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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 04.03.2019

Eigentlich bin ich eine Wegwerferin, aber …

Ich bin zwar eine Wegwerferin, doch mein Mann ist ein Behal­ter.

Falls wir verarmen, hungern und frieren, geht es uns trotzdem gut. Weil wir tonnenweise Zeug haben.

Als mein Mann und ich zusammenzogen, wunderte ich mich über hunderte Schachteln. Erfüllt von Euphorie und Liebe, hakte ich nicht weiter nach. Er ist halt ein Behalter.

Irgendwann, wir hausten mit eingezogenen Bäuchen ­bereits auf engstem Raum, spähte ich in eine Schachtel. Zu Stein ­gewordene Figuren (Marzipan?) höhnten mir entgegen.

Falls wir verarmen und hungern, frieren müssen wir nie. Wir horten u. a. sechs Kartons mit Holzarbeiten aus Papua-­Neuguinea, die der Friseur meines Mannes im Jahre Schnee ­einem papuaneuguineischen Künstler abluchste, im Austausch gegen hundert Jahre Waschen, Schneiden, Föhnen.  
Und da der Friseur keinen Platz dafür fand, schenkte er den Plunder meinem Mann, der seinerseits jetzt dem Friseur hundert Jahre lang die Haare waschen, schneiden und föhnen muss. Oder so ähnlich, ich habe das Tauschgeschäft nie kapiert.


Unlängst erwog ich, zumindest einen Teil des Krams zu entsorgen. Frage nicht! Mein Mann drohte, mit seinem Friseur nach Papua-Neuguinea auszuwandern, wir haben nicht ausdiskutiert, ob er eventuell seine Schachteln mitnehmen würde.


Vielleicht sollte ich Marie Kondo anrufen, die es mit ihrer „Magic Cleaning“-Methode zu einer sagenhaft erfolgreichen Netflix-Serie gebracht hat. Sie rät, jeglichen Besitz auf einen Haufen zu werfen und nur das zu behalten, was einen glücklich macht. Allerdings sollte man jedes Teil in die Hand nehmen und sich davon verabschieden. Panik! Sehe mich schon sehr sentimental über unseren Holzarbeiten sitzen.


Eigentlich sind sie doch hübsch. Schönen Frühlingsbeginn!

Das sind meine persönlichen Stars in der März-Ausgabe: