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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 04.01.2015

Der Tod von Kurt Kuch löst makaberen Social Media Trend aus

Bild Kurt Kuch.jpg
Kurt Kuch. (© APA)

Der Journalist und mein ehemaliger Kollege bei News, Kurt Kuch, ist mit 42 Jahren am Samstag dem Lungenkrebs erlegen. Nur Minuten nach seinem Tod, vielleicht auch zeitgleich, wurde auf Facebook sein persönlicher Abschied gepostet. Kurt Kuch wollte das so. Er machte seine Krankheit vom Zeitpunkt der Diagnose, im April, an via Social Media öffentlich. Genauso auch sein Sterben.

Das ist zu respektieren, beklemmend ist es trotzdem. Und es hat offenbar einen brutalen Trend ausgelöst. Öffentlich Sterben. Zwölf Stunden nach Kurt Kuchs Abschiedsposting werden von Facebook Usern persönliche Sterbefotos ihrer Verwandten gepostet. Das letzte Foto meines Vaters. Meiner Mutter. Unserer Omi. Wie viele Likes bekommt Opa noch, bevor er stirbt? Und welche Kommentare? Und wie krank (oder verzweifelt?) muss ein Angehöriger eines Sterbenden sein, um "seinen" Menschen, gleichwertig wie ein Katzenposting, in die Öffentlichkeit zu zerren?
Und wie krank/ einsam/ verzweifelt oder einfach irre, muss man sein, um solche Beiträge zu liken?
Was denkt ihr darüber?
Schreibt mir eure Meinung!

Eure Uschi