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Uschi Fellnerlook into my life

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Österreichische Medientage - ich im kleinen Roten zwischen 6 Männern im steifen Schwarzen

Emma Watson, mein Lieblingsmädchen aus Harry Potter, ist mittlerweile

UN-Botschafterin und setzt sich, zum Erstaunen des Botox-gebeutelten 

Hollywood, für Frauenrechte ein. Dazu fällt mir als Erstes

ein, dass nicht nur in Hollywood den Frauen längst das Recht

auf´s Altern abgesprochen wird. Wahrscheinlich ist Emma Watson mit 24 zu jung,

um sich dafür in die Schlacht zu werfen, aber prinzipiell hat sie Recht, wenn

sie sagt: "Wir müssen die Männer dazu bringen, sensibler mit den Anliegen der Frauen umzugehen."

Allerdings: Mann muss nicht in die Ferne schweifen, das Ungerechte liegt so nah.

 

Medientage in Wien, letzte Woche. Ich bin, als eine der wenigen 

Herausgeberinnen in der Österreichischen Medienlandschaft, 

zur Podiumsdiskussion geladen. Thema ist die Kraft der Bundesländer-Zeitschriften.

Ja, und was zieht man da an, wenn man weiß, man wird in zwei Stunden sehr allein unter

vielen Männern sein?

Schwarzer Anzug? Blaues Kostümchen? Nur nicht auffallen, lieber anpassen?

"Nimm doch Rot, setze ein Signal", raunt die kleine Emma Watson in meinem Kleiderschrank.  

Und welche Schuhe dazu? Flache Stiefel? Ballerinas? Damit das Rot nicht so Rot wirkt…

"Nimm doch High Heels", setz ein Statement gegen fades Blabla-Manager-Gesülze, flüstert Emma,

und weil ich mich gegen derart gute Vorschläge nicht wehren mag: Mir soll´s recht sein.

 

Ja, und dann stehe ich vor dem Podium, das mit Barhockern und einer Theke bestückt ist.

Gerne möchte ich Mäuschen sein, wenn meine honorigen Kollegen im kniekurzen

Kleid und mit zehn Zentimeter Absätzen auf einen instabilen Hocker klettern müssten… 

Wetten, dass sie keinen eleganten Auftritt hätten?

Wetten, dass sie eher nicht der Meinung wären, dass es sich viel cooler diskutiert,

wenn die Beine vierzig Zentimeter über dem Boden schweben?

Und wetten, dass die meisten Männer jetzt mit diesen Zeilen überfordert sind?

 

PS: Wir lieben sie trotzdem. Meistens.