Loading…

Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 17.03.2020

#alleswirdgut

Österreich steht still, und wie geht´s uns dabei? Was denken und fühlen die Menschen in diesen Tagen? Was mich zur Zeit beschäftig, erfahrt ihr ab sofort täglich hier.

Dienstag, 17.3. Der erste Gedanke beim Aufwachen gilt – wie immer in den vergangenen neun Wochen – meiner am 6. Jänner verstorbenen Mama. Und zum ersten Mal denke ich heute: Gut, dass ihr das erspart geblieben ist. Ich hätte sie nicht einmal besuchen können. Tröstlich ist das nicht. Aber zumindest ein neuer Ansatz, um mit einem schmerzlichen Verlust umzugehen.  

Go with the flow. Eine sehr gescheite Frau hat mir in einer Zeit, als mein gewohntes Leben durcheinander war, einmal gesagt: Stemm dich nie gegen die Welle, indem du versuchst, sie aufzuhalten. Besser ist es, durch zu tauchen. Nun bin ich ein Mensch, der ungern unter Wasser ist. Sogar beim Schnorcheln heb ich (heimlich) den Kopf. Kopfsprung?  Kann ich, mit zugehaltener Nase. Ich lerne also, wenn man so will, gerade brav das Abtauchen. Ich übe, mich der Welle hinzugeben. Go with the flow, das hat auch etwas Heilendes. Und ich visioniere den Moment, wo wir alle auftauchen und tieeeeeef ausatmen werden.

Was würde Mama jetzt sagen, wenn ich sie wie früher anrufen und ihr Folgendes erzählen würde: „Es ist ein Wahnsinn! Wirtschaftlich und überhaupt! Die Kinder sind auch total unrund, das e-learing ist gut gemeint, funktioniert aber nicht. Der Teenager hängt wie eine fade Socke rum, Kolleginnen, mit denen ich durch Skype verbunden bin, durchleben Wechselbäder der Gefühle. Und alle stellen die Frage aller Fragen, die keiner beantworten kann: Wie lange noch?

Was würde Mama sagen? „So viele haben es viel schlimmer erwischt als wir. Man muss das Positive sehen. Jetzt hast du endlich einmal Zeit...

Und sie würde, wieder einmal, Recht haben. Entschleunigung ist mein Wort des Jahres.

Ab morgen wird die Welt keine Andere, aber sicher mein Umfeld und ich bewusster werden. Corona macht, auf brutale Weise, die Erde fit für die Zukunft.

Und heute? Werde ich ein paar Kästen ausräumen, wann, wenn nicht jetzt, das Leben entrümpeln? Und mit meinen MitbewohnerInnen Gespräche führen, die über „wohin fahren wir jetzt zu Ostern? Und im Sommer? deutlich hinausgehen. Wir fahren, davon bin ich überzeugt, alle in nächster Zeit nirgendwohin. Aber die Zeit, die wir durch #stayhome gewonnen haben, läßt uns hoffentlich dort hinschauen, wofür bisher keine Zeit war.

 Und deshalb lasst uns in diesen Tagen, in denen wir alle in Wahrheit keine Ahnung haben, wie lange „es noch dauert, zumindest daran glauben, eine für die Zukunft enorm wichtige Erfahrung zu machen.

#staypositiv #wirschaffendas #flattenthecurve

 

Bis morgen! #alleswirdgut

Eure

 

 

Bild uschi signature.bmp