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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 26.01.2015

Sex und Nackerpatzls in der Vorstadt

" … Jaahh, gib’s mir!"

Man denkt an nichts Böses, wenn die geliebte Brut Montagabend die Kiste einschaltet und zappt.
Ich: „Lassts mich kurz in diese neue Vorstadtweiber-Serie reinschauen.“
Kinder (verdrehen die Augen) drücken widerwillig auf ORF.
Und schau, was haben wir denn da? Eine ­gewisse Caro turnt im Großformat auf dem Spatzi eines Typen. Quälend lange; uh-ahhh, jaaahhh-Gebrüll.
Ich: „Ist das echt im ORF?“
Kinder: Schweigen.
Mann: schweigt auch.
Nächste Szene: Eine gewisse Wali, so um die 40, geht einem 16-Jährigen energisch ans Gemächt.
Ich: „Was war das jetzt?“
Kinder: Schweigen.
Mann: schweigt auch.

Ich ging dann Geschirrspüler einräumen, während es die Vorstadtweiber wie die Zwergkanickel trieben (uh-ahhh, jaaahhh!).
Ich, später: „Na, wie hat euch die neue Serie gefallen?“
Kinder (Buben, zehn und zwölf): „Eh nicht so schlecht.“
Mann: „Eh witzig eigentlich!“
Womit bestimmt die messerscharfen Dialoge gemeint waren (Sie: „Ich bin heiß, mein kleiner Sklaventreiber!“, Er: „Na warte, dir besorg ich’s.“).
Und womit geklärt ist, wer die 869.000 Zuseher sind. Stille Kinder und Ehemänner, denen es ganz recht ist, wenn’s die Mami in die Küche treibt, während sie Nackerpatzls schauen. Vorstadtweiber soll, à la „Sex
and the City“, vor allem die Frauen ansprechen. Lieber Versuch, wenn sogar ICH ­lieber freiwillig Geschirr ein­räumen geh …

Eure Uschi Fellner