutiges ja, es hat sich gelohnt. Was die andere betrifft, würde ich sagen, zu einem großen Teil ja, aber es gibt noch Potenzial.

 

Wie überall im Leben, so geht es auch hier um Balance. Und da kommt jetzt Yoga ins Spiel. Als ich mich 2012 entschieden habe, in Österreich zu bleiben und mich selbständig zu machen, wußte ich, dass das die Meisterprüfung sein wird. Alles, was ich bis dahin gelernt hatte über Gelassenheit, gesunde und ausgeglichene Lebensweise, Yogaphilosophie und vieles andere mehr – jetzt war die Gelegenheit da für den Reality Check.

 

Es war und ist eine enorme Herausforderung, die Balance zu finden zwischen Arbeit und Vergnügen. Vor allem, da die Arbeit ja viel Vergnügen bereitet! Aber too much is too much, egal wie gern man es tut. Und die Sache mit dem Sommer bzw. Zu-wenig-Sommer zeigt mir, dass ich diesen Herbst viele Balanceübungen machen werde. Auf der Yogamatte und darüber hinaus. Frei nach dem Motto “As on the mat, so in life.“ Wie auf der Matte, so auch im Leben.

 

Balanceübungen zeigen mir einerseits sofort, wie es mit meiner inneren Ausgeglichenheit steht. Andererseits komme ich mithilfe von Balanceübungen wieder zu mehr innerer und damit auch äußerer Ausgeglichenheit.

 

Ein Klassiker ist der Baum (Vrikshasana). Auch sehr praktisch zwischendurch ausführbar, zB beim Zähneputzen, Kochen, warten auf den Bus...

Wirkung des Baumes:

  • Kräftigt die Beinmuskulatur, Fußgelenke und die Wirbelsäule
  • Dehnt die Leisten, Innenoberschenkel, Brustkorb und Schultern
  • Fördert den Gleichgewichtssinn
  • Vermittelt ein Gefühl der Stabilität und Ausgeglichenheit
  • kultiviert inneren Frieden

 

Besonders wirkungsvoll finde ich die Kombi aus Laufen/Joggen am morgen (zum Erden und munter werden), idealerweise in der Natur, notfalls auch am Laufband mit anschließenden Yoga-Übungen – ein paar Asanas (Yogahaltungen) für Balance und Dehnung, eine kurze Entspannung, und der Tag kann kommen!

Auf einen lebendingen und ausgeglichenen September!

Namaste